Oleanna, wer ist hier der Böse?

Wasserburger Theatertage (6): Wer das Wort hat, gibt es nicht gerne her

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Ein Werk eines Pulitzerpreisträgers ist in der kommenden Woche am Samstag, 6. Mai, im Rahmen der Wasserburger Theatertage 2017 im Belacqua zu sehen: Oleanna – ein Machtspiel von David Mamet, dargeboten vom Münchner theater ‚… und so fort‘. Wer das Wort hat, gibt es nicht gerne her, freiwillig schon gar nicht. Auch wenn es womöglich das falsche Wort ist. Wer sich ins Wort fallen lässt, hat schon versagt …

John heißt der Professor in David Mamets „Oleanna“. Er steht kurz vor der Professur auf Lebenszeit. Bei ihm im Büro ist die junge Studentin Carol und bittet um Rat. John geht auf die lernwillige Studentin ein und hilft ihr. Am Ende bezichtigt Carol ihn der sexuellen Zudringlichkeit. Das Berufungskomitee beruft ihn vorläufig nicht auf den Lehrstuhl. Das, was dann ein klärendes Gespräch sein soll, gerät für John immer mehr zur Schlinge, die Carol immer fester zuzieht.

Als „Oleanna“ von David Mamet 1992 zur Uraufführung kam, wurde dieses Machtspiel zwischen einem Professor und einer Studentin über die Deutungshoheit von Handlungen als Musterbeispiel von „political correctness“ zu einem überwältigenden Erfolg.

Und seither spaltet es die Zuschauer und deren Meinungen. Worum geht es wirklich? Geht es um „wer hat Recht?“ oder tatsächlich um sexuelle Belästigung? Wer ist der Böse in diesem Spiel? Der sexistische, kleinliche Professor oder die rachsüchtige Studentin?

Ein Stück vom Gebrauch und vom Verständnis der Worte. Mamets dramatischer Befund offenbart den Zusammenbruch der Kommunikation und damit einen unüberbrückbaren Graben, der die Gesellschaft spaltet. Wenn eine Seite diktiert, kann es keine Verständigung geben.

Regie: Daniela Grieser.
Es spielen: Heiko Dietz und Mascha Mueller.

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David Mamet (* 30. November 1947 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Drehbuchautor (u.a. ‚Wenn der Postmann zweimal klingelt‘, ‚The Untouchables‘, ‚Jimmy Hoffa‘, ‚Hannibal‘), Dramatiker (u.a. ‚Die Gunst der Stunde‘, ‚Die Anarchistin‘), Produzent, Filmregisseur und Schriftsteller (u.a. ‚Das Dorf‘, ‚Der Fall Leo Frank‘).

Er gilt als überaus produktiver Autor.
Für sein Theaterstück ‚Glengarry Glen Ross‘ gewann er 1984 den Pulitzer-Preis. Einige seiner Filme und Drehbücher wurden für Preise wie den Oscar, BAFTA oder die Goldene Palme nominiert.

THETA e.V.
Träger des ‚theater … und so fort‘

Wer sind die eigentlich?
Theta e.V. – der Verein zur Förderung der freien Theater- und Tanzkultur in München wurde am 12. Dezember 1998 gegründet. In den Räumen des Theaters in der Hans-Sachs-Straße fanden sich mehr als dreißig Gründungsmitglieder ein, um die Basis für ein neues Projekt in München zu starten. Der Verein mietete die Räume des ehemaligen Modernen Theaters an und begründete dort das ‚theater… und so fort‘ als feste Spielstätte. Die Gruppe gleichen Namens existiert bereits seit dem Jahr 1989 und ist seitdem jährlich mit ein bis zwei freien Produktionen in München präsent gewesen. Im Mai 2009 zog das Theater in die größeren Räumlichkeiten des ehemaligen Unterton Theaters in der Kurfürstenstraße um.

Warum gibt es die?
Zweck des Vereins ist es, mit seinen Mitteln und Verbindungen freien Theater- und Tanzformationen als Teil des kulturellen Lebens der Stadt München die nötigen materiellen und ideellen Grundlagen zu schaffen. Hierbei ist der Verein unentgeltlich tätig. Lediglich kostendeckende Beiträge, so weit die substanziellen Ausgaben des Vereins nicht durch Spenden oder sonstige Gaben gedeckt sind, müssen in Form von Kostenbeiträgen von allen gastierenden Veranstaltern verlangt werden. Vor allem soll hier ein weiterer Theaterraum für die freie Szene in München geschaffen werden, der allen theatral Kreativen als ergänzende Anlaufstelle dienen soll.

Was ist das Ziel?
Die Arbeit des Vereins soll sich jedoch nicht allein in der materiellen Unterstüztung erschöpfen. Der Verein versteht sich durchaus auch in kreativer Hinsicht als unterstützender und richtungsweisender Partner. Der Spielplan soll Ergebnis bewusster ästhetischer Entscheidung sein.

Durch die Auswahl der Produktionen, das Angebot dramaturgischer Mitarbeit, Vermittlung von Schauspierinnen und Schauspielern, Bühnen- und Kostümbildnern und anderen Theaterschaffenden soll sich im Laufe der Jahre eine dynamische Struktur der Kooperation entwickeln. Als Fernziel sollte der Verein den Veranstaltern und Kreativen ein Umfeld schaffen, in dem sich alle Beteiligten auf das Wesentliche konzentrieren können.

Herzlich willkommen in Wasserburg!

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