Polizei bei Partys gefordert

Mehrere Verstöße gegen Infektionsschutz machen nächtliche Einsätze nötig

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Zu mehreren Partys und Zusammenkünften, bei denen gleich mehrfach gegen die geltenden Infektionsschutzvorschriften verstoßen wurde, ist die Polizei im Laufe des gestrigen Freitagabend im südlichen Oberbayern gerufen worden. Das meldet das Polizeipräsidium in Rosenheim. In Burghausen, Bad Reichenhall und Waldkraiburg schritten die Beamten ein und zeigten mehrere Personen an.


Um kurz vor 18 Uhr wurden Bedienstete der Sicherheitswacht Burghausen auf eine Zusammenkunft mehrerer Jugendlicher und Heranwachsender in einer Unterführung in der Marktler Straße aufmerksam. Die hinzugerufene Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Burghausen traf insgesamt 16 Personen im Alter von 13 bis 20 Jahren an, die sich in der Unterführung zu lauter Musik und zum Alkoholkonsum getroffen hatten. Alle Personen stammten aus unterschiedlichen Haushalten und verstießen gegen die allgemein gültigen Hygienevorschriften. Sie trugen überwiegend keinen Mund-Nasen-Schutz und hielten sich nicht an die Einhaltung der Mindestabstände. Gegen 15 Personen wird eine Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz beim Landratsamt Altötting vorgelegt.

Gegen 22:40 Uhr erreichte die Polizeiinspektion Bad Reichenhall eine Mitteilung über mehrere alkoholisierte und lärmende Jugendliche im Karlspark. Die Polizisten trafen sechs Personen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren am Einsatzort an. Ähnlich wie in Burghausen hatten sich die Jugendlichen und Heranwachsenden zu lauter Musik und zum Alkoholkonsum getroffen. Die Park-Party wurde aufgelöst. Alle Beteiligten wurden nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt. Über die Verhängung eines Bußgelds entscheidet das Landratsamt Berchtesgadener Land als zuständige Verfolgungsbehörde.

Zu einer Zusammenkunft von mehreren Personen in einer Wohnung in der Porschestraße von Waldkraiburg wurde die örtliche Polizeidienststelle um kurz vor Mitternacht von einem Anwohner gerufen. Bei der Überprüfung vor Ort stellten die Beamten von außen eindeutige Geräusche fest, die auf ein größeres Treffen in der mitgeteilten Wohnung hindeuteten. Noch im Treppenhaus kam den Polizisten ein weiterer Gast unter, der noch in die besagte Wohnung wollte. Tatsächlich stellte die Streifenbesatzung dann zehn Personen in der Wohnung eines 19-Jährigen fest, die alle aus unterschiedlichen Haushalten stammten und der Einladung des Heranwachsenden gefolgt waren.

Über einen Balkon flüchteten zunächst zwei Personen ins Freie. Das Treffen wurde von der Polizei beendet und alle Beteiligten im Alter von 19 und 29 Jahren angezeigt.

Kurze Zeit später wandte sich erneut ein Anwohner an die Polizeiinspektion Waldkraiburg. In der gleichen Wohnung wurde die Party nun von vier Personen fortgesetzt. Die Polizei schritt wieder ein und setzte dem Treiben ein Ende.

Beim Verlassen der Einsatzörtlichkeit stießen die Beamten im Nahbereich schließlich nochmal auf vier Beteiligte des ersten Einsatzes, die sich wieder getroffen hatten. Außerdem kam noch eine 20-jährige Frau hinzu, die am Bein blutete und diese Wunde offensichtlich von der vorherigen Flucht aus der Wohnung über den Balkon davongetragen hatte. Aufgrund des wiederholten Treffens nahmen die Polizisten weitere Anzeigen auf.

Bei der geschilderten Flucht vom Balkon waren die 20-Jährige und ihr später ermittelter gleichaltriger Begleiter auf eine darunterliegende Balkonüberdachung gesprungen, die dabei zu Bruch ging. Für den entstandenen Schaden werden die beiden Heranwachsenden nun zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen.

Die Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz werden dem zuständigen Landratsamt Mühldorf am Inn zur Entscheidung über die Verhängung von Bußgeldern übersandt.

