Schon 30 Pflegekräfte in Quarantäne

Noch kein Notstand in Gabersee – Personal ab sofort dringend gesucht

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„Noch ist die Lage nicht dramatisch“, sagt Dr. Theodor Danzl, Geschäftsführer des kbo-Inn-Salzach Klinikums, „aber das kann morgen schon anders sein!“ Denn wenn die Welle an Corono-Neuinfizierten nicht abflacht, „dann haben wir ein Problem“, so Danzl weiter. Um vorzusorgen, sucht das Klinikum jetzt verstärkt Unterstützung.

Weil derzeit nur noch Notfälle aufgenommen werden und nicht unbedingt notwendige Eingriffe verschoben werden, liegt die Belegung in Gabersee bei derzeit nur rund 50 Prozent. Dadurch würde ausreichend Pflegepersonal frei für dringende Einsätze, so der Geschäftsführer.

 

„Das kann sich aber schon in ein bis zwei Tagen umdrehen“, betont Danzl, „wenn uns, wie teilweise prognostiziert wird, der Peak erst noch bevorsteht.“ Er hoffe und bete, dass es „nicht so schlimm wird.“ Zwar habe man schon Pfleger und Ärzte aus dem Ruhestand herangezogen oder Teilzeitkräfte gebeten, mehr Stunden zu leisten. Aber um einem Engpass vorzubeugen sucht die Klinik nun Unterstützung in der Bevölkerung.

 

Jeder, der Erfahrung im medizinischen und pflegerischen Bereich hat, kann sich ab sofort unter isk-bewerbung@kbo.de bewerben. Darin soll jeder Interessierte seine Qualifikation angeben sowie den Wunsch, in welchem Bereich man eingesetzt werden möchte. Auch Personen ohne Facherfahrung sind ausdrücklich erwünscht. Selbstverständlich werde jeder Helfer mit Schutzausrüstung ausgestattet.

 

 

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20 Kommentare zu “Schon 30 Pflegekräfte in Quarantäne

  1. Dann sollte man aber nicht zwei krankenpflege-Kurse für drei Wochen in den Urlaub schickn und dafür den Urlaub im Sommer wegnehmen

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    1. Ja natürlich. Wie immer sollen Arbeitgeber alle Probleme auf sich nehmen. Der Arbeitnehmer soll seinen Urlaub nur dann nehmen dürfen, wenn man wieder uneingeschränkt reisen kann.
      Nein ich bin kein Arbeitgeber, aber ich kann nicht mehr hören, dass niemand irgendwelche Einschnitte hinnehmen will und immer die anderen das Desaster korrigieren sollen.
      “Ja ich doch nicht, ich kann ja nichts dafür, dass dies und das und die Entscheidungen sind ja sowieso alle unverständlich und hätten die mich mal gefragt…”
      Aber unter Pflegern in Gabersee herrscht ja sowieso Allwissenheit. Das hör ich ja regelmäßig, dass alles so einfach wäre, wenn man sie mal machen ließe… Nur wenns ums Machen geht, kommt erstmal Urlaub.

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      1. Ohje, nicht verstanden, oder nicht verstanden wollen? Hast Du etwas zur Sache beizutragen, oder hattest Du nur das Bedürfnis, Dampf abzulassen?
        Es werden Leute nach Hause geschickt. Im mehr oder weniger gleichen Atemzug wird öffentlich um Hilfe gebettelt. DAS passt nicht zusammen, und ich glaube, das wollte “Pfleger” ausdrücken.
        Es werden übrigens nicht nur Azubis/Schüler nach Hause geschickt, sondern auch ausgelerntes, erfahrenes Personal.
        Andererseits wird Mitarbeitern mit Symptomen nicht gestattet, daheim zu bleiben.
        DAS ist etwas, was ich nicht verstehe…

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  2. Ich bin etwas verwundert, dass es „selbstverständlich“ für die Helfer Schutzkleidung gibt. Den Schutzkleidung ist im Moment nicht selbstverständlich, wenn man der aktuellen Berichterstattung glauben mag. Denn wenn Mitarbeiter und Helfer ausgestattet werden sollen, was nur sinnvoll und richtig ist, ist die Schutzkleidung schnell verbraucht. Nachschub ist nicht selbstverständlich.

