Möbel – eine verständliche Leidenschaft

Führung durch die Möbelsammlung des Museums Wasserburg am kommenden Samstag

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Eine Führung durch die Möbelsammlung des Museums Wasserburg findet am Samstag, 6. Juli, um 14 Uhr statt. Das Museum Wasserburg besitzt eine der größten und vollständigsten Möbelsammlungen zur Wohnkultur Südostoberbayerns. Diese spannt den Bogen von der Gotik bis ins frühe 20. Jahrhundert und beinhaltet neben den berühmten „Bauernmöbeln“ auch Möbel des städtischen Bürgertums des 17. bis 19. Jahrhunderts.

Der Rundgang durch die heutige Dauerausstellung beginnt in der gotischen Wohnhalle des mittelalterlichen Patrizierhauses, in dem die Sammlung des Museums Wasserburg ausgestellt ist.

Unter den Renaissancefresken der Halle reihen sich prächtige Truhen gleichen Stils auf. Sie tragen wie man es in der Sprache ihrer Zeit ausdrückte „maureske und türkische züglein“, grafische Elemente, die wie die Arabeske der Natur entlehnt sind. Diese gelangten in der Renaissance als Dekor nach Europa und wurden mit dem Buchdruck im süddeutschen Raum verbreitet.

Der zweite Stock des Museums ist ganz den Möbeln gewidmet. Hier lässt sich auch die Entwicklung von der Truhe über den Truhenschrank zum Sockelschrank nachvollziehen.

Mitte des 18. Jahrhunderts ziehen die Marien- und Christusmonogramme in die bis dahin strenge grafische Gestaltung der Möbel ein. Einige Jahrzehnte später erstrahlen Schränke und Betten, ausgehend von den Tölzer Werkstätten, in prächtigen Farben. Religiöse Symbole, Heiligendarstellungen und bunte Vasensträuße werden je nach Werkstatt und Region zu Leitmotiven, die nun nicht mehr vom Kistler selbst, sondern von Malern aufgebracht wurden.

 

Mit den Haager Möbeln, Perthaler- und Obstädter Kistlern hat das Museum exemplarisch Werkstätten aufgegriffen, die stilprägend waren und seltene Qualität erreichten.

Neben den klassischen Möbeln besitzt das Museum auch eine kleine Sammlung von Spezialmöbeln. Darunter befinden sich exemplarisch ein Almer (ein frühneuzeitlicher Küchenschrank), ein Beichtstuhl der Renaissance sowie ein Kasten- und ein Truhenbett.

Die Zusammenschau der Möbel in der Ausstellung offenbart den besonderen kulturellen Wert der Objekte, die, wie kaum andere Zeugnisse der Sachkultur, Einblick in die Kulturgeschichte unserer Region geben.

Die Führung ist kostenlos, der Eintritt ins Museum ist zu entrichten.

 

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