Schlau und sportlich, eine Klasse-Kombi!

Unser Porträt zum Wochenende: Maximilianeums-Stipendiatin Julia Sonnentag aus Rott

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Als Maximilian II. die Stiftung 1852 ins Leben rief, waren zum Studium an den drei Hochschulen, die es damals in Bayern gab, nur Männer zugelassen. Laut Gründungsdokument war die Förderung talentvollen Jünglingen vorbehalten. Nach der Öffnung der Hochschulen für Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts war diese Bestimmung überholt. Trotzdem ließ die Förderung von Studentinnen noch bis 1980 auf sich warten. Seit wenigen Tagen mit dabei in diesem besonderen Kreis ist nun Julia Sonnentag (18) aus Rott (unser Foto). Die hübsche, junge Dame – das Mädl von nebenan – ist frischgebackene Maximilianeums-Stipendiatin des Abiturjahrgangs 2019 am Wasserburger Gymnasium! Noch nicht wirklich oft hat es das hier schon mal gegeben, dass das jemand schafft. Zuletzt vor 17 Jahren …

Fotos: Renate Drax

Julia Sonnentag hat sich für Jura entschieden. Vor genau drei Wochen ist das Studium losgegangen in München. Ein spannender Moment. Im Beisein der neuen Leiterin des Wasserburger Gymnasiums, Direktorin Verena Grillhösl, und im Beisein von Oberstufenkoordinator sowie Beauftragten für die Begabtenförderung am Gymnasium Wasserburg, Alexander Petri, fand heute eigens ein Pressegespräch in der Trattoria La Famiglia in Wasserburg statt (unser Foto unten).

Die Stiftung Maximilianeum wurde im Jahre 1852 von König Maximilian II. von Bayern zu dem Zwecke gegründet, hochbegabten, bayerischen Abiturienten ein sorgenfreies Studium an einer Münchner Universität zu ermöglichen.

Die Stipendiaten erhalten freie Kost und Logis im Maximilianeum in München für die Dauer ihres Studiums sowie Gelegenheit zu Aufenthalten im Ausland und zur Teilnahme an Sprachkursen. Was so einfach und mühelos klingt, steht am Ende einer Schulzeit mit ausschließlich Bestnoten und am Anfang einer Karriere. Vielleicht. Julia lächelt bescheiden, wenn sie vom Beginn vor wenigen Tagen erzählt. Ihre Augen strahlen und sie hat Pläne. Vielleicht gehe sie mal nach Oxford für ein Semester oder nach Italien, denn die Sprachen – die hatten es ihr doch schon in ihrer Wasserburger Schulzeit ganz besonders angetan.

Welche Richtung sie mit ihrem Jura-Studium einschlagen werde, darüber aber habe sie sich noch nicht wirklich Gedanken gemacht jetzt so ganz am Anfang. Wirtschaftsrecht oder Europarecht könne sie sich gut vorstellen.

Vieles habe bei ihr stets für die guten Noten zusammengespielt, sagt die 18-Jährige. Die so große Unterstützung ihrer Eltern wolle sie hier an erster Stelle nennen. Aber auch das Wohlfühlen im Umfeld mit den Freunden und der Schule an sich, dem Gymnasium in Wasserburg – das alles habe zusammengespielt, resümiert sie ihre so gute Laufbahn mit den so vielen Einsern.

Die Kombination des Fachwissens-Vermittelns und der Art der Lernmethodik des Wasserburger Gymnasiums – das komme ihr jetzt im Studium zugute. Das merke sie und sei keine Selbstverständlichkeit.

Besonderer Wert sei beispielsweise bei den Eignungsprüfungen, die ja gleich nach dem Abi höchst anspruchsvoll anstanden, nicht nur auf die Breite ihrer Interessen gelegt worden – auch die Fähigkeit zum Transfer und zum vernetzten Denken habe am Ende eine große Rolle gespielt. Und werden es weiterhin spielen, so Julia. Die Fähigkeit zum Transfer und zum vernetzten Denken – das sei ihr bestens an der Wasserburger Schule mit auf den Weg gegeben worden …

Sitz der Stiftung ist das repräsentative Gebäude am Ende der Maximilianstraße, dessen Architektur und Kunst im Stil der Neurenaissance noch heute vom Bildungsideal aus der Zeit der Gründung zeugen. Es ist, da das ursprüngliche Geldvermögen der Inflation der 1920er Jahre zum Opfer fiel, inzwischen auch einziges Kapital der Stiftung: Große Teile der Räume und des Grundstücks werden aufgrund eines Miet- und Erbbaurechtsvertrages vom Bayerischen Landtag genutzt. Der Name Maximilianeum steht heute also für Dreierlei: Die Studienstiftung, das Gebäude und das Bayerische Parlament.

