Schlittschuhlaufen wie in alten Zeiten

Hauptausschuss der Stadt Wasserburg genehmigte gestern Eislaufbahn in der Altstadt

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Der Wasserburger Christkindlmarkt soll heuer durch zwei zusätzliche Veranstaltungen an Attraktivität gewinnen. Der Wirtschafts-Förderungs-Verband der Stadt beantragte deshalb bereits im Frühjahr die Errichtung einer Eisbahn in der Herrengasse und die Durchführung einer Vorsilvester-Veranstaltung rund ums Rathaus. Bereits im Mai hatte der Hauptausschuss dafür grünes Licht gegeben. Gestern musste aber nochmals beraten werden, weil sich einige Eckdaten geändert hatten.

Bürgermeister Michael Kölbl stellte eingangs der Beratung nochmals das Projekt eingehend vor. Als Standort sei die Herrengasse entlang der Sparkasse und des Rathauses geplant, also nicht mehr die andere Straßenseite entlang des Heimatmuseums.

Der abweichend Plan sei in erster Linie dem Sicherheitsaspekt geschuldet. Der Publikumseingang zur Eislaufbahn erfordere so kein Überqueren, der für den Verkehr freigegebenen Herrengasse. Zu den Betriebszeiten der Eislaufbahn gelte eine Einbahnstraßen-Regelung für die Herrengasse und Salzsenderzeile,

Der Bürgermeister weiter: „Betrieben wird die Bahn vom 28. November bis 6. Januar.”  Betriebszeiten seien jeweils Montag bis einschließlich Sonntag.

Als Öffnungszeiten sei jeweils 14 bis 22 Uhr, außer Sonntag (14 bis 20 Uhr) vorgesehen. Bei Bedarf seien auch frühere Anfangszeiten angedacht, „insbesondere dann, wenn Schulen die Eislaufbahn nutzen wollen”.

Die Eislaufbahn bleibe an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag geschlossen. was der Bürgermeister besonders betonte: „Betrieben wird die Bahn ausschließlich mit Ökostrom, geliefert von den Stadtwerken Wasserburg.”

Zur Finanzierung der Bahn sei eine Vorsilvesterfeier geplant.

Diese gehe am Samstag, 28. Dezember, über die Bühne, um nicht am vermutlich stark frequentierten 30. Dezember die Altstadt zu blockieren. Beginn des Aufbaus der Infrastruktur für die Vorsilvesterparty sei frühestens um 13 Uhr. Der Abbau der Infrastruktur erfolge am Sonntag nicht vor 8 Uhr morgens. Die Feier gehe von 18 bis 24 Uhr im Bereich Frauengasse, Herrengasse, Salzsenderzeile und Marienplatz über die Bühne.

Der Bereich werde mit Bauzäunen abgegrenzt, weil es sich um eine eintrittspflichtige Veranstaltung handle. Der Bürgermeister: „Ein Zugang zu den Geschäften und der Zugang zu den Wohnungen der Altstadtbewohner bleibt dabei uneingeschränkt gegeben.” Auf ein ursprünglich geplantes Feuerwerk werde zugunsten einer Laser-Show verzichtet.

Edith Stürmlinger, Bürgerforum, nahm als Erste zu dem Vorhaben Stellung: „Gut, dass die Bahn CO2-neutral betrieben wird. Wir begrüßen das Projekt. Damit wird unser Christkindlmarkt noch attraktiver.” Sie erinnere sich noch gerne an die Eislaufbahn am am Gries. „Das geht halt heute nicht mehr, weil wir den als Parkraum brauchen. Die Eislaufbahn wird eine echte Attraktion für Kinder und Familien.” Toll sei auch, dass man mitten in der Stadt die Möglichkeit zum Eisstockschießen habe. „Vielleicht können wir auch die Schulen mit einbinden.”

Wolfgang Janeczka (SPD) gab seiner Vorrednerin grundsätzlich Recht, schränkte aber ein: „Man muss das Ganze heuer auf den Prüfstand stellen. Mal sehen, wie unsere Erfahrungen damit sein werden. Die Eisbahn entspannt die verkehrstechnisch oft nicht ganz unkomplizierte Situation rund um den Christkindlmarkt. Die Frage nach den Klimaauswirkungen müssen wir schon stellen. Aber dann müssen wir auch fragen, wie es mit der Weihnachtsbeleuchtung, mit den anderen Festen in der Stadt aussieht.”

