Polizei fahndet nach Radlfahrerin

Gestern bei Laiming nahe Griesstätt: Verursachte Frau Unfall zwischen zwei Pkw und radelte weiter?

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Eine Unfallflucht bei Laiming in der Gemeinde Griesstätt meldet die Polizei heute Morgen: Gestern wollte auf der dortigen Staatsstraße ein 24-jähriger BMW-Fahrer eine  Radlfahrerin den Berg abwärts überholen – in Richtung Griesstätt. Die etwa 40- bis 50-jährige Frau machte laut BMW-Fahrer plötzlich mit ihrem Fahrrad eine große Lenkbewegung nach links, genau in dem Moment, als er mit seinem Auto an ihr vorbeifahren wollte. Der junge Autofahrer musste mit seinem Pkw eine Vollbremsung hinlegen …

… dabei jedoch verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug, das so mit der Fahrzeugfront über die Mittellinie geriet. Genau in diesem Augenblick fuhr da gerade eine 33-Jährige mit ihrem Pkw. So kam es zum Zusammenstoß der beiden Autos.

Zum großen Glück wurde niemand verletzt. Der Sachschaden aber beläuft sich auf 4000 Euro.

Die Fahrradfahrerin blieb von allem unberührt im wahrsten Sinne des Wortes – sie radelte kräftig weiter in Richtung Griesstätt, obwohl deutliches Reifenquietschen sowie ein Zusammenprall der beiden Pkw zu hören hätte sein müssen, so die Polizei heute.

Personen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallhergang und/oder zur Fahrradfahrerin geben können, werden gebeten, sich unter 08071/9177-0 bei der Polizeiinspektion Wasserburg zu melden.

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10 Kommentare zu “Polizei fahndet nach Radlfahrerin

  1. Da ein Auto beim überholen eines Fahrrades einen Mindestabstand einhalten muß, darf er bei Gegenverkehr eigentlich nicht überholen, weil er den Abstand nicht einhalten kann. Ein bergabfahrender Fahhradfahrer ist meist flott unterwegs. Daraus lässt sich schlußfolgern, dass der BMWfahrer erstens den Abstand nicht einhalten wollte und zweitens womöglich zu schnell war. Hätte der Radfahrer in den Graben fahren sollen, damit der Abstand beim überholen eingehalten wird? Wer viel mit dem Rad unterwegs ist kennt diese brenzligen Situationen. Wir brauchen dringend ein besser ausgebautes Radwegnetz damit es zu solchen Situationen nicht kommt.

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    1. Die Fahrerflucht ist natürlich trotzdem nicht ok. Aber mal kurz nachgemessen und -gerechnet, um die Aussage der Wasserburgerin zu stützen: die Straße ist an dieser Stelle laut Bayernatlas 7,0 m breit, die Fahrspur damit 3,50 m. Ein Fahrrad ist im Schnitt gut 0,7 m breit, außerorts müssen laut neuer StVO 2,0 m Abstand beim Überholen eingehalten werden. Selbst wenn die Radfahrerin ganz rechts gefahren wäre und keine Lenkbewegung gemacht hätte, hätte der BMW schon 2,7 m zum rechten Fahrbahnrand einhalten müssen, hätte fürs eigene Fahrzeug also noch ganze 0,8 m auf der eigenen Fahrspur zur Verfügung gehabt.
      Die meisten BMW messen von Außenspiegel zu Außenspiegel rund 2 m. Nachdem der Fahrer aber erst durchs Verreissen beim Bremsvorgang über die Mittellinie gekommen ist, hat er zuvor maximal 1,5 m zum rechten Fahrbahnrand und wollte vermutlich(!) mit 100 km/h in einem maximalen Abstand von 0,8 m an der Radfahrerin vorbeifahren.
      Trotzdem liest sich die Pressemitteilung der Polizei schon wieder so, als wäre die Radfahrerin ganz alleine Schuld und der BMW-Fahrer wäre ihr armes, unschuldiges Opfer.

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  2. Wenn die gute Frau nicht vorhatte den Radfahren von der Straße zu schieben wäre sie so wie so mit dem Gegenverkehr in Kontakt gekommen.
    Ich verstehe also nicht was der Radler falls gemacht hat!
    Wenn der Radler wegen irgend einem Grund etwas vor sich auf der Straße ausweichen wollte (z.B. toten Igel). Muss der Autofahrer hinter ihm auch Rücksicht nehmen, oder?!

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  3. Ein 2,5 m Schlenker? Oder zu wenig Abstand?

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  4. Verkehrserzieher

    Wir brauchen langfristig eine automatische Kameraaufzeichnung aller Fahrten – mit rechtlicher Anerkennung. Dann können Fachgerichte anhand des Materials die Schuldfrage, etc. eindeutig klären und viele Fahrerfluchten wären sinnlos.

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  5. So wie ich das lese ist die Radfahrerin, “die kräftig weiterradelte”, keine Unfallverursacherin, sondern höchstens eine Zeugin. Der junge BMW-Fahrerer wollte die Radfahrerin überholen, wie ihm ein Auto entgegen kam.

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  6. Fahrerflucht ist nicht in Ordnung, un wenn man sich noch so im Recht oder unschuldig fühlt. Vermutungen, ob zu wenig Abstand, zu schnell, oder wie auch immer kann jeder aufstellen, aber es sind eben nur Vermutungen, wenn man kein Augenzeuge ist. Die Schuldfrage wird die Polizei schon klären.

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  7. Fahrerflucht kann man aber nur begehen wenn man etwas falsch gemacht hat!
    Das die Dame einfach weiter gefahren ist ist nicht in Ordnung. Sie hätte auch als Ersthelfer gebracht werden können….
    Aber nach jedem zu fahnden, der ja nur sehr unwahrscheinlich an dem Unfall Schuld sein kann ist auch etwas überzogen. (…)

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    1. Unfallflucht liegt vor, wenn sich Unfallbeteiligte unerlaubt vom Unfallort entfernen. Es kann sich also auch jemand, der am Unfall nicht schuld ist (was noch geklärt werden muss, auch wenn einiges dafür spricht), der Unfallflucht schuldig machen. “Eine Fahrerflucht kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Das Strafmaß ist vom Einzelfall abhängig.” Überzogen ist die Fahndung also keineswegs.

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    2. .. Grundsätzlich ist eine Fahrerflucht strafbar. Wer an einem Unfall beteiligt ist und sich einfach entfernt, macht sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar.
      Diese kann mit Geldstrafe oder einem Jahr Freiheitsentzug bestraft werden. Das Verhalten dieser Frau Frau finde ich ist einfach dreist und Rücksichtslos gewesen, (unabhängig von der Schuldfrage)… Bleibt die Frage, wenn Sie so unschuldig sein sollte, warum fährt Sie dann einfach weiter ??

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