Rottweiler: Gemeinde geht nicht vor Gericht

Albaching: Verwaltungsgericht sieht keine Handhabe für Wegnahme des gefährlichen Hundes

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Er hat bereits drei Menschen zum Teil erheblich verletzt: Der gefährliche Rottweiler einer Hundehalterin aus Albaching sorgt weiter für erheblichen Diskussionsstoff in der Gemeinde. Die Kommune hat jetzt bei ihrem Vorhaben, der Halterin das Tier zu entziehen, einen Dämpfer eingesteckt. „Der zuständige Verwaltungsrichter hat unserem Rechtsanwalt dringend empfohlen, den Bescheid zurück zu ziehen, da der Verwaltungsweg nicht eingehalten wurde”, bestätigte heute auf Anfrage Bürgermeister Franz Sanftl. Das Tier bleibt also in Albaching und kommt nicht in ein entsprechendes Tierheim.

„Wir versuchen jetzt auf dem Verwaltungswege die schärfsten Auflagen zu erreichen, die es geben kann”, so das Gemeindeoberhaupt. Dazu gehören ein genereller Maulkorb- und Leinenzwang, ein Zwinger im Garten und einige Nachbesserungen am Gartenzaun.

Sanftl: „Unser Problem ist ein Gutachten, das der Halterin grundsätzlich bestätigt, dass sie den Hund im Griff hat. Wir können vor Gericht nicht gewinnen. Das gilt aber jetzt nur mehr für die Halterin und nicht für ihren Lebensgefährten, bei dem die meisten gefährlichen Vorfälle passiert sind.” Dieser dürfe den Hund nicht mehr führen.

Die Verwaltung ist jetzt an der Reihe, die Auflagen zu kontrollieren. Der Bürgermeister, dem rechtlich die Hände gebunden sind, abschließend. „Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich die Halter eines solchen Hundes nicht, dass sich da kein Einsehen einstellt. Was muss denn noch passieren?”

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„Es darf nicht noch etwas passieren”

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5 Kommentare zu “Rottweiler: Gemeinde geht nicht vor Gericht

  1. Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich unsere Rechtsprechung nicht mehr!

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  2. Das ist definitiv nicht zu verstehen und nennt man wahrscheinlich “Täterschutz”…. Ein Hund der dreimal derart zugebissen hat, wird wahrscheinlich nicht lammfromm werden, und Halter, die sich bereits so verantwortungslos und egoistisch verhalten haben, werden selbigen nicht jetzt plötzlich “im Griff” haben!

    Auch wenn zu hoffen bleibt, dass nix mehr passiert, scheint es nur eine Frage der Zeit. WAS sagt man den nächsten Opfer dann?? WER verantwortet die nächste Verletzung?
    WIE kann man als Halter mit dieser Bürde in den Spiegel schauen?

    Ich habe wirklich Verständnis für Tierliebe, aber der Schutz von Menschen geht vor. Hat sich die Halterin schonmal gefragt, was passiert, wenn der Hund mal ein Kleinkind erwischt?

    UND die nun erforderlichen (und natürlich richtigen) Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere die Zwingerhaltung sind doch auch nicht grad tierfreundlich.

    Ich hoffe, die Halter kommen doch noch zur Vernunft und geben das Tier in sachkundige Hände!

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  3. Dieses Land ist zum Irrenhaus geworden.
    Eine schallende Watschn ins Gesicht der Gebissenen.
    Es ist wie so oft: Die Täter werden durch Gesetze geschützt und die Opfer haben halt Pech ghabt.

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  4. …im Normalfall ist es so, das wenn ein Hund einem Menschen angeht und beißt, er die Scheu und den Respekt vor den Menschen verloren hat.
    Als verantwortungsvoller Hundehalter sollte man das eigentlich wissen und dementsprechend handeln.
    Schließlich ist ein Rottweiler ja kein kleines Schoßhündchen..
    So ist es nur eine Frage der Zeit, wann er das nächste mal zubeißt..
    Rottweiler sind in vielen Ländern als Kampfhund gelistet, ich finde deshalb ist das ein sehr merkwürdiges Urteil.
    Da eine sehr erhebliche Gefahr in Zukunft von diesem Hund bei dem jetzigen Besitzer ausgeht, sollte man eigentlich im Sinne der Sicherheit der Mitmenschen handeln und nicht auf irgendwelchen formellen Fehlern ein Urteil dagegen fällen…

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  5. Hallo, wenn ein Hund ein Reh reisst, darf ein Jäger der dieses sieht, erschiessen. Ein Hund der einen Menschen beisst und dabei erwischt wird was ist denn dann? Aber hier liegt der Unterschied halt warscheinlich zwischen reissen und beissen. Was soll denn bitte noch passieren??

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