Schon 5200 Bürger fordern Schranke

Viehhausen: Petition wird eingereicht - Hans Bubb will Stadt Wasserburg einschalten

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„Was muss eigentlich noch passieren?“ Das fragt sich Hans Bubb, Lehrer aus Viehhausen, beim Anblick des Bahnübergangs. Elf Tage ist es nun her, dass dort erneut ein tödlicher Unfall geschehen ist, wieder hat eine junge Frau ihr Leben verloren. Nicht das erste Todesopfer an dem unübersichtlichen, unbeschrankten Bahnübergang. Hans Bubb, der nach dem Unfall eine Online-Petition für eine schnelle Reaktion der Bahn gestartet hat (wir berichteten), wird aktuell bereits von über 5200 Bürgern per Unterschrift unterstützt …

5000 Unterschriften waren das Ziel für die Petition – das ist nach wenigen Tagen jetzt schon erreicht. Nun kommt der nächste Schritt. Bubb möchte den Landtags-Abgeordneten Otto Lederer für das Thema sensibilisieren und einschalten. Außerdem wird er am nächsten Donnerstag, 28. Juni, im Wasserburger Rathaus die öffentliche Bürgersprechstunde nutzen, um die Anliegen vorzubringen. Das sagte er im Gespräch mit der Wasserburger Stimme. Der Bahnübergang von Viehhausen liegt im Stadtbereich Wasserburg.

Das Bayerische Fernsehen sei bereits zu Aufnahmen vor Ort gewesen und sende den Beitrag in Kürze, der private TV-Sender SAT 1 habe sich mit seinem Team der Sendung Akte 2018 angekündigt, so Bubb.

Die Petition von Hans Bubb, Lehrer aus Viehhausen, im Wortlaut – aktuell haben sie über 5200 Bürger bereits unterzeichnet:

Wir fordern eine Beschrankung für den Bahnübergang Viehhausen, auf der Ortsverbindungsstraße Edling-Reitmehring.

Begründung

Bei der Ortsverbindungsstraße Edling – Reitmehring, auf welchem sich der besagte Bahnübergang befindet, handelt es sich um eine zwischenzeitlich sehr stark frequentierte Straße, die einerseits häufig dazu genutzt wird, die Wartezeiten und die Autostauungen, welche durch den geschlossenen Bahnübergang auf der B304 in Reitmehring entstehen, zu vermeiden und zu umfahren. Desweiteren nutzen viele Anwohner aus Rott und Umgebung diese Verbindung, um schnellstmöglich in das Gewebegebiet Staudham zu gelangen. Oftmals werden dabei deutlich erhöhte Geschwindigkeiten gefahren.

Der Bahnübergang in Viehhausen ist aufgrund unterschiedlicher Eigenschaften äußerst unübersichtlich:

Sehr starker Bewuchs des Bahndamms durch Sträucher und Bäume verhindern einen frühzeigen Einblick auf die Bahntrasse.

Der Bahnübergang ist so schmal, dass er im Regelfall immer nur einspurig zu befahren ist. Verbunden mit der hohen Verkehrsdichte erfordert dieser Umstand ein hohes Maß an Aufmerksamkeit für den Verkehr. Dieses hohe Maß an Aufmerksamkeit für den Straßenverkehr reduziert die Aufmerksamkeitskapazitäten für die eigentliche Hauptgefahrenquelle unbeschrankter Bahnübergang in einem erheblichen Maße.

Schulkinder, Fahrradfahrer, Fußgänger, Sportler, die Badegäste des anliegenden Badesees und deren geparkte Autos etc. verschärfen diese Situation zusätzlich, da dadurch weitere Aufmersamkeit benötigt wird.

Tiefstehendes Sonnenlicht in den Morgen- und Abendstunden erzeugt oftmals einen Blendeffekt, der so erheblich ist, dass das Warnlicht des Bahnübergangs kaum noch zu erkennen ist.

Trotz dieser aufgeführten Widrigkeiten fährt der Bahnverkehr mit unvermindeter Geschwindigkeit in den Gefahrenbereich des Übergangs, sodass selbst eine Reaktion des Zugführers einen Unfall nicht mehr verhindern kann. Zwei tödliche Unfälle belegen, dass ein Reagieren des Lokführers nicht mehr möglich ist. Beidemale wurde das Auto auf eine Strecke von zirka 200 Metern vom Zug über das Gleisbett mitgerissen.

Bereits 2013 ereignete sich der erste tödliche Unfall am Bahnübergang, bei dem eine 20-Jährige ihr Leben verlor.

Hier kann man unterschreiben:

https://www.openpetition.de/petition/online/wir-fordern-einen-beschrankten-bahnuebergang-in-viehhausen-verbindungsstrasse-edling-reitmehring

 

 

 

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2 Gedanken zu „Schon 5200 Bürger fordern Schranke

  1. RENATE Berndl

    Es wäre wirklich super, wenn wir Erfolg hätten. Ein herzliches Dankeschön an Fam. Bubb.

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  2. Manfred Förtsch

    Es ist schrecklich dass bereits eine zweite junge Frau tödlich an diesem Bahnübergang verunglückte, obwohl durch einfache Sofortmaßnahmen eine Verbesserung der Verkehrssicherheit möglich gewesen wäre.
    Ziel sollte jedoch sein, eine Schrankenanlage an dieser Gemeindeverbindungsstraße wie in der Petition beschrieben zu bauen, die ich im Übrigen ebenfalls unterstützt habe.
    Die vom Übergang betroffenen Gemeinden Stadt Wasserburg a. Inn und Edling sollten gemeinsam mit einem Schreiben die zuständigen Politiker sowie die Südostbayernbahn auffordern, eine solche Verbesserung möglichst bald planerisch und baulich umzusetzen.
    Dabei sollte auch die Schrankenanlage so ausgelegt werden, damit langfristig auch die Errichtung eines Gehweges zwischen Edling und Antoniussiedlung zwecks Schulwegsicherung und für Spaziergänger möglich ist.
    Als weitere Sofortmaßnahmen ist das Freimachen der Sichtdreiecke von Bewuchs erforderlich, was meines Erachtens auch im Eisenbahnkreuzungsgesetz geregelt ist.
    Da wie auf dem Bild erkennbar große private Holzlager neben der Bahn das Sichtfeld total einschränken, sollten auch diese schnellstens durch die Verursacher an eine andere geeignete Stelle umgesetzt werden.

    Im Übrigen sind dies Sichtfeldeinschränkungen auch an anderen Bahnübergängen wie zum Beispiel in Roßhart festzustellen, sodass eine Prüfung auf Verkehrssicherheit durch die Bahn dringend geboten ist.
    Die ausreichende Sicht ist notwendig, damit Fahrzeuglenker auch durch beidseitige Sicht aufs Bahngleis sich überzeugen können, dass kein Zug kommt. Es könnte ja auch mal vorkommen, dass eine technische Einrichtung, wie in diesem Fall die Lichtzeichenanlage, versagt.

    Bleibt zu hoffen dass bei Umsetzung der Sofortmaßnahmen und einer zügigen Einleitung der Planungen für eine Schrankenanlage und deren Umsetzung ein weiteres Unglück verhindert werden kann.

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