Polizei greift gegen „Autoposer“ durch

Zahlreiche Delikte auf den heimischen Straßen - Auch viele Raser gestoppt

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Die Rosenheimer Polizei konnte in den letzten zwei Monaten drei verbotswidrige Kraftfahrzeugrennen feststellen, mit teils gravierenden Folgen für die Fahrzeugführer, da die Fahrzeuge und die Führerscheine sichergestellt wurden. Über zehn Fahrzeuge wurden wegen zum Teil erheblichen technischen Mängeln aus dem Verkehr gezogen. Die Autos waren vom Besitzer „getunt“ und „aufgemotzt“, dass die Betriebserlaubnis erloschen war. Im Rahmen von Lasermesskontrollen wurde eine hohe Anzahl von Autofahrern angehalten, da die Geschwindigkeit teils so weit überschritten wurde, dass Fahrverbote die Folge für die Lenker waren.

Fest steht, dass die Rosenheimer Polizeiinspektion weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der „Autoposer“ und „Raser“ ergreifen wird. Der Leiter der Rosenheimer Inspektion, Polizeidirektor Klarner, kündigt schon jetzt weitere Kontrollen und konsequentes Handeln an. Geschwindigkeit ist weiter eine der Hauptunfallursachen. Robert Maurer, Medienbeauftragte der Rosenheimer Inspektion und federführend mit der Planung zur Bekämpfung des „Rasens“ beauftragt, untermauert seinen Dienststellenleiter: „Abends sind aktuell auf den Straßen weniger Autofahrer feststellbar und möglicherweise nutzen die Poser diese Situation der freien Straßen für ihr nicht nachvollziehbares Handeln aus.”

 

 

Zwei Beispiele:

Beamte der Rosenheimer Polizei stellten am vergangenen Samstag abends im Bereich der Miesbacher Straße einen BMW-Fahrer fest. Der 48-jähriger Mann aus Kolbermoor beschleunigte seinen BMW immer wieder stark, musste dann aber verkehrsbedingt immer wieder abbremsen. Der BMW befuhr dann die Miesbacher Straße in Fahrtrichtung Stephanskirchen – bei erlaubten 70 km/h mit  rund 120 km/h. Die Beamten konnten dann feststellen, wie der BMW auf einen vor ihn fahrenden Pkw aufschloss, die Geschwindigkeit nochmals deutlich erhöhte und versuchte, den vor ihm Fahrenden zu überholen. Da Gegenverkehr kam, wurde der Überholvorgang abgebrochen. Die Fahrt ging dann nach Stephanskirchen weiter und im Bereich der Äußeren-Salzburger-Straße überholte der BMW-Fahrer mehrere andere Autofahrer innerhalb der Ortschaft bei erheblicher Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Anschließend fuhr der BMW-Fahrer weiter in Richtung Prutting, wobei die Geschwindigkeit rund 200 km/h betrug und die Polizei die Verfolgung daraufhin zunächst beendete. Am Ortseingang von Prutting reduzierte der Autofahrer seine Geschwindigkeit aufgrund anderer Verkehrsteilnehmer und wurde dann von der Polizei gestoppt. Aufgrund eines verbotswidrigen Kraftfahrzeugrennens wurde der Führerschein nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft sichergestellt.

 

Beamte der Rosenheimer Polizei befanden sich am Sonntag in den frühen Morgenstunden mit einem zivilen Dienst-Fahrzeug im Bereich der Panger Straße in Fahrtrichtung Aisinger Straße, als sich von hinten mit hoher Geschwindigkeit ein Nissan und ein Mini näherten. Der Nissan versuchte dabei immer wieder, den Mini zu überholen. Bei einem weiteren Versuch fuhr der Nissan über eine längere Zeit neben dem Mini auf der Gegenfahrbahn und näherte sich dabei einer Verkehrsinsel. Der Nissan konnte nicht mehr einscheren und fuhr deshalb an der Verkehrsinsel aus seiner Fahrtrichtung gesehen links vorbei, musste sich aber wieder hinter dem Mini einreihen. Am Kreisverkehr der Brannenburger- /Aisinger Straße bog das Dienst-Fahrzeug ab, schwenkte wieder ein, um die Fahrzeuge sofort einer Kontrolle zu unterziehen. Die beiden Autofahrer gaben aber „Gas“ und befuhren die Aisinger Straße mit rund 90 km/h statt der erlaubten 50 km/h. Auf Höhe der Mangfallstraße setzte der Nissan erneute zum Überholen an, fuhr an der dortigen Verkehrsinsel ebenfalls links vorbei und erneut fuhren beide Fahrzeug weiter mit rund 90 km/h. An der Ampelanlage zur Miesbacher Straße konnte die Polizei die beiden Fahrer stoppen, da für beide Rotlicht gegeben war. Zuvor wurde von den Beamten aber festgestellt, dass sich beide Autofahrer über die geöffneten Fenster ein Wortgefecht lieferten, der Fahrer des Nissans seinem Gegenüber den Mittelfinger ausstreckte. Der Fahrer des Mini, ein 21-jähriger Raublinger, und der gleichaltrige Fahrer des Nissan, auch er stammt aus Raubling, wurde eröffnet, dass gegen sie ein Strafverfahren wegen eines verbotswidrigen Kraftfahrzeugrennens eingeleitet wird.  Die Führerscheine wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft sichergestellt.

 

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