Pack ma’s, Soyen: Erste Sitzung mit Thomas Weber

Berührende Geste von Karl Fischberger an seinen Nachfolger: Selbst geschmiedeten Rathaus-Schlüssel übergeben

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Peter Müller als ältester anwesender Gemeinderat gebührte die Aufgabe, den nun seit wenigen Tagen amtierenden, neuen Soyener Bürgermeister Thomas Weber den Diensteid abzunehmen. Der kürzlich verstorbene Altbürgermeister Hans Zoßeder hatte bereits im Jahr 1975 eine Amtskette gestaltet und anfertigen lassen. Bislang im Besitz von Karl Fischberger (rechts) überreichte dieser die Kette feierlich an seinen Nachfolger Thomas Weber. Eine besonders schöne Geste zeigt unser Foto: Auch symbolisch übergab Karl Fischberger das Rathaus nun an Thomas Weber (links) – eigens mit einem von ihm selbst geschmiedeten Schlüssel …

So schaut der neue Soyener Bürgermeister ohne Maske aus: Thomas Weber. Foto: Gemeinsamen Wählerliste Soyen

Der Zusatz konstituierend (gründend, aufbauend) beschreibt bereits die Besonderheit der Sitzung: Hier trafen erstmalig die Räte der neuen Legislaturperiode 2020-2026 offiziell zusammen. Der neu gewählte Bürgermeister Thomas Weber eröffnete die Sitzung und begrüßte alle Anwesenden, insbesondere seinen Vorgänger Karl Fischberger.

Er stellte zunächst fest, dass die Turnhalle so bestuhlt sei, dass die Anwesenden einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten können – ebenso eventuelle Gäste. Schutzmasken wurden verteilt, sofern sie nicht mitgebracht wurden.

Eine konstituierende Sitzung und damit der Beginn der Legislaturperiode eines neu gewählten Gremiums bedürfen normalerweise sicherlich eines würdigeren Rahmens, leider lassen es die derzeitigen Umstände nicht zu, bedauerte Bürgermeister Thomas Weber. Und weiter sagte er: In Bewusstsein um diesen besonderen Anlass mögen die Anwesenden sich bitte nicht durch den für Sitzungen ungewöhnlichen Ort, die damit verbundene einfache Ausstattung sowie die vorgeschriebenen Schutzmasken stören lassen. Inhaltlich sei dies als eine besondere Zusammenkunft anzusehen, die schließlich in die kommunale Geschichte der Gemeinde Soyen eingehen wird.

Zwei weitere Bürgermeister*innen galt es laut Beschluss des neuen Gremiums zu wählen. Der hierzu einberufene Wahlausschuss übernahm die organisatorische Abwicklung der geheimen Wahl und stellte folgendes Ergebnis fest:

Zweite Bürgermeisterin der Gemeinde Soyen ist nun Afra Zantner (Foto).

Dritter Bürgermeister ist Johann Hinterberger (Foto).

Zeitaufwändig – aber als Arbeitsgrundlage unabdingbar – ist der Erlass der Geschäftsordnung der Gemeinde Soyen für die neue Legislaturperiode.

Hierin werden unter anderem Befugnisse und Aufgaben, organisatorische Abläufe und Geschäftsgänge festgelegt. Punkt für Punkt beraten und beschlossen, konnten sowohl eine neue Geschäftsordnung, als auch die Änderung der hinzugehörigen Satzung zur Regelung des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts einstimmig beschlossen werden …

Thomas Weber beendete den öffentlichenTeil der Sitzung mit einem herzlichen Dank an alle für die konstruktive Zusammenarbeit in Bezug auf die Geschäftsordnung sowie Satzung. Beides schaffe nun eine Basis für die gemeinsame Verwaltung und Gestaltung der Gemeinde in den kommenden Jahren.

Fotos: Gemeinde Soyen

 

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5 Kommentare zu “Pack ma’s, Soyen: Erste Sitzung mit Thomas Weber

