Mundart-Montag: „Wo da Bartl an Most hoid“

Und was der Bartl damit überhaupt zu tun hat - oder auch nicht?

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mostAuch diesen Mundart-Montag gibt’s eine Redewendung, die jedem Bayern ein Begriff sein müsste. Die meisten von uns wollten bestimmt schon mal jemandem zeigen, „wo da Bartl sein Most hoid“. Aber wer ist dieser „Bartl“ und wo holt der seinen Most? Oder hat der „Bartl“ damit eigentlich gar nix zu tun …?

Im bayerischen Sprachgebrauch ist die Redewendung „I zoag da glei, wo da Bartl sein Most hoid“ eine Drohung und bedeutet so viel wie: „Ich zeig dir gleich, wo’s langgeht!“

Über die Herkunft gibt es viele Erklärungsmöglichkeiten. Die verbreitetste und plausibelste ist, dass der Spruch vom Jiddischen ins Bayerische überliefert wurde. Jiddisch war im Mittelalter eine in weiten Teilen Europas verbreitete Sprache. Jiddisch selbst beherrschen heutzutage nur noch wenige, aber viele Wörter der modernen europäischen Sprachen gehen auf das Jiddische zurück.

Das jiddische Wort ‚barsel‘ [aus dem im Bayerischen „Bartl“ gemacht wurde] heißt auf Deutsch Brecheisen und ‚ma´oth‘ [zu Most geworden] bedeutet Geld. Demzufolge heißt unsere Redewendung ursprünglich, dass jemand weiß, wie man mit der Brechstange an Geld kommt.

Wir haben es hier also nicht mit dem Mostliebhaber Bartholomäus zu tun, sondern mit skrupellosen Dieben. Im Laufe der Zeit hat sich jedoch die Bedeutung durchgesetzt, jemandem zeigen zu wollen, wo es lang geht:

 

 

 

 

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