Polizei sammelte die Handys ein

Rechte Hetze: Ermittlungen gegen Neuntklassler des Gymnasiums Grafing

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Die Polizei kam jetzt in die Schule und beschlagnahmte die Handys: Wegen des Verdachts auf Volksverhetzung in einem Klassenchat ermittelt die Polizei gegen Schüler des Gymnasiums Grafing im Nachbar-Landkreis Ebersberg. Laut Polizei umfasste der Chat einer neunten Klasse mehrere Dutzend Teilnehmer – gepostet wurden offenbar menschenverachtende, rassistische Äußerungen und Fotos von verfassungsfeindlichen Symbolen. Die Schulleitung hat mit Bestürzung zu dem Fall reagiert und einen Elternbrief herausgegeben.

Erst seit einer Woche ist es offiziell: Das Gymnasium Grafing wird künftig den Namen des berühmten Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer tragen! Mit der Benennung wolle das Gymnasium gerade in Zeiten, in denen der Rechtsradikalismus zunehme, ein wichtiges Zeichen setzen, so die Begründung vor wenigen Tagen.

Und das schreibt die Schule dazu auf ihrer Homepage:

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus ist dem Wunsch der Schulgemeinschaft nachgekommen, dass das „Gymnasium Grafing“ neben dieser amtlichen Bezeichnung ab dem 1. Januar 2020 den Namen Max-Mannheimer-Gymnasium Grafing tragen darf.

Die Initiative zur Namensgebung kam von den Schülerinnen und Schülern, die Max Mannheimer persönlich erlebt haben. Aber auch Schülerinnen und Schüler, die ihn nicht mehr persönlich kannten und die eine der jedes Jahr stattfindenden Lesungen „Spätes Tagebuch“ gehört haben, sind zu mir gekommen und haben angeregt und fragten immer wieder nach, wann eine Namensergänzung Wirklichkeit werden kann. Es war ihnen ein großes Anliegen, das, was ihnen Max Mannheimer aufgrund ihrer Erfahrung mit ihm bedeutete – oder das, was sie über ihn gehört haben – auch künftigen Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Grafing weiterzugeben.

Bevor der Wunsch für eine Namensgebung dem Ministerium vorgelegt wurde, lag die Zustimmung aller schulinternen Gremien mit Vertretern des Lehrerkollegiums, der Elternschaft und der Schüler sowie die des Landrates des Landkreises Ebersberg vor.

1986 hat Max Mannheimer erstmals in seinem Leben vor Schülerinnen und Schülern gesprochen und ist dazu an das Gymnasium Grafing gekommen. Bis 2016 war Max Mannheimer regelmäßig Gast an unserer Schule; er hat das Gymnasium Grafing 32-mal besucht.

Den Schülerinnen und Schülern hat er mit seiner außergewöhnlichen, lebensbejahenden Haltung bewusst gemacht, dass er es für geboten hält, das Leben und seine Herausforderungen – und seien sie noch so grausam – mit Kraft und Mut anzupacken und sich für ein Miteinander aller Menschen zu engagieren.

Max Mannheimer war der Inbegriff für Warmherzigkeit und echte Freundschaft, Haltung und Humor, Kampfgeist und Geradlinigkeit, Güte und unerschütterlichen Lebensmut. Seit seinem Tod am 23. September 2016 ist die Erinnerung an ihn durch Ausstellungen und Lesungen am Gymnasium Grafing lebendig. Darüber hinaus fahren die Schülerinnen und Schüler aus unseren 10. Klassen in jedem Jahr in das Max Mannheimer Studienzentrum nach Dachau.

Mit Max Mannheimer erhält unsere Schule einen Namensgeber, mit dem das Gymnasium Grafing in besonderem Maße verbunden ist. Seine beispielhafte Haltung und seine Lebensleistung können den Schülerinnen und Schülern, deren Eltern und den Lehrkräften als überzeugendes Vorbild dienen. Dieser Wertebezug offenbart zudem ein wichtiges Element unseres Schulprofils.

Ein glücklicher Zufall wollte es, dass die Verleihung des Schulnamens mit der nun abgeschlossenen Erneuerung unseres Schulgebäudes zusammentrifft.

Am 17. Januar 2020 wird der teilgeneralsanierte Gebäudekomplex durch den Landrat des Landkreises Ebersberg, Herrn Robert Niedergesäß, übergeben.

Die Übergabe der Urkunde für die Namensergänzung wird Herr Staatsminister Prof. Dr. Michael Piazolo an diesem Tag persönlich vornehmen. Zu den Gästen gehören auch Frau Dr. h.c. Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde von München und Oberbayern, und Herr Dr. Ludwig Spaenle, der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung.

Quelle: Gymnasium Grafing

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Ein Kommentar zu “Polizei sammelte die Handys ein

  1. Einfach nur strohdumm. Hoffentlich folgen außer dem Elternbrief noch weitergehende Maßnahmen?

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