So kann der „Winter in der Stadt“ aussehen

Wegen Corona: Statt herkömmlichem Christkindlmarkt 28 Hütten in der Altstadt verteilt

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Das war abzusehen: Weil wegen der Pandemie der traditionelle Christkindlmarkt nicht in seiner gewohnten Form stattfinden kann, beschloss der Hauptausschuss bei seiner gestrigen Sitzung Alternativen für das enge Treiben in den Gassen (wir berichteten kurz). Demnach sollen Überlegungen des Wirtschafts-Förderungs-Verbandes zufolge 28 Christkindlmarkt-Hütten großräumig in der Altstadt verteilt werden. Und auch für die beliebte Eisbahn, die letztes Jahr in der Herrengasse die Menschen anlockte, gibt es eine Option.

„Uns steht ein schwieriger Winter bevor“, prophezeite Bürgermeister Michael Kölbl, „wie kann der Christkindlmarkt 2020 aussehen?“ Denn die Vorgaben des Landratsamtes zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind eindeutig: Es dürfen sich nicht mehr als 200 Personen auf einem Areal aufhalten, nur maximal 30 Stände sind erlaubt. Weil aufgrund der einzuhaltenden Mindestabstände der Markt rund um das Rathaus nicht möglich ist und eine Eislaufbahn und das Basarzelt wegen der beengten Platzverhältnisse ausfallen müssen, entwickelte der WFV verschiedene Konzepte, um die Altstadt in der Vorweihnachtszeit zu beleben. 

Nach dem Vorbild „Sommer in der Stadt“, mit dem beispielsweise Rosenheim und München Ersatzveranstaltungen für die zentralen Feste anboten, soll jetzt der „Winter in der Stadt“ kommen. „Um große Ansammlungen zu vermeiden, müssen nun die Stände in der ganzen Altstadt verteilt werden“, erklärte Kölbl die Idee des WFV. 28 Hütten soll es geben, einen Lageplan, den der WFV erarbeitet hatte, präsentierte Stadtkämmerer Konrad Doser. Über den Standort für ein Kinderkarussell, für drei Hütten vor dem Bürgerbüro in der Herrengasse sowie über die Verkehrsführung müsse noch abgestimmt werden. 

Das Essen soll an anderer Stelle verzehrt werden als dort, wo es verkauft wird bzw. an Stehtischen mit Personenbegrenzung und entsprechendem Abstand. Vor den Standln ist ein ausreichend dimensionierter Wartebereich mit genauer Wegführung einzurichten. „Einen klassischen  Feuerzangenbowlestand wird es nicht geben“, kündigte der Bürgermeister an. 

„Die Bürger und die Gastronomie werden sich freuen“, so Heike Maas (CSU), „die Eisfläche bietet auch Möglichkeiten für den Schulsport, wie man letztes Jahr gesehen hat.“ Um die Sicherheitsmaßnahmen zu erfüllen, regte sie eine Einbahnregelung an. Auch Werner Gartner (SPD) begrüßte den alternativen Christkindlmarkt: „Ich unterstütze dem WFV und finde es gut, dass der Verband nicht aufgibt.“ Ähnlicher Meinung war auch Josef Baumann (Freie Wähler Reitmehring): „Die ganze Stadt ein Christkindlmarkt und eine Eisbahn – wir sind dafür!“

Erhalten die Hütten den behördlichen Segen, soll auf dem Gelände des Altstadtbiergartens am Schopperstattweg wieder die Eislaufbahn in Betrieb genommen werden – natürlich auch hier unter Einhaltung der Vorschriften. Von den Anliegern gab es bereits positive Rückmeldungen. Denn wochentags ist die Nutzung nur bis 22 Uhr und an Sonn- und Feiertagen bis 20 Uhr möglich. Live-Musik ist tabu, Musik vom Band auf ein notwendiges Maß zu beschränken und spätestens um 21 Uhr, an Sonn- und Feiertagen um 20 Uhr beendet sein.

Dieses Konzept wurde denn auch verabschiedet – gegen das Veto von Steffi König (Grüne), die der Version mit Eisbahn wegen des ausgerufenen Klimanotstandes und eines „Fraglichen Abstandskonzeptes“ nicht zustimmen mochte.

Auch einen Plan B gibt es: Sollte der Weihnachtsmarkt in der Altstadt etwa wegen verschärfter Auflagen nicht möglich sein, sollen einige Standln auf dem Gebiet des Altstadtbiergartens aufgestellt werden – dann ohne Eisbahn (oder mit reduzierter Fläche) und mit Zugangskontrolle. Die Zustimmung des Hauptausschusses dazu erfolgte denn auch einstimmig.

CF

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Ein Kommentar zu “So kann der „Winter in der Stadt“ aussehen

  1. Hört sich guad o.
    Bessa als nix.
    Hoffentlich wird’s was!

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