Salve, Franco!

Nachruf auf den verstorbenen Wasserburger Gastronomen Franco Martucci (47)

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Am Dienstag ist Franco Martucci nach langer Krankheit im Alter von nur 47 Jahren verstorben (wir berichteten). Der beliebte und bekannte Gastronom hinterlässt mit seinem Tod eine große Lücke im Wasserburger Altstadtleben. In Absprache mit seiner Familie hier ein Blick auf sein Leben …

Als jüngstes Kind von acht Geschwistern wurde Franco Martucci am 10. Dezember 1970 in Umbriatico in Kalabrien geboren. Nach dem Schulabschluss wollte er sich ursprünglich den italienischen Carabinieri anschließen.

Doch vor 28 Jahren zog es ihn zum Arbeiten nach Deutschland. Nach einem kurzen Stopp in Mannheim ging es für den jungen Süditaliener weiter an den Tegernsee, wo er in der Pizzeria Capri arbeitete.

Seine nächste Station war Amerang. Dort war er Kellner in der bekannten Pizzeria Roma und lernte 1993 seine Nafa kennen. Mit seinem südländischen Charme konnte Franco die junge Krankenschwester von sich überzeugen. Gut zwei Jahre später war das Familienglück perfekt. Am 5. Dezember 1995 wurde Tochter Melissa in Prien geboren.

Einen Monat später läuteten die Hochzeitsglocken. Kurz darauf zog die junge Familie nach Wasserburg. In der Schustergasse eröffnete Franco mit Hilfe seines Bruders Ottavio die Pizzeria „Perla di Calabria“, die seitdem nicht mehr aus dem Wasserburger Altstadtleben wegzudenken ist. Am 9. Juli 1997 komplettierte die Geburt seines Sohnes Antonio die Familie.

Neben gutem Essen war vor allem das Pilzesammeln eines der größten Hobbys des Italieners. Auch wenn er dabei ab und zu die Orientierung verlor und sich plötzlich in Obing, statt seines Ausgangsortes Amerang, wiederfand …

Franco war ein sehr kommunikativer Mensch, der es liebte, Geschichten zu erzählen und damit viele Menschen zum Lachen brachte. Typisch italienisch gestikulierte er dabei ausgiebig mit seinen Händen, um seinen Erzählungen noch mehr Ausdruck zu verleihen.

Oft traf man Franco vor seiner Pizzeria an. Für einen Ratsch hatte er immer Zeit. Auch bei seinen Kunden kam seine offene Art gut an. Viele Stammbesucher zählte das Restaurant, aber auch Gäste, die zum ersten Mal im „Perla di Calabria“ waren, fühlten sich dort schnell zuhause.

Seine Mitarbeiter behandelte Franco dabei stets wie Familienmitglieder. Auch ein Grund, warum die Pizzeria mit 22 Jahren das älteste italienische Restaurant in Wasserburg ist. Jedes Jahr, während des Betriebsurlaubs fuhr die Familie in Francos Heimat, den Süden Italiens.

Vor sieben Jahren dann die niederschmetternde Diagnose: Blasenkrebs. Trotz seiner schweren Krankheit verlor Franco nie die Freude am Leben. Immer wieder kämpfte er sich zurück. Nach 15 Operationen und vielen Höhen und Tiefen, wurde Franco vor knapp zehn Tagen ins Ebersberger Krankenhaus eingeliefert. Am vergangenen Dienstag verstarb er dort in Anwesenheit seiner Familie im Alter von nur 47 Jahren an seiner Krankheit.

Mit dem viel zu frühen Tod von Franco Martucci verliert Wasserburg einen offenherzigen, temperamentvollen, lustigen, fleißigen, toleranten, spontanen und liebevollen Menschen, der das Altstadtleben über die letzten Jahrzehnte mit seiner offenen Art mitgeprägt hat.

Am Freitag fand für Franco eine Trauer- und Abschiedsfeier in Wasserburg statt. Beerdigt wird Franco heute in Italien, zuhause in Umbriatico, bei seiner Mutter und seinem Vater.

 

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2 Gedanken zu „Salve, Franco!

  1. Dzenel Hodzic

    Ruhe in Frieden, mein Freund!

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  2. Grazie caro Franco per tutte le delizie culinarie che ci hai preparato.

    Riposa in pace, caro amico.

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