Mordsgaudi um Hochwürden in Pfaffing

... und die Frage, warum spricht Gott nicht mit ihm? Noch zwei Aufführungen

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Sonderapplaus für ihn: Hubert Bittner aus Forsting (links) steht als Hochwürden mit über 230 Text-Einsätzen im Mittelpunkt des Geschehens beim neuen, hochamüsanten Theaterstückl in Pfaffing. Ausgerechnet im Pfarrhaus auf der Gemeindesaal-Bühne is da Deife los, was noch zweimal am kommenden Samstag und Sonntag miterlebt werden kann! Es gibt viel zu lachen, auch Botschaften zum Nachdenken und eine tolle, schauspielerische Leistung des ganzen Ensembles um Regisseurin Lissy Nerbl …

Unser Foto oben zeigt von links auf der Pfaffinger Bühne Hubert Bittner, Franzi Wisneth und Andreas Sewald …

Von Beginn an für eine Stimmung allerbest sorgt der Steinbeiß Andi, der nicht nur im Stückl den ‚Checker‘ mimt, sondern der auch locker-charmant anmoderiert und dabei die Lacher schon auf seiner Seite hat.

Fotos: Renate Drax

Veränderungen, na, des is jetzt ned Seins: Pfarrer Bürschtel mag koa Neumodisches Zeugs, scho glei gar ned in da Kirch. Weil sei Vorbild, da Pfarrer Ackermann, der hätt des aa ois ned woin. Hubert Bittner spielt absolut textsicher mit schauspielerischem Talent – überzeugend in Hochwürdens-Gewand, Mimik und Gestik ganz großartig, energisch die Stimme. Moderne Rhythmen, damit mehra Leit ins Gotteshaus kemman, gar womöglich no in englischer Sprache – ja, wirkle ned! Da beißt die hübsche Kirchenchorleiterin Monika alias Julia Glasl (unser Foto) sauba auf göttlichen Granit.

Stets ausgleichend und auf Harmonie sowie das Wohl ihres hochwürdigen Bruders bedacht: Die Mechthild alias des Pfarrers Schwester alias Anneliese Baumann! Wunderbar authentisch und nie um eine Lösung verlegen. Da gibt’s dann auch scho moi Dinkel-Karotten zum Mittagessen! Weil’s eben ned Wurscht is.

Nur als der von ihr auf Diät gesetzte Bürschtel das Gleichgewicht verliert und sich den Hax bricht, agrad auf der Suche nach was ‚gscheits Essbarem‘, ab da zieht das vermeintliche Chaos ins Pfarrhaus ein.

Ein Aushilfspfarrer, der durch seine lockere, moderne Art die Gläubigen zahlreich in die Kirche lockt: Da strahlt die Mechthild bei so viel Coolness … Toll gespielt von Andreas Sewald und Anneliese Baumann.

Nicht nur, dass die beiden jungen Ministranten Franzl (eine gute Premiere von Franzi Wisneth auf der Bühne) und Maxl (Vitus Traunsteiner – rechts) ihre ‚Scherze‘ im Gotteshaus zu weit treiben … der Aushilfspfarrer braust auch noch per Motorradl heran: Andreas Sewald als Best-Besetzung! Modem, stets cool bleibend und auch noch im permanenten Dialog mit Gott! Da wird Pfarrer Bürschtel fast so blass wia sei Nachthemd, denn Gott – der spricht halt einfach ned mit ihm!

Als auch noch das frühere Klientel des Streetworker-Pfarrers Wolff im Pfarrhaus aus der Rotlichtszene – die hilflose Jenny (Katrin Spötzl) – Einzug hält, scheint die Welt im Dorf und ganz besonders die Welt von Kirchenvorständin Gundula alias Christa Schindecker (unser Foto) komplett aus den Fugen zu geraten …

Zu allem Übel: Die ehemaligen Zuhälter reisen an! Der Checker (Andi Steinbeiß) und sein Gehilfe Bonzo (Christian Obermaier – erst kurz vor der Premiere spontan eingesprungen, Applaus für ihn). Da muss Hochwürden schon mal in Notwehr zur Krücke greifen …

 Blumen fliegen durch die Luft, wenn da Checker und da Bonzo (rechts) agrad as Blumenwasser saufen miassn – bevor’s dastickan! An Chilli-Pfeffer-Schokolade.

Der Boden für viele Vorurteile, aus der Luft gegriffene Behauptungen und Unwahrheiten ist verlegt – Botschaften ans Publikum in Pfaffing folgen, die alle zum Nachdenken anregen.

Eine zweite, kleine Bühne im Saal rückt in den Mittelpunkt – und gesungen wird auch noch gemeinsam. Julia Glasl hat dafür eigens bei der wahren Pfaffinger Kirchenchorleiterin Umi Unterricht erhalten. Respekt! Und Brigitte Schwab kam zum Singen unterstützend hinzu. Mehr sogn ma jetzt aba nimma … sonst werd z’vui verraten.

Das schöne, liebevoll hergerichtete Pfarrstubn-Bühnenbild hat das Team gemeinsam gezaubert, Rosa Altenburger hilft wieder weiter als Souffleuse und Bettina Pöschl sowie Siglinde Kirmaier verdienen sich ein Sonderlob fürs Ressort Maske.

Klaus Wegmaier schaltet das Licht und Edi Altenburger zieht diesmal nicht nur den Vorhang … Aber, psst!

Ja mei – und wieda her mit de Bleame …

Ihr ist eine tolle Inszenierung gelungen: Die Laienspielgruppe Pfaffing steht unter der bewährten Regie von Lissy Nerbl (oben Mitte) – die sich auf das kommende Wochenende freuen darf: Dann endlich wird sie den Blumenstrauß von da Prosecco-Bar, den da Checker Andi ihr scho vier Moi übergeben hod und wieda zur weiteren Aufbewahrung entrissen hod, behalten dürfen. So wia’s ofangt, heards aa auf im Pfaffinger Gemeindesaal: Fröhlich! Sehr …

 

Die Aufführungen sind noch

am Samstag, 17. März, um 20 Uhr
am Sonntag, 18. März, bereits um 17 Uhr!

Der Vorverkauf im Pfaffinger Backhaus an der Hauptsraße ist ab mittags 12 bis 18 Uhr.

Eine telefonische Vorbestellung ist noch bei Elke Pfleger unter 08071/920098 möglich.

Restkarten eventuell an der Abendkasse.

Die Theaterspieler Pfaffing freuen sich auf die Besucher aus Nah und Fern!

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Ein Gedanke zu „Mordsgaudi um Hochwürden in Pfaffing

  1. Liabe Leid, des miast`s o schaun, i hobs scho gseng, echt guad !!!

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