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20 Kommentare zu “Polizei bei Partys gefordert

  1. Als 20-jährige/er ist man also noch “Heranwachsender”? Das würde ich als “junger Erwachsener” bezeichnen – mit all den Konsequenzen, die damit verbunden ist. Auf der einen Seite diskutiert man über ein mögliches Wahlrecht ab 16 – das ich persönlich befürworte – , auf der anderen Seite liest man hier von einem Verhalten, das nur auf den ersten Blick zum Schmunzeln animiert.

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    1. Johannes Schmidtmüller

      Da man bist zum 21 Lebensjahr noch nach Jugendstrafrecht verurteilt werden kann ist man bis dahin noch ein Heranwachsender… wenn auch hier die geistige Reife nicht der körperliche Zustand gemeint ist.

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  2. Wenn “diese” Jugend unsere Zukunft sein soll, schmerzt mich jeder Euro Steuergeld, das ich seit Jahrzehnten ableiste, welches auch in diese Richtung fließt …

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    1. Das haben meine Eltern früher auch gesagt …. und sind heute wohl ganz zufrieden mit dem Ruhestand, den ich mit meinen Abgaben – sehr gerne – finanziere.

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      1. Mit meinen einbezahlten Rentenbeiträgen habe ich mir meinen Ruhestand locker selbst finanziert.
        Und wenn man heute schaut, wieviele prozentual jemals in die Rentenkasse einzahlen werden, kann ich hierüber nur lächeln…

        Studiert bis 35,5 und dann keinen Job annehmen können, da überqualifiziert, oder Burnout…

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        1. Schade, dass Sie solch schlechte Erfahrungen mit ihren Kindern bzw. Bekannten gemacht haben. Ich habe das bei meinen Kindern bzw. im Bekanntenkreis anders erlebt. Die zahlen mehr als üppig in die Rentenkasse ein. … reicht sicher für Sie und mich.

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        2. Johannes Schmidtmüller

          Dass so unser Rentensystem nicht funktioniert, ist immer wieder müßig zu erklären.
          Niemand zahlt für seine Rente ein, das war noch nie so und wird sich erst mit der kompletten Umstellung auf ein Privatsystem ändern (siehe Riesterrente etc.).

          Bis dahin einfach mal den Ball flach halten mit dem Gejammere.

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  3. @ Tanja:
    Zensur? Welches Problem gibt es mit dem Kommentar von Wolfgang?

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  4. Kein Problem liebe Tanja,schliesse mich ihnen an!

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  5. Schaut mal in den Spiegel, seht ihr euren Heiligenschein?
    Natürlich habt ihr in eurer Jugend immer alles richtig gemacht und nie über die Stränge geschlagen. Hauptsache immer auf die Jugend schimpfen, das gabs zu meiner Zeit auch schon.
    Immer sind die Anderen die Schuldigen.

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  6. Es sollte sich jeder an die eigene nase fassen, früher hat jeder gefeiert und freunde eingeladen, wenn du dieser heit über 6monate nichts mit feiern gewesen wäre,hätte sicher jeder auch gefeiert,als erwachsener,ich bin selber einer, redet man sich da leicht mit aussagen wie, wie können die jungen leute nur feiern, einem selber hat es ja nicht erwischt.

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  7. Ist aber auch eine Situation wie sie so noch nicht da war!
    Und da kann man von den jungen ,, Erwachsenen ” auch schon mal verlangen,ihr feiern einzuschränken!

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  8. Servus

    Da werden drei Partys auf ca. 300.000 Einwohner aufgelöst und Leute flippen aus…

    Ich bin froh, das ich in dieser Zeit nicht mehr jung bin. Es fällt einem leichter mit seiner Familie zuhause zu bleiben als als Single.

    Grüße Benjamin

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  9. Sorry Leute, aber das verstehe ich nicht! Weshalb muss jetzt unbedingt gefeiert werden und Freunde getroffen werden – egal, in welchen Alter?

    Denkt mal drüber nach – uns geht’s allen gut.

