„Schule ist kein Versuchslabor”

Balancen, Mutationen: Hochsensibles Vorgehen sei angesagt, so Söder - „Und bitte keine Notenjagd"

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Bei den Schulen wolle und werde die Staatsregierung laut Ministerpräsident Markus Söder am gestrigen Aschermittwoch ganz sensibel vorgehen: Langsamer Start, aber mit entsprechenden Testkonzepten und mit einem Maskenkonzept – so der Plan. Im ersten Öffnungsschritt dürfen – wie angekündigt – ab dem kommenden Montag die Grundschüler und die weiteren Abschlussklassen wieder zurück in die Schule.

Für Söder gilt dabei die Devise: Eins nach dem anderen. Abwägen, Balancen bestimmen. Schule sei nämlich Teil der Pandemie. Er wolle nicht, dass Schule jetzt einfach ein Versuchslabor aus ideologischen Gründen werde …

Zugleich betonte der Ministerpräsident, nach der Rückkehr der Kinder und Jugendlichen an die Schulen dürfe es keine Notenjagd geben oder einen Leistungsdruck XXL.

Nötig seien Anpassungen, kluge Konzepte, eine moderne Pädagogik.

Umgekehrt lehne er aber auch die Forderung ab, das ganze Schuljahr nun zu streichen. Das sei unfair gegenüber den jungen Menschen …

Quelle BR

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6 Kommentare zu “„Schule ist kein Versuchslabor”

  1. Warum ist es unfair den jungen Menschen gegenüber diese Jahr zu streichen. Ich kenn viel die mittlerweile der Meinung sind und sich wünschen diese Schuljahr einfach als Wiederholungsjahr zu behandeln. Kein neuer Stoff mehr, nur Wiederholungen. Denn wie ich schön öfter angemerkt habe, letztes Jahr sind die letzten Klassen, 7.-10., erst Mitte Juni wieder in die Schule zurückgekehrt und das auch noch im Wechsel. Ich kenne Kinder sie letztes Jahr März gerade Mal noch 4 Wochen Schule zusammengebracht haben. Wer jetzt der Ansicht ist die haben alle keine Rückstände der ist blauäugig.
    Vorallem weil nicht mal klar ist wann der Rest wieder zurück kommen darf. Wenn wir das Zeniario spinnen das die letzten nach Ostern kommen im Wechsel, dann ist Mitte April. Dann bleiben noch drei Monate (Abzug auch noch 2 Wochen Pfingsten) und dann sind Sommer Ferien. Im Wechsel bedeutet das für diese Kinder diese Jahr noch 1,5 Monate Schule.
    Wie bitte, wie soll daraus ein Endjahreszeugniss entstehen wenn dann kein Notendruck entstehen soll. Wie bitte soll ein Gymnasiast mit Deutsch, Mathe, Englisch, zweite Fremdsprache, vielleicht auch Dritter Fremdsprache, Geschichte, Physik, Bio und weiteren Fächern so viele Noten in 1,5 Monaten, in Wochen 6, denn bitte ohne Druck Noten bekommen.
    Seit mir nicht böse aber ich will das meinen Kinder eigendlich ersparen und die stehen sehr gut in der Schule da. Die kommen super mit dem homeschooling zurecht und ich und mein Mann könne gut helfen und ich kann meine Arbeitszeit auch noch anpassen. Genug Endgeräte sind vorhanden und jeder hat ein eigenes Zimmer. Aber wir sind Optimalfall.
    Nur wie bitte sollen das Kinder schaffen die nicht diese Rückenstärkung haben.
    Da kann ich nur sagen Chancengleichheit am Arsch, Sozialstadt am Arsch und wir schimpfen uns kinderfreundlich und als reiches Land.
    Sorry durchgefallen, 6 setzten.

