„Nehmen die Bedenken sehr ernst“

Neues Baugebiet „Südlich der Schmiedwiese" war gestern Thema im Wasserburger Rathaus

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Das neue Baugebiet „Südlich der Schmiedwiese“ in Reitmehring war gestern Thema bei einem Infoabend im Wasserburger Rathaus. Bürgermeister Michael Kölbl, der Architekt Christoph Rickert und Alexander Reindl, Fachmann für Gewässersimulation und Oberflächenwasser vom Ingenieurbüro Behringer und Partner, stellten sich den Fragen der Anwohner. Die äußerten Bedenken gegen das neue Baugebiet, weil sie durch zunehmende Bodenversiegelung für ihre bestehenden Häuser mit noch größerer Überflutungsgefahr rechnen. Der Bürgermeister: „Wir nehmen diese Bedenken sehr ernst.“

Einer der Anwohner wollte vom Bürgermeister wissen, warum ausgerechnet dieses ohnehin schon von Überschwemmungen gefährdete Gebiet zur Neubebauung ausgeschrieben werde. Kölbl verwies auf den Flächenmangel in Wasserburg: „Nennen Sie mir eine alternative Fläche, die wir bebauen können, und wir nehmen die. Ich weiß, wie bedrohlich Hochwasser sein kann. Deshalb werden wir alles unternehmen, um die Situation an dieser Stelle zu verbessern.“

Mehrere Versammlungsteilnehmer erläuterten den gegenwärtigen Zustand und die Problematik bei Starkregen. Das Gebiet sei nicht ausreichend vor Überschwemmungen geschützt, die Situation sei sehr ernst.

Man wisse, dass die Grundwassersituation in dem Bereich nicht ganz einfach sei, sagte Bürgermeister Michael Kölbl. Deshalb habe man auch einen Fachmann beauftragt, das neue Bauland hinsichtlich Hochwassergefahr zu prüfen. So habe Alexander Reindl vom Ingenieurbüro Behringer & Partner eine Simulation durchgeführt, um Auswirkungen von Starkregenereignissen beurteilen zu können.

„Wir haben 100 Liter Regen pro Stunde auf Reitmehring fallen lassen – angelehnt an das Hochwasser in Simbach am Inn“, erklärte Reindl. Das Wasser sammle sich sowohl im Westen, als auch direkt neben dem neuen Baugebiet in einer Höhe von 25 bis 50 Zentimetern. Der größte Wasserstand sei im Osten neben dem Gebiet „Südlich der Schmiedwiese“ zu registrieren. „Nach unserer Simulation findet das Wasser aber einen Weg in einen Graben. Rein rechnerisch besteht also keine Überschwemmungsgefahr.“

„Dann sollten Sie sich die Situation bei Starkregen mal vor Ort ansehen“, gab ein Anwohner zu bedenken. „Da saufen die meisten von uns in der Schmiedwiese jetzt schon ab. Wenn es wirklich stark regnet, bringt uns der Graben gar nichts. Noch dazu ist der ziemlich zugewuchert.“

Man könne an dieser Stelle natürlich nicht von einem Golfrasen sprechen. „Wir mähen dort ein bis zweimal im Jahr“, versuchte Alexander Huber von der Stadtverwaltung zu besänftigen. „Selbst, wenn der Graben zugewuchert ist: Bei Regen legen sich Gras und Schilf um und das Wasser wird an der richtigen Stelle abgeleitet. Dem Druck massiver Wassermassen hält das Gestrüpp nicht stand.“

Bürgermeister und Verwaltung versprachen, alles zu unternehmen, um die Situation an dieser Stelle gewässertechnisch zu verbessern. ID

 

Um dieses Gelände geht es …

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