Schwammerl sammeln: Aber richtig!

Vortrag und Beratungsstunde nächsten Sonntag im Bauernhausmuseum Amerang

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Der erfahrene Mykologe Till R. Lohmeyer (Bildmitte) bestimmt im Rahmen der „Schwammerl-Sprechstunde“ nächsten Sonntag in Amerang die mitgebrachten Pilze der Besucher. Herbstzeit ist Schwammerlzeit! Das Sammeln der schmackhaften Pilze ist für viele zu einem leidenschaftlichen Hobby geworden – aber auch, aufgrund von Leichtsinn, zu einem manchmal gefährlichen Freizeitvergnügen. Heuer im Spätsommer 2019 gingen bei der Giftnotzentrale München über 100 Anrufe besorgter Bürger wegen des Verdachts einer Pilzvergiftung ein.

Das Bauernhausmuseum Amerang bietet Schwammerlfreunden am kommenden Sonntag, 13. Oktober, eine wertvolle Hilfestellung. Die renommierten Pilzsachverständigen Till R. Lohmeyer und Dr. Ute Künkele erklären ab 14 Uhr in ihrem Vortrag „Pilze sammeln, aber wie?“, welche Exemplare essbar sind und welche besser im Wald und auf der Wiese bleiben sollten.

Bei der anschließenden Schwammerl-Sprechstunde ab 15.30 Uhr (Anmeldung erforderlich) können die Besucher ihren Pilzfund begutachten und sich persönlich beraten lassen.

Eines vorweg: „Es gibt nur einen sicheren Tipp für die Schwammerlsucher“, sagt Till R. Lohmeyer. „Der lautet: Jeder einzelne Pilz, der im Kochtopf landet, muss vorher sicher bestimmt sein. Das ist die einzige gültige Regel.“

Pilzbücher können bei der Bestimmung helfen, reichen aber oft nicht aus.

Alleine zwischen Inn und Salzach gibt es 4.100 Sorten.

„Ich selbst habe rund 220 Arten gegessen – das hört sich schon viel an, ist es aber nicht“, so Lohmeyer. Fahrlässigkeit und verschiedene Ammenmärchen über die Verzehrbarkeit von Pilzen sind oft Ursachen dafür, dass manch einer in der Klinik landet. „Schon lange hält sich das Gerücht, wenn ein Pilz von einer Schnecke gegessen wird und sie das verträgt, dann tut das auch dem Menschen nichts. Das ist blanker Unsinn.“

Wenn man sich nicht sicher ist, um welchen Pilz es sich handelt, sollte man ihn vorsichtig samt Stiel und Basis herausdrehen. „Das ist gerade beim Knollenblätterpilz wichtig. Er hat unter dem Stiel eine Knolle – sein Erkennungszeichen. Wenn man den Stiel nur abschneidet, sieht man die Knolle nicht. Das führt zu Verwechslungen, die auch tödlich enden können.“

Am besten aber ist es, nur Schwammerl zu nehmen, die man sicher kennt. Wenn man dazulernen will, sollte man eine Pilzberatungsstelle aufsuchen.

Skeptisch sieht Lohmeyer die Handy-Apps für Pilzsammler: „In dunkleren Wäldern funktioniert das nicht so sicher. Darauf sollte man sich nicht verlassen, die Pilzbestimmung ist oft nicht so eindeutig.“

Ein Gerücht, das sich hartnäckig hält, stimmt tatsächlich. Pilze sollte man NICHT in Plastiktüten sammeln:

„Das Eiweiß der Pilze zersetzt sich in den Plastikbeuteln, das kann schnell extrem stinken, und es kann auch zu Lebensmittelvergiftungen führen.“

Aufpassen, so der Experte, sollte man deshalb auch bei verpackten Schwammerln in Supermärkten: „Lassen Sie die Finger von Champignons, die Anzeichen von Schimmel zeigen. Auch die können sonst zu Vergiftungen führen.“

Apropos Vergiftung – hier gilt grundsätzlich: Je länger es dauert, bis die ersten Symptome auftreten, umso gefährlicher sind die Vergiftungen.

Beim Knollenblätterpilz dauere das oft zwischen acht und 14 Stunden. „Dann sind schon das Blut und die Leber geschädigt und es kann lebensbedrohlich werden“, so Lohmeyer. Beim spitzkegeligen Rauhkopf kann es sogar acht bis zwölf Tage dauern, bis die Symptome eintreten. Dieser Pilz wird mit dem genießbaren Hallimasch verwechselt. Eine Vergiftung führt hier zum Nierenversagen, und am Ende rettet manchmal nur eine Transplantation das Leben der Patienten.

„Deshalb ist es wichtig: Wenden Sie sich an Pilzexperten und handeln Sie nicht leichtsinnig“, warnt Till R. Lohmeyer.

Es gibt Gründe genug also, den Vortrag und die Beratungsstunde von ihm und Dr. Ute Künkele am Sonntag, 13. Oktober, im Bauernhausmuseum Amerang zu besuchen.
Der Vortrag beginnt um 14 Uhr, die Beratungsstunde um 15.30 Uhr.

Zur Teilnahme an der Pilzberatung ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Weitere Infos dazu gibt es unter www.bhm-amerang.de oder telefonisch unter 08075 / 91 509 11.

Foto: Bauernhausmuseum Amerang

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