Seit Mitternacht schärfere Kontrollen

... für Einreisende aus Hochrisiko-Ländern - Mutationen, die große Sorge - Inzidenzen wieder leicht gestiegen

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Wer gehofft hatte, dass wir am heutigen Sonntag endlich unter die 100 rutschen im Inzidenzwert des Landkreises, der sieht sich getäuscht. Bei leider einem weiteren Corona-Todesfall über Nacht im Kreisgebiet – dem traurigen 385. Fall – meldet das RKI einen leicht erhöhten Inzidenz-Fallzahlen-Wert von 115,6. Und für die Stadt Rosenheim sogar von gestrigen 113,3 wieder auf gestiegene 127,5 Fälle in der Inzidenz. Die große Sorge heißt: B.1.1.7-Mutation, die hochansteckende, britische Corona-Variante, die beginne, sich in Deutschland zu verbreiten. Gestern Abend wurde bereits ein großer Ausbruch in einer Klinik in Berlin gemeldet – das Krankenhaus stehe nun komplett unter Quarantäne …

Deutschland verschärft die Auflagen bei der Einreise aus Ländern mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen. Die neuen Bestimmungen sind seit heute 0 Uhr in Kraft und gelten für mehr als 20 Staaten, zum Beispiel für Tschechien, Portugal, Spanien, Ägypten und die USA (wir berichteten).

Wer von dort kommt und hier einreisen will, braucht einen negativen PCR-Test. Die Reisenden werden nach Informationen des Bundesinnenministeriums an den Flug- und Seehäfen systematisch überprüft. Dafür sind an großen Terminals wie Frankfurt und München mehr Sicherheitskräfte im Einsatz!

In den Grenzgebieten zu anderen EU-Staaten und der Schweiz wird es stichprobenartige Kontrollen geben. Mit den zusätzlichen Maßnahmen soll die Ausbreitung des Coronavirus sowie dessen gefährlicher Mutationen verhindert werden – und Personen identifiziert werden, die sofort in Quarantäne müssen.

Generell gelte weiter die Empfehlung, nur aus triftigen Gründen zu reisen.

Keine beruhigende Nachricht am heutigen Sonntagmorgen auch in einem Bericht des Bayerischen Rundfunks: Auch die südafrikanische Coronavirus-Variante 501Y.V2 könnte sich womöglich stärker ausbreiten. Zudem könnten Antikörper-Therapien und Impfstoffe deutlich an Wirksamkeit gegen diesen Erregertyp einbüßen, heißt es.

Von diesen Ergebnissen berichten Wissenschaftler in zwei Fachartikeln, die vor der Veröffentlichung noch nicht durch unabhängige Fachkollegen begutachtet wurden. Die Forscher warnen, dass die Mutationen auch dazu führen könnten, dass sich Covid-19-Genesene mit der neuen Variante ein zweites Mal anstecken.

Die Münchner Virologin Prof. Ulrike Protzer sieht in dem sinkenden Inzidenzwert für Bayern noch keinen Grund zum Aufatmen. Das sagte sie im BR-Fernsehen. Würde man die Corona-Maßnahmen vorzeitig stoppen, würden die Werte wieder genauso steil nach oben gehen.

Da das Virus vom Menschen weitergetragen werde, hänge das Infektionsgeschehen sehr davon ab, wie streng beziehunsgweise wie nachlässig man mit den Maßnahmen umgehe, so die Virologin des Helmholtz Zentrums.

Da zur Zeit in der Politik erste Lockerungen für Februar diskutiert werden, rät Protzer klare Grenzen zu setzen, ab denen man mit ersten Lockerungsmaßnahmen beginnen könne. Die erste Grenze wäre vermutlich bei 50, die nächste bei 25 und dann bei zehn – sie betonte aber, dass die Entscheidung bei der Politik liege.

Aus Sicht der Virologin würden erste Lockerungen in knapp zwei Monaten ab Mitte März Sinn machen, wenn die Tage länger werden und sich die Situation sich saisonal entspanne …

Quelle RKI / BR

 

 

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