Polizei entschuldigt sich bei Tierschützerin

Präsidium in Rosenheim: „Igelfüttern verstößt nicht gegen die Ausgangsbeschränkung"

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Die Polizeiinspektion Traunstein wurde dieser Tage von besorgte Hundehaltern alarmiert, die fürchteten, dass eine Frau in Siegsdorf Giftköder ausgelegt habe. Die amtsbekannte Tierschützerin konnte aber glaubhaft versichern, dass sie lediglich Igel und andere Tiere gefüttert hatte. Dennoch bekam sie ein Anzeige, weil sie nach Ansicht der Traunsteiner Beamten gegen die Ausgangsbeschränkung verstossen hatte. Doch das Polizeipräsidium in Rosenheim ruderte jetzt zurück.

Der  Vorfall in Siegsdorf, im Nachbarlandkreis Traunstein, sei im Rahmen einer juristischen Bewertung durch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd nochmals geprüft worden. Dabei habe man festgestellt, dass die Tierfreundin, die in zwei der Polizei bekannt gewordenen Fällen im Wald Futter für Igel ausgelegt hatte, nicht gegen die geltenden Ausgangsbeschränkungen des Infektionsschutzgesetzes verstoßen habe. Somit habe sie auch kein Bußgeld zu befürchten. Die Einstellung der beiden Bußgeldverfahren bei der zuständigen Verfolgungsbehörde werde seitens der Polizei veranlasst.

Rosenheims Polizeivizepräsidentin Eva Schichl meldete sich heute telefonisch bei der Betroffenen und drückte ihr Bedauern über den Vorfall aus. Die Frau freute sich sehr über den Anruf und die Mitteilung zum Ergebnis der rechtlichen Überprüfung durch das Polizeipräsidium.

Polizeipräsident Robert Kopp: „Die Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd führen seit 21. März tagtäglich tausende von Kontrollen zur Überwachung der Ausgangsbeschränkung unter einer sich ständig fortentwickelnden Lage durch und haben dabei Augenmaß und viel Fingerspitzengefühl bewiesen. Dass es in diesem konkreten Fall nun zu einer Fehleinschätzung gekommen ist, bedauern wir ausdrücklich.“

 

 

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