Mit Kuscheltieren die Angst nehmen

Kindergarten Gänseblümchen zu Besuch im „Teddybär-Krankenhaus“ in Wasserburg

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Mit Kuscheltieren Kindern die Angst vor Arzt und Krankenhaus nehmen – das ist das Ziel des „Teddybär-Krankenhauses Rosenheim“. Dieses wird seit drei Jahren in verschiedenen Orten im Landkreis kostenlos angeboten und von Ehrenamtlichen umgesetzt. Dieser Tage schlug es seine Stofftierstation im RoMed-Klinikum Wasserburg auf. So konnten auch die Kinder des Integrationskindergartens Gänseblümchen ihr „krankes“ Kuscheltier zur Untersuchung bringen.

Dabei schlüpften sie zum Beispiel als „Dr. ted. Maya“ oder „Dr. ted. Ben“ selbst in die Rolle der Ärztin oder des Arztes.

Die Aufregung im Vorfeld war natürlich groß und auch die Freude, als es endlich zu Fuß vom Kindergarten aus los ging. Im Krankenhaus angekommen begrüßten die angehenden Mediziner – alle zum „Dr. ted.“ qualifiziert – die Kinder und deren kleine Patienten recht herzlich. Diese wurden sogleich aufgenommen, also gemessen und gewogen, und es wurde eine „Krankenakte“ angelegt.

Mit Malstiften ausgestattet ging es anschließend in den Warteraum. Dann wurde es ernst: Einer der Teddybär-Ärtze holte je ein Kind mit seinem Kuscheltier ab. In eigens abgetrennten Kabinen untersuchten sie gemeinsam den kleinen Patienten: Sie horchten das Herz ab oder gaben schon die erste Spritze. Eine Vermutung hatten die meisten Kuscheltiereltern ja schon, aber was ihrem Liebling wohl wirklich fehlt? Dem wurde jetzt nachgegangen.

„Elli hat sich einen Arm gebrochen, ein Bein verstaucht und einen Legostein verschluckt“, weiß die sechsjährige Josephine jetzt. Denn gemeinsam mit einer „Dr. ted.” hatte sie ihren Stoffhasen in einem – extra nachgebauten – MRT untersucht. Auch bei den anderen Kuscheltieren war eine kleine Operation fällig: Mit Haube, Kittel, Mundschutz und Handschuhen ausgerüstet ging es in den „OP“.

Narkose geben, Fremdkörper entfernen, verbinden –  das alles leisteten die kleinen Ärztinnen und Ärzte selbst und waren dabei sehr konzentriert bei der Sache. In der Apotheke lösten sie ihr Rezept gegen „Medikamente“ und Verbandsmaterial ein, um ihre Kuscheltiere auch daheim gut versorgen zu können.

Dann waren die Kuscheltier-Eltern dran: An der Zahnstation wurde ihnen anhand eines übergroßen Gebisses die Notwendigkeit des richtigen Zähneputzens erklärt und mit einer Riesen-Zahnbürste gemeinsam geübt. Abschließend durften alle Kindergartenkinder einen echten Krankenwagen von innen kennen lernen. Gerne warf eine Fahrerin der „Johanniter“ zum Abschied noch das Martinshorn an. Nach fast zwei Stunden stapften alle wieder zurück zum Kindergarten – mit ihrem „gesunden“ Kuscheltier fest im Arm.

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