    Und wenn wir einfach die Präsenz Pflicht aussetzen würden. Die Kinder die gehen wollen und die einen Lehrer brauchen könne zum Unterricht vor Ort zurückkehren und die, die Bedenken haben oder einfach sich Zuhause gut lernen könne weiter homeschooling betreiben und Noten und Prüfungen gibt es diese Jahr einfach nicht. Der Druck ist raus. Niemand muss sein Kind schicken der Angst vor Ansteckung hat und kein Kind muss Angst haben bei der nächsten Schulaufgabe zu versagen weil es das Thema in Mathe Zuhause einfach nicht richtig verstanden hat. Aber wir werden unsere Kinder diesem Druck aussetzten und es werden Familie die Angst haben ihre Kinder schicken müssen. Denn Familien und Kinder sind nichts wert in unsere Gesellschaft.

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  2. Hallo Julia,
    ich bin einerseits bei Ihnen, andererseits nicht.
    Auch ich bin der Meinung, dass eine generelle Wiederholung des Jahres für viele Kinder positiv wäre.

    Aber halt auch negativ für manch andere.

    Deshalb fände ich hier großzügige und unbürokratische Individualentscheidungen besser. Zusammen mit Kinder, Eltern, Lehrer.

    Mir ist klar, dass all das einen enormen logistischen Rattenschwanz nach sich zieht. Aber das bringen diese Zeiten mit sich.

    Was aber nicht funktioniert: “freiwilliger Präsensunterricht”. Die Lehrer können sich ja nicht halbieren

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  3. Warum halbieren? Die Lehrer stellen die Arbeitsaufträge für eine ganze Woche in das entsprechende Portal und die Kinder können das dann alles bearbeiten.
    Bei uns läuft das so im Homeschooling.

    Am Sonntag steht alles auf dem Homeworker und ich drucke den kompletten Wochenplan plus Arbeitsblätter aus.

    Meine Kinder bearbeiten dann jeden Tag selbständig.
    Die digitalen Klassenzimmer sind nur zum Nachfragen da. Könnte man auch lösen, in dem man am Freitag Homeschooling für alle macht und sich die melden, die unter der Woche ein Problem hatten, die von Zuhause arbeiten und was meine Kinder YouTube-Videos verlinkt bekommen – da wird vieles super erklärt und ich kann es mir so oft anschauen, wie ich will.

    Unterricht kann ich nicht zurückspulen.🤷

    Sorry ich sehe da kein Problem. Wo ein Wille, da ein Weg.
    Denn so, wie es im Moment läuft, funzt es ja auch nicht wirklich und wenn dann auch noch wieder abwechselnd Präsenzunterricht ist, müssen sich ja die Lehrer auch eigentlich teilen – die, die dann daheim sind, können ja auch nicht auf den Lehrer sofort zurückgreifen, wenn eine Frage entsteht, oder?

    Und wie Sie sagen, ja das zieht einen Rattenschwanz nach sich, denn wer entscheidet denn über die großzügigen und unbürokratischen Individualentscheidungen?
    Ich denke nicht, dass ein 5. Klässler seine Leistungen so objektiv bewerten kann und sagt, ja ich wiederhole.

    Und die Lehrer, die das Kind seit 4 Monaten nicht mehr gesehen haben, werden sich auch schwer tun mit einer Einschätzung.

    Das wiederum geht dann nur wieder mit Leistungsnachweisen und dann sind wir wieder am Anfang.
    Noten-Leistungsdruck, nicht gerechte Voraussetzungen aller Kinder und der Hund beißt sich wieder in den Schwanz.

    Und ja manche Kinder sind dann vielleicht a bissal unterfordert, aber auch die werden das überleben.
    Haben ja die Schwächeren auch bis jetzt mit durchgehalten.

    Und wenn es um Prüfungen geht, könnte man sagen, wer sich gut vorbereitet fühlt oder schon eine Ausbildung in der Tasche hat, kann doch dieses Jahr schon schreiben.

    Aber irgendwer müsst halt dann auch Mal Arsch in der Hose haben und was entscheiden und auch Mal was wagen.

