Neue Herausforderung für Landwirte

Düngeverordnung gilt ab 2025: Informationstag auf dem Samerberg

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Die neue Düngeverordnung (DÜV) ist eine der aktuellen Herausforderungen für die heimische Landwirtschaft. Sie schreibt vor, dass Betriebe ab dem Jahr 2025 im Dauergrünland nur noch bodennah und emissionsarm ihre Gülle ausbringen dürfen, das heißt nur noch mit Schleppschuhverfahren oder mit Schlitztechnik.

Ausnahmen von der DÜV wird es nur in Hanglagen und für Betriebe unter 15 Hektar geben. An drei Tagen und an verschiedenen Standorten präsentierten die Maschinenringe (MR) Bad Aibling und Rosenheim gemeinsam ein Gülle-Projekt. Und sie informierten anschaulich über die unterschiedlichen Modelle – unter anderem auf dem Grieblhof im Achental in der Gemeinde Samerberg.

Nach bereits zwei MR-Gülle-Informationstagen in Oberstaudhausen in der Gemeinde Bruckmühl und in Eiselfing-Freiham trafen sich Anbieter und Bauern am Samerberg. Auf jedem Betrieb wurden dank unterschiedlicher Gegebenheiten und Strukturen die drei verschiedenen Gülle-Ausbring-Techniken über die ganze Landwirtschafts-Saison mehrmals getestet und der Aufwuchs entsprechend beobachtet. Die drei Ausbring-Techniken sind die bislang herkömmliche Breitverteilung, das Schleppschuhverfahren und die Gülle-Injektion per Schlitzgerät. Die von der DÜV geforderten Techniken können aufgrund ihrer Kosten für viele Betriebe eine Herausforderung darstellen – vor allem im südlichen Landkreis. Aus diesem Grunde haben sich die Maschinenringe Bad Aibling und Rosenheim entschlossen, im Rahmen eines umfangreichen Gülle-Projektes die Maschinenvorführungen zu organisieren, damit sich die bäuerlichen Betriebe frühzeitig über Alternativen informieren können.

 

Das vierstündige Informationsprogramm  am Samerberg begann mit Fachvorträgen vom Maschinenring, vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und von der Landesanstalt für Landwirtschaft. Es folgten der Praxisbericht von Bauer Florian Griebl und nach einer Brotzeit die Vorführung der verschiedenen Gülletechniken durch Betriebsleiter Florian Griebl (Breitverteilung mit Möscha-Verteiler), durch das Lohnunternehmen Martin Pertl (Schleppschuhverteilung) und durch den Agrarservice Kötterl (Gülleinjektion mit Schlitzgerät). Das Fazit: Jeder Betrieb muss für sich entscheiden, was für ihn in Zukunft am besten passt. Bei optimaler Witterung und flüssiger Gülle funktionieren alle drei Varianten vom Prinzip einwandfrei.

 

Im Berggebiet kam die schwere Technik allerdings an ihre Grenzen. Zudem werden Landwirte darauf angewiesen sein, Maschinengemeinschaften zu gründen oder auf Lohnunternehmer auszuweichen. Nur so werde es wirtschaftlich darzustellen sein. Der Vorteil wiederum von bodennaher Ausbringung durch Schleppschuh- und Schlitztechnik sind weniger Schickstoffverluste und weniger Geruchsbelästigung, was der Imagepflege gerade in Urlaubsregionen, wie es der Samerberg ist, dienlich sein kann. Der Nachteil der bodennahen Ausbringungstechnik sind eine teurere Anschaffung, ein höherer Zugbedarf und die schwere Technik. Aus diesem Grunde stehen die Maschinenringe bei Fragen der Maschinenkalkulation, bei der Gründung von Maschinengemeinschaften oder bei der Maschinenvermittlung zur Verfügung. Bei der Vorführung am Samerberg war als interessierter Zaungast auch Landtagsabgeordneter Otto Lederer zugegen.

Text und Foto: Anton Hötzelsperger/Samerberger Nachrichten

Weitere Informationen: www.mr-rosenheim.de, Telefon 08031/400 730.

 

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