Schlosshoff-Sanierung bleibt umstritten

Geschichtsverein „Reichsgrafschaft Haag" nimmt Stellung zu Sitzung des Gemeinderates

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Über drei Stunden dauerte die jüngste Sitzung des Gemeinderates Haag, die sich ausschließlich um die archäologischen Ausgrabungen im Schlosshof drehte. Die CSU und die „Freien Wähler“ konnten dabei ihrer Forderung nach „Sichtbarmachung“ der Ausgrabungen nicht durchsetzen. Das kritisiert jetzt der Geschichtsverein „Reichsgrafschaft Haag”  in einem offenen Brief:

„Nach der Gemeinderatssitzung am vergangenen Freitag im Haager Pfarrheim bleibt Sprachlosigkeit über”, so der Verein.  Zum einen würden die tolle historischen Funde genannt, aber gleichzeitig werde an einer leicht geänderten Planung festgehalten, die weiterhin einen Rückbau der historischen Mauern benötigt. „Interessant ist auch die Wortwahl: Rückbau klingt wesentlich harmloser, als Abriss – aber wenn Mauern abgetragen werden und nicht mehr da sind, kann man es nennen wir man will – es ist eine Zerstörung unseres historischen Erbes”, so der Geschichtsverein.

Weiter heißt es in dem Schreiben: Interessant sei auch, dass die Planungsfirma plötzlich eine halbe Stunde vor der Sitzung eine abgeänderte Version präsentiere. „Allerdings enthält die Neuplanung mehr Stufen, was dann auch mehr Graniteinbau bedeutet, der sich hell vom historischen Ensemble abhebt. Außerdem ist der gesamte geplante Granit bereits zum Baubeginn auf Lager und muss dann ja verwendet werden. Man schafft somit Tatsachen, was zeigt, dass eine Abweichung von der Planung von vorne herein nicht gewünscht ist.”

In der Sitzung habe das Landesamt für Denkmalpflege erwähnt, dass die Funde im Haager Schlosshof „sehr beeindruckend und ziemlich einmalig für Burg-Grabungen in Bayern” seien. „Wer die Haager Geschichte kennt, der wundert sich nicht – schließlich war die freie Reichsgrafschaft ja eine Besonderheit und unabhängig von Bayern – da sollten die Funde auch nicht dem bayrischen Standard entsprechen. Aber anstatt diese historischen Mauern den Besuchern der Schlosshofes zu zeigen, wird von Behördenseite empfohlen dies nicht zu tun. Leider ist die Mehrheit im Gemeinderat von diesen Aussagen so eingenommen, dass verzichtet wird sich, intensiver mit diesem Thema zu beschäftigen. Anstatt Beispiele von erfolgreich präsentierter Vergangenheit anzuschauen, um die Chance zu nutzen, in Haag Ähnliches zu gestalten, wird die vorgefertigte Meinung der Behörde einfach übernommen.”

Wer sich selber ein Bild über die Ausgrabungen und dem fragwürdigen Umgang mit dem historischen Bestand durch die begonnene Neugestaltung machen will, kann sich an den Führungen im Schlosshof beteiligen. Dies wurde zumindest Einstimmig im Gemeinderat beschlossen und wird an den nächsten Wochenenden der Bevölkerung angeboten.

 

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Ein Kommentar zu “Schlosshoff-Sanierung bleibt umstritten

  1. sonnenholzner s

    Wiedermal eine einmalige Gelegenheit vertan, sehr schade

    2

    1
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