Resistenzen mehr und mehr ein Problem

Staatliches Gesundheitsamt Rosenheim ruft zu umsichtiger Antibiotika-Einnahme auf

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Anlässlich des Europäischen Antibiotikatages oder auch European Antibiotic Awareness Day am kommenden Sonntag, 18. November, rät der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim Dr. Wolfgang Hierl zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika. Weltweit werden Resistenzen zunehmend zu einem Problem.

„Antibiotika sind ein Segen für die Therapie von schwerwiegenden bakteriellen Infekten bei Mensch und Tier“, sagt Dr. Hierl. Ihre positive Wirkung kann aber auch Schattenseiten haben, denn Bakterien können mit dem Einsatz von Antibiotika Mechanismen entwickeln, durch die die Wirkung von Antibiotika abgeschwächt oder aufgehoben wird. „Entscheidend ist, dass Antibiotika umsichtig und verantwortungsvoll eingenommen werden. Wenn sie unnötig oder falsch eingenommen werden, kann dies zur Resistenzentwicklung und damit zu einer gesundheitlichen Gefährdung beitragen“, so Hierl.

Antibiotika sind nur bei bakteriellen Infekten wirksam.

Die meisten Erkältungskrankheiten werden aber durch Viren verursacht, gegen die Antibiotika wirkungslos sind. Antibiotika müssen streng wie verordnet eingenommen werden, die jeweilige Dosierung, Einnahmezeit und Behandlungsdauer müssen genau eingehalten werden. Wichtig ist dem Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes zudem, „dass der Arzt darüber informiert wird, wenn sich die erhoffte Besserung durch die Behandlung nicht einstellt.“ Auch dürfen Antibiotika, die anderen Personen verordnet wurden, keinesfalls eingenommen werden. Übrig gebliebene Antibiotika sind über den Hausmüll zu entsorgen.

Um den Einsatz von Antibiotika zu vermeiden, rät Dr. Wolfgang Hierl zur Vorbeugung: „Jeder kann selbst dazu beitragen, das Risiko einer Infektion zu verringern, indem er regelmäßig und gründlich die Hände wäscht, sich die empfohlenen Schutzimpfungen verabreichen lässt, in die Armbeuge niest oder hustet, sich ausreichend und regelmäßig an der frischen Luft bewegt und gesunde, vitaminreiche Kost zu sich nimmt“.

 

 

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3 Gedanken zu „Resistenzen mehr und mehr ein Problem

  1. Was meines Erachtens als Info dazugehört bei diesem Hinweis zum Antibiotikaeinsatz ist der Bereich Tiermast.
    Der Verbraucher sollte auch auf Tierische Nahrung verzichten die einen vorbeugenden Antibiotikaeinsatz erfordern, wie z. B. in der Geflügel- und Schweinemast sowie im Bereich der Fischmast.
    Die bäuerliche Landwirtschaft und die Biobetriebe bieten nach dem Motto, weniger ist Mehr und noch dazu gesünder gerade vor dem Weihnachtsfest ohne Antibiotika produzierte Lebensmittel an. Frei nach dem Motto der Mensch ist was er isst.
    Lorenz Huber

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    1. Zum Thema Fischmast muss man „Marine Harvest“ googlen. Dieser Konzern ist der größte Massentierhalter der Welt. In Chile kippt er im Jahr 600t Antibiotika in die Käfige. Anfang Juli sind aus einer chilenischen Anlage 700.000 mit Antibiotika behandelte Lachse ausgekommen.

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    2. Diana Bachinger

      Das Problem bei dem Thema ist doch, dass keiner zugibt dass seine Tiere zur Mast und als Vorbeugung Antibiotika bekamen. Wie soll der Endverbraucher da entscheiden was er noch kaufen soll, darf oder will?

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