Reiserückkehrer, die Sorgenkinder!

Appell des Gesundheitsamtes - Stadt Rosenheim weiter knapp vor 35er-Grenze - Die Corona-Fallzahlen aller Gemeinden

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Die Grafik zeigt es deutlich: Die Reiserückkehrer sind die Sorgenkinder. Seit dem letzten Freitag wurden dem Gesundheitsamt 42 neue Corona-Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim offiziell gemeldet. Das heißt es heute Mittag aus dem Landratsamt. Das bedeutet eine erneute Zunahme der wöchentlichen Fallzahl gegenüber der Vorwoche (30 Fälle). Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten sieben Tage) liegt mit Stand vom heutigen Freitag 0 Uhr für die Stadt Rosenheim bei 33,16 – knapp vor dem 35er-Grenzwert des Freistaates Bayern (wir berichteten). Für den Landkreis Rosenheim: 8,05 …

Bisher sind insgesamt 2951 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 2372, Stadt: 579). 222 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 199, Stadt: 23).

Zwei COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt.

Viele beliebte Urlaubsziele der Deutschen stehen in der Liste der Corona-Virus-Risikogebiete des Robert Koch-Instituts. Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim fordert die Reisenden auf, diese Liste zu beachten.

In einem Merkblatt weist die Gesundheitsbehörde zudem auf die Regelungen der Bayerischen Einreisequarantäneverordnung hin. Sie regelt unter anderem, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten für 14 Tage in häusliche Quarantäne müssen. Dieser Zeitraum lässt sich verkürzen, zum Beispiel wenn sich Urlauber in den letzten 48 Stunden vor der Rückkehr noch im Urlaubsland oder unmittelbar nach der Einreise am Grenzübergang, am Flughafen oder beim Hausarzt testen lassen. Die häusliche Quarantäne ist dann nur bis zum Vorliegen eines negativen Ergebnisses notwendig.

Seit dem 8. August ist bundesweit die Regelung in Kraft getreten, dass Personen, die aus Risikogebieten in die Bundesrepublik Deutschland einreisen, bis zu 14 Tage nach Einreise auf Anforderung des zuständigen Gesundheitsamtes ein ärztliches Zeugnis über eine Testung auf das Coronavirus vorlegen müssen. Personen, die kein solches Zeugnis vorlegen können, sind verpflichtet, eine ärztliche Untersuchung zu dulden.

Die Rosenheimer Gesundheitsbehörde fordert alle Bürgerinnen und Bürger in Stadt und Landkreis Rosenheim auf, sich nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet umgehend per E-Mail unter gesundheitsamt@lra-rosenheim.de zu melden.

Um mögliche Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrechen zu können, ist dem Gesundheitsamt die telefonische Erreichbarkeit besonders wichtig.

Zu den Risikogebieten gehören derzeit etliche europäische Staaten wie zum Beispiel Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo oder Serbien, einige Gebiete in Bulgarien, Kroatien, Spanien und Rumänien sowie Antwerpen in Belgien. Darüber hinaus listet das Robert Koch-Institut auch zahlreiche beliebte Reiseländer auf wie Ägypten, Türkei oder USA auf.

Das Merkblatt zu den Regelungen der Bayerischen Einreisequarantäneverordnung ist auf der Startseite von www.landkreis-rosenheim.de im Aushang „COVID-19“ zu finden.

Seit dem 30.07. wird Einreisenden auch an der Autobahn A93 die Möglichkeit einer Testung angeboten. Am 19.08.2020 ist die Teststation an den Rastplatz Heuberg umgezogen. Die Tests werden sehr rege in Anspruch genommen.

Leider ist es in der Vergangenheit aus technischen Gründen teilweise zu deutlichen Verzögerungen bei der Befundübermittlung gekommen. Bisher wurden alle positiv Getesteten, die dem Rosenheimer Gesundheitsamt durch das untersuchende Labor gemeldet wurden, unverzüglich informiert und in häusliche Quarantäne geschickt.

Dem jeweils zuständigen örtlichen Gesundheitsamt wurde der jeweilige Fall zur weiteren Bearbeitung weitergeleitet. Auch alle negativen Befunde wurden umgehend entweder per Serienbrief oder – wenn die Adresse nicht angegeben war – telefonisch übermittelt.

Seit dem 13. August – wir berichteten – hat das untersuchende Labor die Ergebnismitteilung übernommen. Nach Rückmeldungen von Reisenden funktionieren die Prozesse am Testzentrum einwandfrei und Testergebnisse können von den Getesteten zeitnah abgerufen werden.

