MVV: Wie ist der Anschluss möglich?

Landkreis Rosenheim beteiligt sich an Studie zur Verbunderweiterung

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Der Landkreis Rosenheim will prüfen lassen, welche Auswirkungen es hätte, den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) um den Landkreis zu erweitern. Der Kreisausschuss beschloss einstimmig, dass sich der Landkreis über die Rosenheimer Verkehrsgesellschaft an einer Grundlagenstudie beteiligt. Diese Studie soll klären, …

… welche verkehrsrechtlichen Verflechtungen es gibt, wo Handlungsbedarf besteht, welche rechtlichen und organisatorischen Schritte für eine Verbunderweiterung nötige wären und welchen Kosten bei einer Integration des Öffentlichen Personennahverkehrs in den MVV-Tarifraum entstehen.

Wie Alexandra Burgmaier von der SPD sagte, wäre es ein großer Vorteil für alle Pendler, wenn der Landkreis bei diesem Verbund dabei wäre. Auch Felix Schwaller, CSU, befürwortete den Antrag. „Der Verkehr auf der Autobahn bricht fast zusammen. Es gibt kaum Parkplätze. Darum gibt es keine Alternative als auf die Schiene“, so Schwaller.

Hintergrund ist die Zielsetzung der Bayerischen Staatsregierung, den gesamten Freistaat mit Verkehrsverbünden abzudecken. Letztlich soll es landesweit nicht mehr als zehn bis zwölf Verbünde geben. Da es diese Anzahl bereits heute in etwa gibt, wird eine Erweiterung der bestehenden Verbünde angestrebt.

Eine Anbindung an dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund ist auch deshalb naheliegend, weil viele Bürger aus dem Landkreis täglich nach München pendeln sowie viele Münchner ihren Arbeitsplatz in der Region haben.

Bereits vor zehn Jahren wurden die Auswirkungen einer Übernahme des MVV-Tarifs auf die Bahnstrecken im Landkreis Rosenheim abgeschätzt. Damals wurde errechnet, dass die so genannten Durchtarifierung- und Harmonisierungsverluste jährlich mit vier Millionen Euro ausgeglichen werden müssten.

Da der Freistaat Ausgleichszahlungen für den Schienenbereich bisher immer ablehnte, setzte der Landkreis Rosenheim nur die Einbindung des „Filzen-Express“, also der Zugstrecke Wasserburg-Ebersberg-Grafing, in den MVV-Tarif um. Nur diese eine Strecke kostet den Landkreis jährlich rund 200.000 Euro.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung des Öffentlichen Personennahverkehrs scheint der Freistaat jetzt bereit zu sein, erstmals einen Ausgleich für den Schienenverkehr zumindest in Erwägung zu ziehen. Um herauszufinden, von welchen Summen die Rede ist, unterstützt auch das Bayerische Bauministerium die Grundlagenstudie.

Eine Vorentscheidung über die künftige Entwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs ist mit der Beteiligung an der Grundlagenstudie nicht verbunden. Neben dem Beitritt in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund bleiben dem Landkreis alternativ regionale Lösungen im eigenen Nahverkehrsraum oder im Verbund mit den Nachbarlandkreisen.

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10 Kommentare zu “MVV: Wie ist der Anschluss möglich?

  1. “Felix Schwaller, CSU, befürwortete den Antrag. „Der Verkehr auf der Autobahn bricht fast zusammen. Es gibt kaum Parkplätze. Darum gibt es keine Alternative als auf die Schiene“,”..
    Dieser Meinung bin ich auch, nur ist die Schiene keine Alternative für mich. Wenn ich von WS bis München zur Arbeit mit dem Filzen und der S-bahn knapp zwei Stunden Tür zu Tür brauch und mit dem Auto maximal eine Stunde (inklusive Stau) ist die logische Folge: ich fahr mit dem unweltschädlichen Auto…

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  2. @Dieter: Verstehe ich grundsätzlich. Allerdings sollte man auch einrechnen, was man im Zug alles machen kann, was im Auto nicht geht. Lesen, entspannen, Schlaf nachholen, … Für mich ist es oft sogar produktive Arbeitszeit.

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  3. @Bahnpendler: schön für Dich. Für mich ist es verlorene Zeit. Arbeiten kann und will ich außerhalb meiner Gleitzeit nicht, Schlaf nachholen brauch ich nicht. Außerdem kann ich in den zwei Stunden Freizeit, die mir bleiben, wesentlich mehr anfangen als zu lesen und schlafen…
    Nix für unguad…

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  4. 1 Stunde von Wasserburg bis nach München inklusive Stau??? Vielleicht bis nach Haar. Aber bestimmt nicht bis in die Innenstadt zu einigermaßen normalen Uhrzeiten….