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  3. Man habe Pfleger aus dem Ruhestand herangezogen??? Aha…
    Es sind ja einige Stationen geschlossen worden, also müsste genügend Personal noch da sein.
    Und Schutzkleidung ist auch nicht selbstverständlich. Pfleger laufen mit selbstgenähten Masken herum.

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  4. Wenn Schutzmasken nach 2 Stunden gewechselt werden sollten, aber rd zu wenige gibt … Dann ist es kein Wunder, wenn sich auch Pfleger infizieren …

    Ohne Worte, aber Realität …

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    1. Die Masken die im Allgemeinen vorhanden (sogenannte Mund-Nasen-Schutz) sind schützen den der sie trägt nicht, diese dienen nur dem Schutz der Anderen!!!!!

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      1. Und dennoch: Japan, Hong Kong, Taiwan (Maskenträger, freiwillig, ohne Zwang)… Sie alle haben kaum Coronafälle aber die Wirtschaft voll am Laufen. Keine Spur von Lockdown…
        Ich glaub den Zahlen mehr als den Politikern.

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  5. Vielleicht hat man vor dem Ganzen einfach vorgesorgt? Weil die verantwortliche Person im Gegensatz zu anderen einfach erkannt hat, worauf es ankommt und was wichtig ist 👍 Herr Danzl, meinen vollen Respekt 👍

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  6. Bevor man sich neues Personal sucht (warum?), sollte man sich erst mal um das bestehende Personal kümmern… Informationen weitergeben (nicht nur an die Presse), Atemschutzmasken, Verpflegung und vielleicht auch mal ein paar aufmunternde, dankende Worte…

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    1. Theodor Danzl Dr.

      Wir haben in unserem Intranet der Klinik eine Informationsseite für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingerichtet, auf der wir tagesaktuell alle wichtigen Informationen weitergeben.

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  7. Es wäre interessant zu erfahren was die ausdrücklich erwünschten Personen ohne Facherfahrung genau beitragen könnten.

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    1. Theodor Danzl Dr.

      Sehr geehrte Anne,
      in einem Krankenhaus gibt es auch viele wichtige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter außerhalb des medizinischen und pflegerischen Personal, wie z.B. Reinigungskräfte, Handwerker usw.

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  8. Das würde mich auch interessieren (nicht ironisch gemeint).

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  9. Klar, die Schutzausrüstung ist knapp und wird streng rationiert, aber bei uns musste und muss keiner ungeschützt irgendwo rein. Solange es keinen Corona-Verdacht gibt, trägt man die einfachen OP-Masken. Klar, die bieten keinen Schutz für den Träger selbst, aber sie schützen andere (Patienten ebenso wie Kollegen) und damit indirekt auch einen selbst wieder. Sobald ein Verdachtsfall für Corona aufgenommen wird, wird die Station auch mit FFP2-Masken ausgestattet. Wir sind dazu angehalten damit sehr sparsam umzugehen z.B. indem pro Schicht nur ein Pfleger und ein Arzt zu dem Patienten gehen, aber niemand muss ungeschützt rein. Klar, es kann und ist auch schon passiert, dass man schlicht nicht wusste, dass jemand infiziert ist und man hat sich nicht ausreichend geschützt, allerdings ist das kaum zu vermeiden. Wir haben schlicht nicht genügend FFP2-Masken (und das ist kein isoliertes Problem von Gabersee, sondern ein internationales Problem), um immer und ständig damit herumzurennen.
    Und ich verstehe nicht ganz was das Problem an den genähten Masken ist? Sie sollen nur ein Ersatz für die OP-Masken sein, die das Personal jetzt standardmäßig ständig trägt. Der Sinn davon ist ja nur, dass der Träger nicht das Gegenüber anhusten kann etc. Das kann auch ein wiederverwendbares Exemplar. Bei Corona-Patienten sind sie natürlich unzureichend, aber in dem Fall meldet man den Verdacht und bekommt die FFP2-Masken. Ich bin ehrlicherweise sogar froh, wenn es einen umweltfreundlicheren Ersatz für die einfachen Masken gibt. In Krankenhäusern entsteht sowieso schon so viel Müll.