    Was Neues machen, wirklich die Bildung umkrempeln.

    Aber so lange alle sagen – ja passt scho oder des geht eh ned. Ja, solange wird sich auch nix ändern.

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  4. Man sollte auch andere Meinungen gelten lassen können 😉

    Bei uns gibt es viele Konferenzen und wenn nicht steht der Lehrer zumindest während der regulären Unterrichtsstunde für Rückfragen zur Verfügung.
    Wann hätten die Kinder im Homescooling denn die Möglichkeit nachzufragen und etwas erklärt zu bekommen nach ihrem Modell?

    Und unsere Lehrer können die Schüler Dank og Vorgehensweise durchaus einschätzen. Es gibt ebenfalls unbenotete Leistungsnachweise wo man auch als Eltern sieht, wo sein Kind steht.

    Und auch wenn es die Unterforderten “überleben” werden (wobei ich es nicht nett finde deren Interessen derart abzutun): was ist mit den Abschlussklassen? Denen, die bereits weitere konkret Pläne haben? Ausbildungsplätze? Studienplatz?

    So einfach ist ihr Vorschlag eben nicht umsetzbar. Und auch nicht so einseitig. Auch wenn ich den Gedanken teilweise durchaus nachvollziehen kann

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  5. Ein ganzes Schuljahr kann nicht von allen wiederholt werden, wer soll diese Klassen unterrichten? Es gibt jetzt schon zu wenige Lehrkräfte, da kann nicht kurzfristig ein zusätzlicher Jahrgang aufgefangen werden. Plus zu wenig Raumkapazität, Ausstattung, usw. Leider nicht praktikabel.

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  6. auchMama natürlich akzeptiere ich ihre Meinung und kann viel nachvollziehen. Sie haben auch in vielem Recht.
    Ein Mittelweg wäre gut aber einer der für alle gerecht ist. Ich denke nur leider, leider werden zu viel auf der Strecke bleiben. Aber wir werden es nicht ändern können.
    Ich hoffe für meine Kinder das die Schule bald wieder losgeht, denn meine Kinder wollen unbedingt ihre Freunden wieder sehen. Denen geht es mehr um das soziale miteinander das ihnen fehlt. Wir haben aber auch keine Angst vor Ansteckung, wir waren schon letztes Jahr an Corona erkrankt. Aber es gibt auch Familien die ihre Kinder nicht schicken wollen aus Angst. Weil z.B. ein Familienmitglied zur Risikogruppen gehört, Oma und Opa im Haus wohnen oder das Kind selbst zur Risikogruppe gehört. Auch Kinder die nicht mit der Maske zurecht kommen werden in den Präsenzunterricht gezwungen. Das finde ich aber nicht OK. Denn wie sagt die Regierung immer, Gesundheit ist das wichtigste. Also sollte auch jeder selbst entscheiden wie er seine Gesundheit erhalten kann und auch ein Kind/Eltern sollten sie Möglichkeit haben zu sagen es will sich dem Risiko nicht aussetzten. Denn einfach sein Kind dann krankmelden wenn wieder Präsenzpflicht ist geht nämlich nicht. Im Freundeskreis hat eine Mama letzte Jahr 4 Woche versucht ihr Kind von der Schule zu befreien auf Grund der Maske. Das Kind hatte massive Probleme damit. Ihnen wurde sogar gedroht die Polizei wurde sich einschalten. Sie wollten aber keine fadenscheinig Maskenbefreiung oder eine Krankschreibung. Sie haben klar kommuniziert sie würden gerne im homeschooling bleiben.
    Deswegen könne wir nicht einfach stur mit dem weitermachen wie bisher. Deswegen müssen wir uns alternativen überlegen auch solchen Familie eine Chance zu geben ohne ihr Kind schicken zu müssen.
    Mal sehen wie es weiter geht. Ich wünsche ihnen alles gute eineMama und ihren Kinder auch.

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