    Niemand muss hungern, jeder hat ein Dach über dem Kopf. Was hätten unsere Großeltern im Krieg gemacht? Denen war nicht zum Feiern zu Mute, sie wussten nicht, ob der Sohn oder Ehemann jemals lebend zurück kommt.

    Sie wussten auch nicht, was sie essen sollten.
    Und jetzt gibt’s wirklich Leute, die meinen, sie müssen demonstrieren, in den Urlaub fahren oder Party feiern…

    Ist es so schlimm, darauf mal … zu verzichten?

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  10. Liebe Tanja sie kapieren unser Renten System nicht.
    Nicht sie bezahlen für ihre Rente ein sondern für die aktuellen Rentner und Rentnerinen.

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    1. Genau. Und meine Eltern haben für mich früher Geld für Kleidung, Nahrung, Schule, Studium Hobbys etc. ausgegeben.
      Also nur fair, dass sie im Alter dann etwas von mir bekommen. Geben und Nehmen. Ist immer das Gleiche.

      Und wer sich jetzt darüber aufregt, dass er Geld für die jetzige Rentnergeneration bezahlen muss, der sei dann aber auch bitte so konsequent und setze keine Kinder in die Welt, die dann einmal für seine/ihre Rente aufkommen müssen.

      Im Übrigen geht´s in dem Artikel gar nicht um Rentenbeiträge, sondern darum, dass die Kontaktminimierung unterwandert wurde.

      Und da gibt´s ein sehr probates Mittel, um die Herrschaften, egal, welchen Alters, auf den “Pfad der Tugend” zurückzuführen:
      Geldbußen, dass es gerade so rauscht.

      Erst der Griff in den Geldbeutel scheint weh zu tun.

      Und mit den dadurch erworbenen Einnahmen könnte man sozialen Einrichtungen etwas Gutes tun.

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  11. Liebe Leute, bitte beachtet, dass keiner von uns weiß, inwiefern sich die Pandemie zukünftig verhalten wird und dass richtig oder falsch der Maßnahmen sich erst rückblickend zeigen wird.

    Jeder, der was anderes behauptet, stellt sich über die Meinung von Experten, denn selbst die wissen es nicht, in der Politik und unter Wissenschaftler herrscht aktuell kein Konsens, auch der Gesetzgeber hat oft eine unterschiedliche Auffassung.

    Daher kann keiner aktuell aus dem Volk behaupten, das Richtige oder Falsche zu tun, was jetzt zählt ist gesunder Menschenverstand.

    Und wenn ein Jugendlicher beispielsweise seinen 18 ten Geburtstag im Freien bei Minus-Temperaturen feiern möchte, sollte man nicht zu schnell darüber urteilen, ob richtig oder falsch.

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  12. In der Jugend sich die Hörner abstoßen, damit man nun brav die (hohen) Steuern und Rentenbeiträge zahlen kann. Macht doch alle glücklich 🙂

    Und bzgl. Zukunft “rebellischer” Jugendlicher: Ausnahmen bestätigen die Regel, dass viele, die damals aus der Reihe tanzten, heute erfolgreicher sind als diejenigen, die immer alles auswendig gelernt haben, was ihnen vorgesetzt wurde! Bestes Beispiel sind die Selbstständigen (z.B. Handwerker) oder auch StartUp-Gründer, die mit ihrem unternehmerischen Risiko Arbeitsplätze schaffen in der Region!

    just my two cents…

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  13. Ein Herr Joschka Fischer hat 1973 einen Polizisten mit der Faust geschlagen, hat öffentlich zugegeben das er linksradikal und militant war und ist dann Aussenminister und Vize-Kanzler geworden.
    Mann kann schon viel Wind um die ganzen Partys machen, aber ich habe das Gefühl das die “Älteren” als Jugendlichen nicht besser waren als die jetzige Jugend.

    “Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.” (Sokrates, also ca. 400 Jahr vor Christus)

    Im großen und ganzen halten sich doch wirklich die Mehrheit an die Regeln. Ich verstehe nicht warum so viel Energie und Augenmerk hier in den Kommentaren auf die paar Prozent gelegt wird wo es nicht läuft. Das ist typisch “Deutsch” Überall da hinschauen wo noch einer einen Fehler gemacht hat, wo jemand gegen die Regeln verstoßt.

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