Müllgebühren bleiben stabil

Landkreis Rosenheim stellte Abfallwirtschaftsbericht für das Jahr 2017 vor

image_pdfimage_print

Statistisch gesehen hat jeder  Bürger im Landkreis Rosenheim im vergangenen Jahr knapp 185 Kilogramm Restmüll verursacht. Das ist eine kleine Steigerung um ein Viertelkilo gegenüber dem Vorjahr. Nachzulesen sind diese Zahlen im Abfallwirtschaftsbericht für das Jahr 2017. Er wurde heute, Mittwoch, in der Sitzung des Ausschusses für Umweltangelegenheiten, Landwirtschaft, räumliche Entwicklung und Naturschutz des Landkreises vorgestellt.

Der Sachgebietsleiter Kreislaufwirtschaft, Georg Kirchhuber, der die Zahlen präsentierte, stellte am Ende fest: „Die Müllgebühren bleiben weiterhin stabil.“

Gut 22.500 Tonnen Altpapier wurden im vergangenen Jahr im Landkreis eingesammelt. Davon brachten die Bürger knapp 13.000 Tonnen zu den Altpapiercontainern in den 43 Wertstoffhöfen und mehr als 1.300 Wertstoffinseln. Gut 9.500 Tonnen kamen über die so genannten „Blauen Tonnen“ zusammen sowie 17 Tonnen über gemeinnützige Altpapiersammlungen.

 

In die Altglascontainer an knapp 270 Standorten wurden gut 6.300 Tonnen eingeworfen, geringfügig weniger als das Jahr zuvor. Eine Steigerung um gut 60 Tonnen gab es dagegen bei der Menge der erfassten Leichtverpackungen. Weißblech, Aluminium, Mischkunststoffe, Tetra Pak, Becher, Folien oder Styropor summierten sich auf gut 2.330 Tonnen.

 

Um das Hausmüllvolumen zu reduzieren werden im Landkreis Rosenheim seit Jahren Grünabfälle getrennt erfasst. In den drei Kompostieranlagen in Noderwiechs in der Gemeinde Bruckmühl, in Perfall bei Eiselfing und in Weiher in Aschau wurden 2017 mehr als 110.000 Kubikmeter Häckselgut, Laub und Gras angeliefert. Daraus wurden 22.100 Kubikmeter Kompost erzeugt, der im Landschafts- und Gartenbau, im Sportanlagenbau und in Privatgärten eingesetzt wird. Zudem können die Bürgerinnen und Bürger den Kompost abgepackt in Säcken oder bei den Kompostieranlagen lose kaufen. Aus Umweltschutzgründen lässt der Landkreis nur noch torffreie Substrate herstellen. Die Akzeptanz für diese Produkte nimmt langsam aber stetig zu.

 

Bei der Kompostierung der Grünabfälle fällt unter anderem durch Aussieben ein Ersatzbrennstoff an, der zusammen mit bereits bei der Anlieferung getrennt erfasstem holzigem Material zum Erzeugen von Wärme und Strom in Heizkraftwerken verwendet wird. Rasenschnitt, der in eigenen Containern gesammelt wird, findet in Biogasanlagen Verwendung.

 

Zum 1. Januar 2017 führte der Landkreis Rosenheim im gesamten Entsorgungsgebiet ein Bringsystem für Bioabfälle ein (die Stadt Wasserburg hat ihr eigenes System). Die Bürgerinnen und Bürger können entscheiden, ob sie ihre Bioabfälle selbst kompostieren oder beim örtlichen Wertstoffhof abgeben. 2017 wurden 277 Tonnen eingesammelt, die vom Kommunalunternehmen „vivo“ des Landkreises Miesbach verarbeitet wurden.

 

Die Kompostierung im eigenen Garten wird vom Landkreis Rosenheim gefördert. Seit 1989 bezuschusste er die Anschaffung von knapp 12.000 Kompostbehältern. Zudem gewährt er einen Abschlag von rund zehn Prozent auf die Müllgebühren, wenn im Garten kompostiert wird.

 

Zudem wurden mehr als 7.800 Tonnen Altholz, knapp 3.400 Tonnen Altmetall und 77 Tonnen Autobatterien gesammelt und verwertet. Weiter lieferten die Bürgerinnen und Bürger 526 Tonnen Altreifen, 761 Tonnen Haushaltsgroßgeräte, 925 Tonnen Haushaltskleingeräte, 425 Tonnen Bildschirme und Fernsehgeräte, 556 Tonnen Kühlgeräte, 36 Nachtspeicheröfen sowie 3 Tonnen CDs ab.

 

Über die Wertstoffhöfe, aber auch über das Umweltmobil wurden 233 Tonnen Problemabfälle eingesammelt. 67 Tonnen davon waren Altöl, 35 Tonnen Farben und Lacke, 43 Tonnen Trockenbatterien, 5 Tonnen Ölfilter, fast 14 Tonnen Laugen, knapp 4 Tonnen Säuren, 4 Tonnen Pestizide sowie 18 Tonnen Tonerkartuschen und Tintenpatronen.

 

Bei den Wertstoffen fielen 2017 pro Einwohner knapp 420 Kilogramm an. Den Haus-, Geschäfts- und Sperrmüll zusammengerechnet, errechnet sich beim Restmüll ein Jahresdurchschnitt von knapp 185 Kilogramm pro Einwohner. Die Recyclingquote von 74,3 Prozent zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger ein vorrangiges Ziel des Abfallwirtschaftskonzeptes des Landkreises umsetzen, nämlich die Restmüllmenge durch wirksame Vermeidungs- und Verwertungsmaßnahme so weit wie möglich zu verringern und dadurch die Umwelt zu schonen. Tatsächlich ist die Verwertungsquote sogar noch höher, weil die von den Bürgerinnen und Bürgern selbst kompostierten Grünabfälle in der Berechnung nicht berücksichtig werden können.

 

Das im Landratsamt Rosenheim zuständige Sachgebiet Kreislaufwirtschaft und Abfallberatung fördert diese Entwicklung unter anderem durch telefonische, persönliche oder schriftliche Beratung, Unterrichtsstunden in Schulklassen sowie regelmäßige Schulungen des Personals von Gemeinden und Wertstoffhöfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren