Motorsport extrem

Eisspeedway-WM in Inzell – Wasserburger Team mit am Start

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Es ist das deutsche Mekka des Eisspeedway-Sports: Das Alpendorf Inzell.  Vom 15. bis 18. März geht dort das vierte Eisspeedway-Weltmeisterschaftsfinale dieser Saison über die Bühne. Ein Muss für alle, die die Sportart lieben. Mit dabei neben den favorisierten Russen sind mit „Eishans” Weber und Markus Jell (Ersatz) auch zwei Fahrer vom Wasserburger  „Inn-Isar-Iceracingteam” sowie Max Niedermaier aus Edling. Alles zu Inzell …

Es gibt keine genauen Daten und Zahlen, aber so um 1924 sollen sich die ersten waghalsigen Männer in Russland mit speziellen Motorrädern auf das Eis gewagt haben. Es ist jedoch sicher, dass der Eisspeedwaysport in Russland seine Wurzeln hat. Diese Motorsportart ist in Russland mittlerweile fast zu einem Massensport herangewachsen. Optimale klimatische Bedingungen und Trainingsmöglichkeiten sowie eine komplette Eisspeedway-Liga sind seit Jahrzehnten die Grundlage für die Erfolge der Männer aus dem Osten. So um das Jahr 2000 waren mehr als 1800 aktive Eisfahrer in Russland registriert – in Deutschland zurzeit kaum 20 Fahrer. Es ist also keine Wunder, wenn die Russen diesen Sport seit Jahrzehnten dominieren und die Konkurrenz alt aussehen lassen.

1966 war es endlich soweit, eine erste Weltmeisterschaft (Moskau/Ufa) im Eisspeedway wurde gestartet. Gabrahman Kadyrov, wie nicht anders zu erwarten, schrieb sich als erster Weltmeister in dieser Disziplin in die Bücher.  Georg Traunspurger aus Pocking, schon immer mit guten Kontakten nach Russland, schaffte es schließlich 1969 den Endlauf der Eisspeedway-Weltmeisterschaft nach Inzell zu holen. Mit diesem Bravourstück öffnete er dieser „exotischen Sportart” mit einem Schlag die Tür in den Westen. 20.000 Zuschauer waren von nun an keine Ausnahme mehr und das Eisstadion in Inzell war jedes Jahr bis zum letzten Platz gefüllt. Dieser faszinierende Motorsport begeisterte nicht nur viele Fans in Westeuropa, auch tollkühne „Burschen” aus dre Region, den Nachbarländern und Skandinavien begannen diesen gefährlichen Sport auszuüben.

Was wäre Inzell ohne Günther Bauer. Leider konnte der deutsche Vorzeigepilot der letzten Jahre wegen Krankheit bei der diesjährigen Qualifikation in Schweden nicht antreten. Auf seiner Heimbahn in Inzell nicht teilzunehmen wäre sowohl für Bauer als auch für den Veranstalter eine mittlere Katastrophe. Glücklicherweise gibt es die Veranstalter-Wildcard, sodass die „Inzeller” auf ihren Publikumsmagneten nicht verzichten müssen.

Markus Jell, fünftplatzierter der heurigen Europameisterschaft wartet als Reservefahrer auf seinen Einsatz. Fehlt da in der Startliste nicht Luca Bauer, werden sich Insider fragen? Erst vor wenigen Tagen empfahl sich Luca mit Rang drei bei der Europameisterschaft in Russland und trotzdem keine Berücksichtigung beim „Rennen vor der Haustür?” Da Luca seit 2018 mit einer italienischen Fahrerlizenz fährt, hat der DMSB zunächst Bedenken geäußert, konnte aber letztendlich durch unzählige Telefonate überzeugt werden. So kommt es 2019 wieder zu einem Vater-und-Sohn Duell, denn Luca Bauer erhielt ebenfalls einen Reserveplatz in Inzell.

Wer kann die Russen in Inzell fordern?
Momentan liegen vier russische Fahrer nur durch wenige Punkte getrennt in der Gesamtwertung klar in Führung. Es bedarf keiner hellseherischen Fähigkeit um vorauszusagen, dass der neue Weltmeister entweder Ivanov, Koltakov, Valeev oder Khomitsevich heißen wird. Im Fahrerlager stets nett und höflich, kennen sie auf der Eisfläche keine Freundschaft und bekämpfen sich gegenseitig unbarmherzig bis zur Ziellinie. Der junge Schwede, Martin Haarahiltunen nutzte diese Konstellation schon mehrmals aus und setzte die „Russen-Armada” gewaltig unter Druck. Wie weit sich die langjährigen Publikumslieblinge Günther Bauer (Deutschland) und Franky Zorn (Österreich) auf Grund von Verletzungen und unverschuldeten Stürzen in Inzell in Szene setzen können, bleibt abzuwarten.

Ein neuer Lichtblick steht jedoch schon bereit: Johann Weber, „Eishans” wie er von seinen Fans gerufen wird, zeigte bereits bei den diesjährigen Grand Prix-Läufen in Russland sein enormes Talent und befindet sich momentan auf dem 7. WM-Gesamtrang. Auch Max Niedermaier aus Edling hat sich in dieser Saison wieder enorm gesteigert und wird in der Max Aicher-Arena, auf heimischen Eis, für gewaltige Stimmung auf den Rängen sorgen.

Stefan Pletschacher, der dritte deutsche Teilnehmer, der noch immer an einer Schulterverletzung laboriert sollte bis Inzell wieder einigermaßen fit sein und seine Fans und Sponsoren zum Jubeln bringen.

 

Zeitplan – und was man sonst noch wissen sollte!

„Entgegen den vielen Gerüchten wird es an der Tageskasse für beide Renntage noch ausreichend Stehplatzkarten geben“, verspricht Vorstandsvorsitzender Kai Schmiedeknecht. „Der Vorverkauf lief zwar sehr gut, aber es werden jedes Jahr ausreichend Tickets einbehalten, um auch den kurzentschlossenen aus der Region die Möglichkeit eines Besuchs in der Max Aicher-Arena zu geben.“

Freitag, 15. März – Einmalige Aktion: Freier Eintritt  beim WM-Training
Der Veranstalter bietet allen Personen freien Eintritt zum WM-Training in die Max Aicher Arena in Inzell. Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit, um sich diese wohl spektakulärste Motorsportart live vor Ort und in einem der schönsten Eisstadien der Welt anzusehen.
Kassenöffnung: 11.00 Uhr, Einlass ins Stadion: 13.30 Uhr, Trainingsbeginn: 14.00 Uhr

Samstag, 16. März – Grand Prix Finale 7
Kassenöffnung 10.00 Uhr, Einlass ins Stadion: 15.30 Uhr, Rennen ab 16.20 Uhr

Sonntag, 17. März – Grand Prix Finale 8
Kassenöffnung 10,00 Uhr, Einlass ins Stadion: 12.30 Uhr, Rennen ab 13.20 Uhr
Fahrerlagerzugang / Pitwalk

Mit einer gültigen Eintrittskarte hat man am Samstag ab 15 Uhr und Sonntag ab 12 Uhr (30 Minuten) Zutritt ins Fahrerlager.

 

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