    Und zumindest in meinem Fachbereich wurde mehrfach Dankbarkeit über unseren Einsatz ausgesprochen. Und Verpflegung braucht es jetzt nicht auch noch zusätzlich, nachdem der Freistaat seit gestern reichlich belegte Semmeln, Joghurts (schön regional vom Bauer aus Wasserburg 🙂 ) und Obst täglich liefert. Wenn alles vorbei ist könnte man ja einen Beitrag zu Stationsfestern oder dergleichen überlegen 🙂

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    1. Theodor Danzl Dr.

      Vielen Dank für diese Klarstellung!

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    2. Die Schutzausrüstung ist knapp. Es wird sicher niemand zur Maskensparsamkeit aus purem Geiz aufrufen. Aber es fragen sich doch viele Menschen, ob die Produktionsverlagerung von medizinischen Artikeln nach China der richtige Weg war. So wurden zwar Kosten minimiert, aber unsere Gesundheitsversorgung gleichzeitig geschwächt.

      Grundsätzlich ist es doch auch fragwürdig, ob Krankenhäuser sich unbedingt den marktwirtschaftlichen Regeln unterordnen sollen?
      Überspitzt gefragt: Ist ein Krankenhaus zur gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung da oder zur Dividendenausschüttung für Aktionäre?
      Aber da ist die Antwort eher in den Programmen der Parteien zu finden.

      Ich sehe die Gefahr weniger in knapper oder schlechter Schutzausrüstung, als vielmehr in den fehlenden Testungen:
      1. Nur wenige Tests vorhanden
      2. Lange Wartezeiten auf die Testergebnisse
      3. Zu viele Reglementierungen, um Tests durchführen zu dürfen

      Mit diesem Testsystem werden wir weiter im dunklen fischen und die Dunkelziffer können wir nicht einmal erahnen.

      Es ist eine gute Idee, Wertschätzung für Pflegekräfte durch freie Verpflegung zu zeigen. Bei der Qualität der Umsetzung ist aber noch Luft nach oben. Hoffentlich denkt sich nicht die ein oder ander Pflegekraft: “Jetzt weiß ich endlich was ich wert bin. Eine Wurstsemmel mit einem Joghurt hinterher.”.

      Hier sehe ich eigentlich eine riesen Chance, die lokale Gastronomie zu unterstützen. Das wäre wirkliche Hilfe und das Pflegepersonal wäre freudig überrascht. Für das ISK wäre es die beste Außendarstellung überhaupt; besser wie jedes Montagsbrettl.
      Und wer weiß, vielleicht könnte so auch die ein oder andere psychische Krise schon im Vorfeld verhindert werden?

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  10. Interessierte, ausdrücklich erwünschten Personen ohne Facherfahrung sollen sich also dann in einer möglichen Bewerbung auf eine Stelle als “wichtige Mitarbeiterin oder Mitarbeiter außerhalb des medizinischen und pflegerischen Personals, wie z.B. Reinigungskräfte, Handwerker usw.” bewerben?
    Eine konkrete Auflistung des tatsächlich bestehenden Bedarfs an Hilfe sowie eine Beschreibung der Aufgaben und Ziele wäre möglicherweise fruchtbarer.

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  11. Exam. Altenpflegerin mit 20 Jahren Erfahrung. Plus palliativ nurse mit Erfahrung.
    Wie wäre die Vergütung?

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    1. Das hier ist nur eine externe Seite. Wenn ernsthaftes Interesse besteht, einfach direkt auf der Webseite der Klinik direkt nach Stellenanzeigen suchen

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