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  5. @Dieter: Verstehe ich, dass das nicht für jeden passt. Und wenn es in der Blechkiste gefühlt 40° hat, finden das wahrscheinlich nur noch passionierte Saunagänger lustig. Aber zum Thema Gleitzeit würde ich mal ein Wort mit dem Chef wechseln. Bei mir hat das bis jetzt jeder akzeptiert, dass ich die Zeit anrechne. Telearbeit ist auch (fast) nichts anderes. Geht natürlich nicht bei jedem Beruf.

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  6. @ Dieter. Kann dir nur zustimmen, zumal auch noch der Preis dazu kommt. Wenn man z.B. für eine Fahrt mit der Bahn von Wasserburg nach Berlin (nur Hinfahrt) 153 Euro zahlt für eine Person, dann braucht man nicht gerade ein großes Rechengenie zu sein, um zu merken, dass das Auto billiger ist. Sprit-Kosten: Sagen wir mal eine Tankfüllung ca. 60 Euro. Eine Alterntive kann die Bahn ja somit kaum sein.

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  7. Wenn ich geahnt hätte, wie stur und dauerhaft man sich gegen eine Bahnanbindung stellt (nach dem Gleisdesaster) wäre ich nie nie nie nach Wasserburg umgezogen. – Ohne Auto ist es nahezu unmöglich, in einer vernünftigen Zeit ohne Umsteigerei nach München zu kommen. Und das, obwohl es eine kurze Strecke ist. Die Kommentare, dass es zu teuer ist und dass die Fakten schon geschaffen sind, dass es unmöglich ist, weil …. die kenne ich alle. Trotzdem finde ICH es kurzsichtig. Wasserburg wird zunehmend zum Altenheim. Aber lassen wir das ruhig weiter Personen entscheiden, die gerne und viel Auto fahren, deren Partner einen Zweitwagen besitzen und so das ganze überhaupt nicht verstehen (wollen).

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  8. @daEdlinger:
    Braucht man von Wasserburg nach Berlin wirklich nur Sprit? Oder hamma da nicht was vergessen?

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  9. Es ist für jedermann/-frau eine persönliche Rechnung.
    Rechnet man nur die Spritkosten ist das Auto günstiger, Rechnet man alle Kosten (in Euro) mit ein, hat die Bahn den ganz klaren Vorteil. Kann man sich sogar das Zweitauto sparen (Anwohner Reitmehring, Edling,…) ist das aus meiner Sicht Beste was mach machen kann.
    Rechnet man die Zeit(ersparnis) durchs Auto mit ein, sieht es schon wieder anders aus. Man kann die ersparte Zeit fiktiv zur Arbeitszeit rechnen und mit dem Nettostundenlohn multiplizieren, dann geht nichts über das Auto. Wenn einem die Freizeit (Familienzeit) noch mehr Wert ist, wird die Rechnung fürs Auto noch besser. Die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls muss man dann aber ausblenden, sonst geht die Rechnung fürs Auto nie auf.
    Der für mich beste Kompromiss bleibt immer noch mit dem (spritsparsamen) PKW nach Grafing und mit dem Meridian ohne Halt zum Ostbahnhof.
    Mal sehen was die Elektrifizierung bringt. Potential hätte sie viel, aber vermutlich verdaddelt man das wieder… Die meiste Zeit verliert der Filzi dadurch, dass die schwache Diesellock von Bahnhof zu Bahnhof in der Beschleunigungsphase ist. Könnte man wie eine S-Bahn beschleunigen und nach wenigen Metern die 80 oder 100 km/h fahren, wäre das ein immenser Vorteil. Vielleicht noch ein oder zwei unbedeutende Haltestellen rausnehmen und man holt das Auto wieder ein…

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  10. @Konrad: da bin ich voll bei dir. Das Auto ist für mich, da kann ich nix beschönigen, die teurere Variante, meine Berechnung ist definitiv nicht blauäugig. Und ich bin auch sonst für Umweltschutz. Nach dem ich viele Jahre mit der Bahn fuhr war ich es aber endgültig leid meine gute Zeit für deren Unfähigkeit (Verspätung, Zugausfälle, etc) zu opfern oder mir im Winter am Bahnhof auf eine verspätete S-bahn wartend den Allerwertesten abzufrieren.Das hab ich auch als Abo -Kündigungsgrund angeführt. Das schert die Bahn aber nicht..

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