  1. Eigentlich wollte ich an der Stelle Bürgermeister Thomas Weber zu seinem Wahlsieg gratulieren und ihm eine gute Zusammenarbeit mit seinem Gegenkandidaten Martin Krieg wünschen.
    Eigentlich.
    Und nun das: Der neue Gemeinderat hat beschlossen, nicht wie üblich denjenigen mit den zweitmeisten Stimmen zu wählen, Martin Krieg, sondern für mich völlig überraschend und völlig unverständlich die 9. plazierte Afra Zantner. Hier wird der Wählerwillen total verzerrt!
    Die Botschaft scheint mir klar: einen unbequemen und kritischen Widersacher möglichst klein zu halten, um ungestört wie bisher weitermachen zu können. War doch schon die Gründung einer neuen Liste und mehrere Bürgermeisterkandidaten Karl Fischberger ein Dorn im Auge. Auf die Idee, das dies nicht passiert ist, weil alle so glücklich und zufrieden sind, wie es bisher gelaufen ist, ist er wohl nicht gekommen.
    Wie kann man einen verdienten Mann mit neuen Ideen nur so verprellen, ihn öffentlich so bloßstellen? Anstatt die Meinungsverschiedenheiten zum Wohl der Gemeinde zu überwinden wurde zum Start der neuen Legislaturperiode gleich mal ein tiefer Graben ausgehoben. Auch glaube ich nicht, das diese Wahl (8:7 Stimmen) ohne vorherige Absprache zustande gekommen ist. Das der Gemeinderat Horst Schimpflingseder den Ausgeng mit unverholenem Applaus bedacht hat zeigt eher, das hier für manchen wohl persönliche Aspekte mehr zählen. Wie kann man sich nur zum Start mit einer dermaßenen Hypothek belasten?
    Auch wenn es eine geheime Wahl war, hinter der man sich ja wunderbar verstecken kann; ich kann sehr gut bis acht zählen und meine Schlüsse daraus ziehen.

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  2. Da muss ich RoKo68 Recht geben. Man sollte schon dem Wählerwillen Rechnung tragen. Herrm Krieg so abservieren ist nicht die “feine Englische Art”. Traurig!

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  3. Jens und Michaela Droppelmann

    Gemeinderat verpasst versöhnlichen Start

    Nach einem mehr oder minder fair geführten Wahlkampf wünschten sich wohl alle Gemeindebürger zur ersten Sitzung des neuen Gemeinderates den Beginn einer versöhnlichen und konstruktiven Legislaturperiode – zum Wohle aller Soyener.
    Leider scheint es, dass sich einige Gemeinderäte noch nicht vom Wahlkampfmodus verabschiedet haben und lieber Ihre persönlichen Befindlichkeiten vor den Wählerwillen setzen. Nur so ist es zu erklären, dass Martin Krieg – ebenfalls Mitglied der Gemeinsamen Wählerliste Soyen (GWS) – von der Mehrheit der eigenen Räte „abgesägt“ wurde.
    So wurde der Zweitplatzierte der GWS von der Bunten Liste vorgeschlagen, um dem Wählerwillen Rechnung zu tragen. Zu aller Überraschung konnte die GWS sich dann auch nicht durchringen, einen anderen Kandidaten zu bestimmen. Daher musste sich die neuntplatzierte Afra Zantner ohne Fürsprecher selbst für ihr Amt als Stellvertreterin vorschlagen.
    Der dennoch knappe Wahlausgang (8 zu 7) zeigt, dass sich nicht alle GWS-Mitglieder zur Liste
    „Gegen Würdigen Stellvertreter“ rechnen lassen.
    Es wäre ein befriedendes und zukunftsgerichtetes Vorgehen gewesen, den Kandidaten – dem immerhin fast die Hälfte der Wahlberechtigten Ihre Stimme gegeben haben – mit in die Verantwortung zu nehmen, um diese Wähler nicht direkt vor den Kopf zu stoßen.
    Bleibt zu hoffen, dass sich zukünftig an den Auftrag des Wählers erinnert wird, Plänkeleien und Feinseligkeiten unterlassen werden, um zum Wohle der Gemeinde konstruktiv zu arbeiten und den Ort gemeinsam nach vorne zu bringen.

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  4. Christof Böklen

    Eines möchte ich bitte vorher klarstellen: Natürlich traue ich Frau Zantner das Amt des zweiten Bürgermeisters jederzeit zu, keine Frage.
    Darum geht es nicht. Ich bin von der eigentlichen Wahl enttäuscht.
    Es ist schade, dass man sich nicht getraut hat, seinem ehemaligen Konkurenten die Hand zu reichen um gemeinsam die Zukunft von Soyen zu gestalten: Das Beste aus beiden Lagern, das hätte mir richtig gut gefallen.
    Wenn ich vorsichtig optimistisch in die Zukunft von Soyen schaue, wünsche ich mir eigentlich nur eins:
    Das Thomas Weber den Mut hat – und dass man ihn lässt – einfach Thomas Weber zu sein. Das er seine eigenen Spuren hinterlässt und seinen eigenen Weg geht. Das Zeug zu einem guten Bürgermeister hat er allemal.

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  5. Ich kann mich nur anschließen und sehe es genauso wie es Ro Ko 68 geschrieben hat im wahrsten Sinne des Wortes ” er hat dem Nagel genau auf dem Kopf getroffen ” dem Wählerwillen der einzelnen Gemeinde Bürgern wurde nicht korrekt Rechnung getragen !!!

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