Armin Sinzinger (Wasserburger Block) freut sich ebenfalls auf die Eisbahn: „Das ist alles richtig schön nostalgisch.” Die Vorsilvesterparty halte er aber für „sehr fraglich”. Die Anwohner seien doch schon durch den Christkindlmarkt erheblich belastet. Er stellte deshalb den Antrag, über Eisbahn und Party getrennte abzustimmen.

Genau andersherum sah das Markus Höft (Grüne): „Ich glaube nicht, dass so ein Projekt wie die Eisbahn heute noch zeitgemäß ist.” Dem Vorsilvester könne er aber zustimmen.

Werner Gartner (SPD) wollte das so nicht stehen lassen: „Der WFV versucht, die Innenstadt zu beleben, etwas für die kleinen Geschäfte in Wasserburg zu tun, die es in Zeiten des Internets immer schwerer haben.” Für ihn sei das heuer mal ein Versuch, alte Zeiten wieder etwas aufleben zu lassen. „Die Älteren wissen noch, wie toll das war am Gries, wie wir uns als Jugendliche über die Eisfläche gefreut haben.” Auf den heimischen Seen sei wegen der milden Winter doch kaum noch Eislauf möglich.

Markus Bauer (CSU) unterstützte den Antrag des WFVs ebenfalls: „Wir sollten jetzt nicht gleich bei jeder Veranstaltung die Flinte ins Korn werfen, nur weil wir jetzt so einen Beschluss zum Klimanotstand haben. Ich halte es für wichtig, die Stadt attraktiver zu machen. Wir hören immer wieder die Forderung, dass wir was unternehmen sollen, damit die Altstadt attraktiv bleibt.” Danach müsse man dann sicher eine „Manöverkritik” abhalten.

Gegen die Stimme von Markus Höft wurde der Antrag zur Eisbahn genehmigt, gegen die von Armin Sinzinger der zur Vorsilvesterparty.

Als Auflage erhielt der WFV unter anderem, alle Lärmschutzbestimmungen einzuhalten und auch die Lautstärke bei der Party entsprechend anzupassen. Außerdem muss ein Sicherheitskonzept erstellt werden.

 

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13 Kommentare zu “Schlittschuhlaufen wie in alten Zeiten

  1. Wir freuen uns schon sehr auf die Eisbahn. Und zeitgemäß is die alle mal….
    Schlittschuhlaufen wird immer ein Sport sein der im Winter gern gemacht wird.

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  2. Mankannsauchübertreiben!

    Klimanotstand und Eislaufbahn oder Veranstaltungen wie Wasserburg leuchtet!
    Wie passt denn sowas zusammen?

    Ich finde es toll, wenn in der Stadt was geboten wird und sich Leute Gedanken machen, was man tun könnte! Grundsätzlich widerspricht man sich aber mit seinem völlig überzogenen Klimanotstand und solchen Veranstaltungen.
    Für mich einfach nur zum Kopfschütteln 🤦‍♂️, armes Wasserburg!

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  3. Ich bin ganz beim Hoefti.
    Aber na klar, sobald der WFV was will, kriegt er es. Was kommt als nächstes? Skilift am Köbinger Berg?

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  4. Johann Albin Beschta

    Ich hab auch schon eine Idee, wie man die ganze irrsinnige Sache nennen könnte: “Greta Thunberg Gedächtnis Eisbahn” für alle CO2 Aktivisten!! Hauptsache, wir haben den Klimanotstand ausgerufen 😂😂 nur noch lächerlich!!

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  5. Zitat Markus Bauer: “… „Wir sollten jetzt nicht gleich bei jeder Veranstaltung die Flinte ins Korn werfen, nur weil wir jetzt so einen Beschluss zum Klimanotstand haben. …”
    O.k. fassen wir zusammen: “So ein Beschluss”, dem wohl auch Herr Bauer zugestimmt hat, ist also nicht so ernst zu nehmen. Stimmen die halt mal zu, weils grad in die Zeit passt.
    Zitat Edith Stürmlinger: “… Gut, dass die Bahn CO2-neutral betrieben wird. …”
    Frau Stürmlinger glaubt wirklich, dass im Winter genug Strom “ökologisch” gewonnen werden kann. Was ist bei schlechtem Wetter? Werden da dann die Dieselgeneratoren aufgestellt, wenn der Strom doch nicht reicht?
    Ich frage mich nun langsam ehrlich, wen der Bürgermeister und der Stadtrat hier eigentlich für blöder halten. Die Leute, die auf dem Marienplatz für das Klima hüpfen oder die, die von vorneherein gesagt haben, Klimanotstand in Wasserburg ist einfach nur lächerlich, denn dieser Beschluss ist einfach nur lächerlich.
    Was ist also nun? Klimanotstand oder nicht?
    Es gäbe einfachere, kostengünstigere und mit Sicherheit genau so effektive Möglichkeiten den Christkindlmarkt attraktiv und nostaltigsch zu machen. Allem vornan, wieder einen wirklichen, echten Christkindelmarkt daraus zu machen und keine Discoparty für ingnorante Klima-Kinder, die, wenn es um Party geht, dann das Klima-Hüpfen ganz schnell vergessen.

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    1. Herzlichen Dank für deinen Kommentar Andreas,
      dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, bis auf den entstandenen Eindruck dass alle Verantwortlichen sämtliches Gespür für gute Entscheidungen verloren haben.

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    2. Noch hinzugefügt: CO2 Neutral wäre es dann, wenn der Strom überschüssig wäre. Ist er im Winter aber nicht und wird dort, wo er fehlt, weil man bei +15 Grad eine Eisbahn kühlen will, mit Kohle- oder Atomstrom der freundlichen Nachbarn ersetzt.

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    3. Da ist sehr viel richtiges dabei. In einem Punkt muss ich aber widersprechen: es wird gerne pauschaliert, dass die Menschen (Jugendliche oder auch ältere), die für mehr Klimaschutz demonstrieren, die gleichen sind, die an anderer Stelle kritiklos konsumieren. Beweise dafür gibt es aber keine, also sollte man das den Friday-for-Future-Aktivisten auch nicht immer so einfach unterstellen. Ich kenne viele Menschen, die ihr Verhalten in letzter Zeit selbstkritisch überdacht und vielfach auch geändert haben. Die “breite Masse” zieht halt noch nicht mit und wird es auf rein freiwilliger Basis auch nicht tun.

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      1. @Georg
        So ist es. Typisch Politiker “… was interessiert uns unser Geschwätz von gestern …” geschweigedenn irgendwelche Beschlüsse. Ich denke mal, dass dieses Projekt schlicht und einfach nicht mehr rückgängig zu machen war. Wahrscheinlich waren schon Verträge unterschrieben, die einfach nicht mehr kündbar waren. Machen Politiker ja auch mal gerne schon im Voraus. Und dass der Klima-Notstand da reinpfuscht, konnte ja keiner wissen.
        @Kohl
        Danke für deine Ergänzung. Hoffentlich wird der Frau Strümlinger einiges klarer. Eine Ergänzung noch von mir: Die Schlittschuhfahrer “stoßen” ebenfalls CO2 aus. Oder halten sie beim Fahren die Luft an? O.k. Ironie aus, Entschuldigung für die Entgleisung
        @Buffo
        Ich pauschalisiere nicht und unterstelle auch nicht jedem grundsätzlich solch ein Verhalten.
        Leider erlebe ich es jedoch sehr, sehr häufig in unmittelbarer Bekanntschaft und Nachbarschaft. Und ich bin mir sicher, dass einige, die am Marienplatz an dieser “Veranstaltung” teil genommen haben, die ersten sind, die auf der Eisbahn und später im beheizten Party-Zelt in der Hofstatt stehen.

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  6. Bei der ganzen Diskussion frage ich die ganzen Weltverbesserer doch mal, woher denn der Strom im Winter fürs klimarettende Elektro Auto herkommt, wenns für die Eislaufbahn schon nicht reicht. Widerspricht sich irgendwie !

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  7. Auch ein Wasserburger

    An Scheinheiligkeit nicht zu übertreffen. Passt gut in unsere Zeit, auf der einen Seite als Retter des Klimas auftreten und auf der anderen Seite eine Eisbahn befürworten. Ach ich vergaß, ist ja Ökostrom. Das sind die gleichen Leute die fünf mal die Woche Fleisch essen weil ja Bio drauf steht und damit dann das Gewissen beruhigt ist. Nicht falsch verstehen, finde die Eisbahn toll. Ist super für die Stadt. Freue mich schon drauf. Aber hört mit dieser Doppelmoral auf…

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    1. Diese Eislaufbahnen gibt es auch aus Kunststoff zum Mieten oder Kaufen……..

      Damit wäre wohl allen Seiten gedient!

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  8. Die Diskussion erinnert irgendwie an die Spargelthematik.
    Die Leute freuen sich, dass sie Schrobenhausener Spargel kaufen, der weniger als 100 km Transport zurücklegt. Dass die Spargelfelder aber alle mit Plastikfolie ausgelegt werden (der nachher Sondermüll ist), damit der Ökokunde seinen tollen Spargel schon im April genießen kann, wird hingenommen.

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