Ohne Fußfessel im Reisebus

Bei der Kontrolle eines Fernreisebusses stießen Bayerische Grenzpolizisten jetzt im Landkreis auf einen 16-Jährigen aus Bulgarien. Gegen den Jugendlichen bestanden zwei Suchvermerke von hessischen Behörden. Der junge Mann sitzt nun in Haft. Das Fachkommissariat Grenze der Kripo Rosenheim ermittelt.

Der 16-Jährige hat bei der Bus-Kontrolle eine bulgarische Identitätskarte hergezeigt. Dem geschulten Auge der Grenzpolizisten entging jedoch nicht, dass es sich dabei um ein Falschdokument handelte, weshalb sie den Jugendlichen vorläufig festnahmen.

Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit dem polizeilichen Fahndungssystem erbrachte schnell die Echtpersonalien. Darüber hinaus stellten die Grenzpolizisten Suchvermerke von hessischen Behörden gegen den 16-Jährigen fest. Aufgrund eines zurückliegenden Raubdelikts war gegen ihn ein Haftbefehl erlassen worden, der unter Auflagen außer Vollzug gesetzt worden war. Eine dieser Auflagen bestand in der dauerhaften Führung einer elektronischen Fußfessel.

Offensichtlich wollte sich der 16-Jährige nun am vergangenen Montag mit dem kontrollierten Fernreisebus nach Bulgarien absetzen und sich dem Justizverfahren in Hessen entziehen. Bevor er den Bus in Frankfurt am Main bestieg, entledigte er sich der elektronischen Fußfessel. Dies alarmierte jedoch umgehend die dortigen Behörden, weshalb der bestehende Haftbefehl wieder in Vollzug gesetzt wurde.

Im Rahmen der Sachbearbeitung fanden die Schleierfahnder noch geringe Mengen unterschiedlicher Betäubungsmittel bei dem Jugendlichen. Nach entsprechender Unterrichtung der hessischen Behörden vollzogen die Raublinger Grenzpolizisten den Haftbefehl und lieferten ihn in eine Justizvollzugsanstalt ein.

Die weiteren Ermittlungen, insbesondere im Zusammenhang mit der begangenen Urkundenfälschung und wegen des Besitzes unterschiedlicher Betäubungsmittel in geringen Mengen, führt das Fachkommissariat Grenze der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim.