Mit Roller zwei Jugendliche umgefahren

... und dann verfolgt: Schwerverletzter (15) und Verletzter (17) mussten weglaufen - Polizei ermittelt 37-Jährigen

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Mysteriöser Vorfall um Mitternacht: Die Rosenheimer Polizei wurde in der Nacht zum gestrigen Samstag über Notruf verständigt, dass zwei Jugendliche als Fußgänger von einem Motorradfahrer erst angefahren und nach dem Vorfall verfolgt worden seien. Sie seien von der Unfallstelle deshalb verletzt weggelaufen, der Verursacher sei geflüchtet und nicht mehr vor Ort. Wie die Polizei ermitteln konnte, stellt sich aktuell folgender Tathergang dar …

Ein 15- und ein 17-Jähriger gingen in der Nacht gemeinsam die Innaustraße entlang. Sie waren auf dem Nachhauseweg vom Happingerau See. Plötzlich kam von hinten ein Rollerfahrer, der in die Beiden hinein fuhr. Durch den Aufprall stürzten die Jugendlichen zu Boden. Der Rollerfahrer stürzte ebenfalls und etliche Fahrzeugteile vom Roller verteilten sich auf der Fahrbahn.

Nach dem Aufprall drohte der Rollerfahrer den beiden Jugendlichen „Schläge“ an, die daraufhin zum Teil schwer verletzt von der Unfallstelle wegliefen.

Sie konnten den alarmierten Polizisten eine gute Personenbeschreibung abgeben, da sie den Fahrer bereits am Happingerau See bemerkt hatten.

Nach der Aufnahme vor Ort sowie der ärztlichen Versorgung der beiden Jugendlichen, nahm die Polizei die weiteren Ermittlungen auf. Der 15-Jährige hatte schwere Verletzungen erlitten und musste stationär im Klinikum nach der Erstversorgung vor Ort aufgenommen werden. Der 17-Jährige war – nach Erkenntnissen der Polizei – zum Glück mit leichteren Verletzungen davongekommen.

Rund 45 Minuten später erhielt die Polizei einen Notruf, dass im Bereich der Äußeren-Münchener-Straße ein Rollerfahrer angefahren worden sei, der jetzt verletzt sei. Vor Ort traf die Polizei auf einen 37-Jährigen aus Rosenheim – die Personenbeschreibung passte exakt auf den Fahrer in der Innaustraße. Nun schilderte der 37-Jährige aber, dass er von einem Ford an der Einmündung in die Hochgernstraße angefahren worden sei -der Ford-Fahrer wiederum sei nach dem Zusammenstoß geflüchtet. Die Version klang für die Beamten sofort völlig unglaubwürdig, da weder Spuren auf der Fahrbahn festzustellen waren und auch der 37-Jährige seinen Roller nicht mit dabei hatte.

Das Rätsel war dann schnell gelöst: Der 37-Jährige war nach dem Vorfall in der Innaustraße (siehe ganz oben) mit seinem Moped zunächst nach Hause geflüchtet, hatte dann seinen Roller in die Garage gestellt und war danach in ein Lokal gegangen.

Von den anwesenden Gästen wurde er auf seine blutenden Wunden angesprochen und brauchte eine „Ausrede“. Er sagte zu den Gästen, dass er gerade von einem Auto angefahren worden sei – der Unfallfahrer sei geflüchtet. Zur Untermauerung seiner Geschichte, rief er die Polizei und Rettungsdienst, um die Glaubwürdigkeit weiter bestehen zu lassen.

Den „Unfall“ mit dem Ford-Fahrer hatte er erfunden – er war nie passiert.

Ein Mitgrund der mysteriösen Geschichte: Die Alkoholisierung des Rosenheimers von rund einem Promille Alkohol.

Die Polizei ermittelt nun gegen den 37-Jährigen wegen Strafvereitelung und Gefährdung des Straßenverkehrs. Der Führerschein und zur Klärung des Vorgangs wurde Kleidung sowie der Roller des Unfallverursachers sichergestellt.

Durch den Aufprall war der 37-Jährige leicht verletzt worden.

 

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