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass zunehmend Erkrankungsfälle an COVID-19 bei Bürgerinnen und Bürgern in Stadt und Landkreis Rosenheim auftreten, die aus dem Ausland zurückgekehrt sind. Insbesondere bei der Stadt Rosenheim wird dies deutlich: Vom 1. bis zum 19. August wurden für die Stadt Rosenheim 34 neue Erkrankungsfälle registriert, davon waren 28 Personen (= 82 Prozent) Reiserückkehrer.

Allein in den letzten sieben Tagen wurden 19 Reiserückkehrer positiv getestet. Dies führt dazu, dass der Wert der 7-Tage-Inzidenz,  das heißt der Zahl an Neuerkrankungen in den letzten sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner, für die Stadt Rosenheim auf 33,2 angestiegen ist.

Der Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Hierl:

Alle positiv getesteten Reiserückkehrer wurden durch das Gesundheitsamt umgehend über das Testergebnis informiert, sobald uns der Befund vorlag. Bei den Erkrankten und ihren engen Kontaktpersonen wurde umgehend eine häusliche Quarantäne angeordnet. Derzeit sind alle erforderlichen Maßnahmen veranlasst. Das Gesundheitsamt beobachtet und analysiert die Lage sehr genau.

Und hier die Fallzahlen der einzelnen Gemeinden im Landkreis Rosenheim, die das Landratsamt wie immer jeden Freitag meldet:

 

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10 Kommentare zu “Reiserückkehrer, die Sorgenkinder!

  1. Interessant wäre auch, wieviele der positiv getesteten Reiserückkehrer schon bei Urlaubsantritt (unwissentlich) infiziert waren

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    1. Jeder Virus hat ein kleines Fähnchen, damit man weiß, woher er kommt… 🙂

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  2. Naja, wenigsten hat man jetzt wieder jemanden gefunden, auf den man drauf hauen kann.

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  3. … sehr interessant wäre auch die Prozentzahl, die angibt, wieviele Tests bei Reiserückkehrern durchgeführt wurden, erst dann haben die 82% Anteil Aussagekraft…
    Wenn allerdings 80% der Tests bei Reiserückkehrern durchgeführt wurden…

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  4. Die Faktenlage in Sachen “Reiserückkehrer”, und dem Zusammenhang steigender Infektionszahlen, ist schlicht eine Tatsache! Ob NRW oder jetzt Bayern. Sehe nicht im Ansatz wo da auf jemanden “draufgehauen” wird.

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  5. … ich wage zu widersprechen…

    Eine Tatsache wäre es, wenn die Zahlen in Relation zu den Testgruppen gesetzt würden.
    Wenn z.B. fast ausschließlich Rückkehrer getestet werden, dann lassen die Zahlen keinen Rückschluss zu.
    Wenn je 50% daheim gebliebene und Rückkehrer gestetet wurden, dann schon…
    Statistik ist gar ned so schwer, bedarf aber Basisdaten, die entsprechend transparent gehalten sind und somit Rückschlüsse erlauben….

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    1. Sehr guter Ansatz, da denkt jemand mit.
      Und ich möchte noch ergänzen, das ca. 1,4% falsch positiv sind.
      Bereits bei ca. 2000 Tests bei Reiserückkehrern wären das ca. 28 Personen …

      Kommentar v.d.Red. gekürzt.

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  6. Es zeigt sich, dass hinter der präpotenten Ankuendigungspolitik von H Söder und der verwaltungstechnischen Realität eine riesen Lücke klafft.
    Die Bayer. Behörden sind in dem IT Status des letzten Jahrtausends.
    Mit vielen Milliarden in Beton konnten viele Wähler weit besser wohlgestimmt werden, als mit modernen Verwaltungsprozessen, smart Administration und hocheffiziente IT, Informations Technologie.
    Das gleiche gilt übrigens auch für Digital Learning.
    Am Flughafen in Wien wird bei der Einreise die Bord Karte gescannt, abgestrichen und spaetesten nach 6 Stunden hat man das Testergebnis per Email.
    Wir stellen wieder ein Paar tausend Beamte ein, die mit Bleistift und Fax arbeiten.
    Und an den Autobahn Grenzen machen jetzt private “Dienstleister” aus dem nahen und fernen Osten ihr Geschäft.
    Aber Hauptsache Frau BÄR träumt weiter vom Flugtaxi mit 5G.

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  7. Gute Frage Barbara….???
    Es hört sich immer so an, als hätten sie sich im Ausland was eingefangen…..

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  8. Die Kompetenz des Gesundheitsamtes zeigt sich auch schon in der Grafik und im Text. Wieder einmal werden Bezeichnungen bunt durcheinander gewürfelt, indem von “bestätigten COVID-19-Fällen” die Rede ist.
    Und positiv auf SarsCov2 ist nicht das Gleiche, wie eine Erkrankung an COVID-19.
    Den Unterschied sollten mitlerweile doch alle kennen.
    Ist bei HIV-positiv und “an AIDS erkrankt” ja genauso.

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