„My life in songs“

Wasserburger Musiker Ben Leinenbach veröffentlicht erstes Solo-Album

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Manche Dinge müssen einfach reifen, bis sie wirklich gut sind. Für andere Dinge gilt, dass erst der richtige Zeitpunkt da sein muss. Beides trifft aber gleichermaßen für das erste Solo-Album von Ben Leinenbach zu. Es wäre aber nicht richtig, in diesem Zusammenhang von einem Debüt zu sprechen. Seit drei Jahrzehnten ist der Musiker nicht nur auf den Bühnen des südostbayerischen Raums fester Bestandteil der Musikszene. Die meisten kennen ihn von einem der zahllosen Musikprojekte oder einer der vielen Formationen, denen er angehört oder meist sogar mitbegründet hat.

Seine musikalischen Wurzeln hat der Endvierziger auf den Straßen Londons, auf denen er sich in jungen Jahren als junger Musiker verdingte. Wieder in Deutschland prägte er hiesige Musikgruppen, wie die vor allem im Wasserburger Raum bekannte Band „InStinkt“. Im Duo „BenLuca“ machte er sich mit dem aus Italien stammenden Luca Gabanizza einen Namen.

Heute steht er jede Woche mindestens einmal irgendwo auf der Bühne, sei es mit der seit den 80-er Jahren aktiven „Resi Schmelz Combo“, seinem Trio Mio, dem von ihm mitbegründeten und geleiteten ABM-Orchester oder der Gruppe Folks, mit der er Songs des unlängst verstorbenen Kanadiers Leonard Cohen interpretiert. Bei soviel an musikalischer Aktivität scheint es fast verwunderlich, dass Ben Leinenbach nun auch noch die Zeit dazu hat, auf Solopfaden unterwegs zu sein und als Singer/Songwriter ein Album aufzunehmen und dieses in Eigenregie zu produzieren.

„my live in songs“ so der Titel des Werks, das er nun im Dezember auch noch selbst veröffentlicht hat. Damit hat er sich einen lang gehegten Traum erfüllt. Abseits vom Kommerz, jenseits irgendwelcher Platten-Labels. Die besten seiner Songs aus den vergangenen 25 Jahren hat das Multitalent darauf vereint; zusammen mit einer handvoll treuer Musiker-Kollegen der vergangenen Jahre. Entstanden ist ein Album, das mit fünfzehn Titeln in bester Singer/Songwriter-Tradition Leinenbachs musikalisches Leben widerspiegelt und sich wohltuend und völlig unaufgeregt vom Mainstream abhebt. Irgendwo zwischen Folk, Akustik-Rock und Blues. Alle Kompositionen und Texte stammen dabei ausschließlich aus seiner Feder.

Bis auf eine Nummer hat er die CD ausschließlich auf englisch eingesungen und das ist eigentlich fast ein bisschen schade. Denn am Ende des Albums wartet noch ein kleiner aber feiner Bonustrack auf den Zuhörer, gesungen in bayerischer Mundart. „Irgendwia“ ist eine der jüngsten Nummern auf dem Album und zeigt, wo Leinenbachs große Qualitäten als Songwriter liegen und wohin seine musikalische Reise gehen könnte. Davon möchte man mehr. Erhältlich ist das absolut empfehlenswerte Album ausschließlich über die Hompage des Künstlers www.benleinenbach.de. MJV

Foto: Michael Memminger

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