Ökumene im Unterricht

Corona macht's möglich - Kooperation zwischen evangelischem und katholischem Religions- und Ethikfach

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Was es bisher nicht gab: Schüler in Bayern können während der Corona-Pandemie bald einen gemeinsamen, ökumenischen Religionsunterricht erhalten. Die Kirchen haben mehrere Modelle für eine befristete Kooperation zwischen evangelischem und katholischem Religions- sowie Ethikunterricht entwickelt, heißt es heute in einem Schreiben des Kultusministeriums …

Für einen temporär kooperativen Religionsunterricht seien vier autorisierte Modelle erarbeitet worden. Diese sollen von den Schulen alternativ zum regulären Religionsunterricht angeboten werden können und nur für die pandemiebedingte Ausnahmesituation gelten, heißt es aus dem Kultusministerium.

Der Grund sei, dass man so vermeiden könne, dass Schüler aus verschiedenen Klassen nur zum Religionsunterricht zusammenkommen, was im Falle eines Corona-Falls die Zahl der Kontaktpersonen erhöhe …

Zwei der Modelle schließen auch den Ethikunterricht – also andersgläubige und konfessionslose Schüler – mit ein. Die Modelle seien grundsätzlich in allen Jahrgangsstufen aller Schularten anwendbar, mit Ausnahme der Qualifikationsphase an Gymnasien. Sie könnten auch nur in einzelnen Jahrgangsstufen angewandt beziehungsweise könnten sogar in einzelnen Jahrgangsstufen unterschiedliche Modelle umgesetzt werden.

Laut Kultusministerium entscheidet die Schulleitung, ob eines der Modelle eingeführt werde. Unabdingbare Voraussetzung sei aber dabei, dass alle betroffenen Eltern und Lehrkräfte zustimmen …

 

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15 Kommentare zu “Ökumene im Unterricht

  1. Das wäre jetzt die beste Möglichkeit, generell Religion aus dem Schulunterricht zu streichen! Religion gehört in die Kirchen und ins Elternhaus.

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    1. Johannes Schmidtmüller

      Da der Religionsunterricht eine freiwillige Sache ist: Wenn jemand sein Kind nicht im Religionsunterricht will, kann das Kind in den Ethik gehen, also wo ist das Problem?

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    2. @ Aloysius starten Sie eine Petition an den Bundestag und schlagen Sie eine Grundgesetzänderung vor, die dann mit Zweidrittelmehrheit entschieden werden muss. Alternativ können Sie sich auch an den Bayerischen Landtag wenden, wobei der dann ein neues Konkordat (=Staatskirchenvertrag) mit dem Heiligen Stuhl aushandeln muss. Was viele leider nicht wissen: wenn ein Konkordat geändert werden soll, darf das neue Konkordat die Kirche nicht schlechter stellen als das alte. Viel Erfolg also….

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  2. @Engel Aloisus: Volle Zustimmung!

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  3. Warum nur für die “pandemiebedingte Ausnahmesituation”? Das ist schon seit Jahrzehnten überfällig.

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  4. Endlich eine sinnvolle Entscheidung, die ich auch in Zukunft so weiterführen würde. Es schadet nicht lehrtechnisch alle/einige Religionen zusammenzufassen. Ich sehe hier keinerlei Nachteile.
    Den Religionsunterricht ganz zu streichen, davon halte ich nichts.

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  5. Tolle Idee 🙂 Religion könnte so zum Fach “Leben” werden! Und hilft somit auch besser miteinander umzugehen!

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  6. Dann hoffen wir mal, dass der Unterricht auf der Basis des Ethik-Lehrplans gemacht wird.

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  7. Religion gehört zum Allgemeinwissen und darf nicht aus Schulen verbannt werden. Die Welt wäre viel friedlicher, wenn mehr Wissen über die Religionen vorhanden wäre. Die Ökumene ist ausdrücklich zu begrüßen – vielleicht ist das ja auch ein Anfang für ein neues Schulfach…

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    1. Nur zur Info: Im Ethik-Lehrplan ab der 5. Klasse werden alle großen Religionen unterrichtet.

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  8. Warum werden nicht generell alle Religionen und Glauben im Schulunterricht unterrichtet. Eventuell würde es dann mehr Verständnis und Respekt gegenüber anderen Religionen geben.

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  9. Erst gestern hab ich noch gesagt, dass es eh am besten wäre, den Unterricht zusammen zu legen!

    So können die Kinder aus allen Religionen was lernen! Z. B. im wöchentlichen Wechsel oder alle drei Monate oder so die Glaubensrichtungen alle durchgehen! So erfahren die Kinder von allen Seiten etwas!

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  10. Die jetzige Unterrichtsform “temporär kooperativen Religionsunterricht”, ist doch sehr widersprüchlich.

    Sie ist so etwas wie Werteunterricht (Puchheim) und doch kein Werteunterricht.
    Den Werteunterricht wollten beide Kirchen nicht, weil die Religionslehrer nur ihren Glauben unterrichten wollen und nur so wie die eigene Kirche es möchte. So konnte er nicht kommen.

    Und nun kommt der “temporär kooperativen Religionsunterricht”, welcher aber so ist dass die Religionslehrer weiterhin nach ihrer Kirche unterrichten. Hinzu kommt, dass der Initiator der evangelischen Kirche, nur christliche Werte vermitteln möchte. Islamischer Unterricht und Ethik sind da außen vor.

    Das Kultusministerium stimmte den zu, aber möchte die Zustimmung der Eltern haben. Die Schulen schrieben Elternbriefe, bei denen man nur zustimmen kann. Auch wurden Eltern nicht aufgeklärt. Nein man lässt die Eltern im dunkeln tappen. Hat man sein Kind in Ethik, so wird es jetzt mit katholischer und evangelischer Lehre konfrontiert. Besser wäre es gewesen den Unterricht auszusetzen und nur Ethik zu machen.
    Aber bei dem Spiel spielen die Kirchen nicht mit. Diese versuchen nur ihren Glauben zu unterrichten.

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