Um in die Stiftung Maximilianeum aufgenommen zu werden, durchlaufen die Bewerber ein mehrstufiges Verfahren. Sie mussten unter anderem hervorragende Leistungen in allen Fächern des Abiturzeugnisses vorweisen, in die Förderung nach dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz („Max-Weber-Programm“) aufgenommen worden sein und sich im Rahmen einer Sonderprüfung im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus gegen die erfolgreichsten Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Bayern durchgesetzt haben.

Julia Sonnentag aus Rott hat alles mit Bravour geschafft. Für das Gymnasium Wasserburg war sie ein Glück und genauso umgekehrt, sagt die Julia: Für sie selbst sei die Wasserburger Schule ein Glück gewesen.

Bei all dem so großen Erfolg der 18-Jährigen hat sie ihr Glück aber auch noch woanders gefunden: Auf dem Rücken der Pferde. Ihre Augen leuchten, wenn sie davon erzählt. Das Dressurreiten ist ihre große Leidenschaft in der Freizeit – und so soll es auch bleiben!

Das wünschen auch wir. Alles Gute, Julia, auf deinem weiteren Weg und bleib so, wie du bist, sagen wir von der Wasserburger Stimme.

Neun herausragende Absolventinnen und Absolventen des Abiturjahrgangs 2019 konnten sich über die Aufnahme als Stipendiaten in die Stiftung Maximilianeum und in die Wittelsbacher Jubiläumsstiftung freuen.

Kultusminister Michael Piazolo gratulierte: „Mein herzlicher Glückwunsch gilt den engagierten Abiturientinnen und Abiturienten, die sich fortan als neue Stipendiaten mit Freude und Enthusiasmus ihrem Studium widmen können. Das Stipendium eröffnet ihnen vielfältige Chancen, vielseitige Kontakte und interessante Begegnungen. In der Gemeinschaft der Stipendiaten können die jungen Studierenden ihre besonderen Fähigkeiten noch weiter ausbauen und vertiefen.“

Die neuen Stipendiaten 2019 der Stiftung Maximilianeum sind (in alphabetischer Reihenfolge):
Michael Burger, Albrecht-Ernst-Gymnasium Oettingen
Maya Chaudhuri, Gymnasium München-Trudering
Julian Hösl, Johannes-Nepomuk-Gymnasium der Benediktiner Rohr
Maximilian Roe, Gymnasium Marktbreit
Johanna Schneeberger, Humboldt-Gymnasium Vaterstetten in Baldham
Renate Schwank, Emil-von-Behring-Gymnasium Spardorf
Julia Sonnentag, Luitpold-Gymnasium Wasserburg
Benedikt Velten, Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg
Lea Wagner, Emil-von-Behring-Gymnasium Spardorf

Quelle – Infos Stiftung: Regierung

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6 Kommentare zu “Schlau und sportlich, eine Klasse-Kombi!

  1. Schade dass insbesondere bei Fauen immernoch zufällige Attribute wie “hübsch und jung” erwähnt werden müssen.
    Ich wünsche Julia wird bei ihren zukünftigen Tätigkeiten aufgrund ihrer Persönlichkeit und ihres Könnens geschätzt und nicht aufgrund ihres Aussehens oder Alters.

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    1. Seids froh. Ich bin ein alter glatzköpfiger Mann. Mich erwähnt niemand mehr.

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  2. Geht mir ganz genauso. Die typischen weiblichen Bewertungen hübsch, bescheiden, das Mädl von nebenan … hätte es bei einem männlichen Stipendiaten nie gegeben. Ich denke auch, dass Julia das Stipendium aufgrund ihrer Leistung erhalten hat.

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  3. Ein seitenlanger Artikel und Sie stören sich tatsächlich an den 2! positiven Wörtern “hübsch” und “jung”?
    Manchmal kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.

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  4. Ich weiß nicht, welche “Visionen” die “Visionär*in” hat. Ich finde es schön, wenn Positives zu lesen ist.
    Die hervorragende Leistung von Frau Sonnentag hat es doch erst möglich gemacht, dieses Stipendium zu bekommen. “Jung und hübsch” noch zu Fleiß, Ausdauer und Konsequenz dazu. Alles POSITIV.
    Wir Frauen sind doch selbstbewusst genug, um unseren Wert zu kennen. Muss man sogar noch bei netten Worten ein Haar in der Suppe finden über das man lästern und meckern kann?
    Für mich überwiegt die Freude, dass eine engagierte Frau eine tolle Chance bekommen hat. Punkt!!!!!!

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  5. Ein so ein beeindruckender und schöner Bericht über eine junge Frau, der offensichtlich gleich mehrere Talente und Attribute in die Wiege gelegt wurden. Total unverständlich, dass man sich da an irgendwelchen nett gemeinten Komplimenten stören muss…. Naja, irgendwas zum Meckern gibt es halt oiwei…

    @Julia, ich gratuliere dir ganz herzlich zu diesem großartigen Erfolg und wünsche dir viel Erfolg in der Verwirklichung deiner Pläne!

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