Schwierige Bergung dauert drei Stunden

Tödlicher Unfall bei Edling fordert Einsatzkräften alles ab - Trauer direkt am Unfallort

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Es war das berührendste Bild dieses traurigen Vormittags: Der evangelische Notfallseelsorger Peter Peischl sprach am Ende der dreistündigen Bergungsaktion zusammen mit den Einsatzkräften ein Gebet. Beamte der Wasserburger Polizei, der Bundespolizei, der Bahn, Rettungssanitäter, die Männer und Frauen der Feuerwehren Attel-Reitmehring, Edling und Wasserburg sowie deren Einsatzleitung versammelten sich am Unfallort bei Viehhausen und beteten gemeinsam für das Unfallopfer. Drei Stunden körperlicher und seelischer Strapazen lagen hinter den Helfern beim schweren Zugunglück heute nahe Edling (wir berichteten).

Bei tropischen Witterungsverhältnissen – immer wieder regnete es und es herrschte eine außergewöhnliche Schwüle – leisteten die Helfer zum Teil Schwerstarbeit. Die Evakuierung der rund 70 Fahrgäste aus dem beschädigten Zug dauerte keine halbe Stunde und verlief in absolut geordneten Bahnen. Verletzt wurde von den Fahrgästen – darunter viele Kinder und ältere Menschen – niemand. Der Zugführer erlitt einen Schock.

Vom Unfallort bis zum Bahnübergang in Viehhausen waren es zirka 200 Meter. Soweit hatte der Zug den Pkw mitgeschleift.

Die anschließende Bergung des Unfallwagens in schwierigem Gelände dauerte über drei Stunden. Zug und Pkw waren ineinander verkeilt, der Pkw zum Teil unter dem Triebwagen eingeklemmt.

Der Einsatzleiter vor Ort, Edlings Feuerwehr-Kommandant Martin Berndl, entschied sich dafür, den Zug ein Stück zurücksetzen zu lassen, um die Bergung zu vereinfachen und keine Einsatzkräfte zu gefährden. Doch es gab keinen Zugführer. Fast zwei Stunden brauchte die Bahn, bis aus Mühldorf ein solcher am Unfallort eintraf (wir berichteten).

Letztlich mussten dann aber doch schweres Gerät und Seilwinden ran, um das völlig zerstörte Auto unter dem Triebwagen herauszuholen. Der defekte Zug musste von einem zweiten Triebwagen abgeschleppt werden.

Für die junge Frau aus dem Altlandkreis Wasserburg, die in dem Unfallwagen saß, kam jede Hilfe zu spät. Sie erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen.