Mit der S-Bahn bis nach Reitmehring?

SPD-Bundestagsabgordneter Ewald Schurer: „Das ist nicht mehr unrealistisch"

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Eine S-Bahn-Fahrt von Ebersberg nach Reitmehring  – das gab’s bisher nur ein einziges Mal. Nämlich 1988 bei einer Geisterfahrt, als der Lokführer in Ebersberg kurz auf die Toilette musste und sich der Triebwagen selbstständig in Bewegung setzte. Der Zug entgleiste am Reitmehringer Bahnhof. Doch jetzt kommt die S-Bahn Richtung Wasserburg offenbar wieder ins Rollen. 

Der Münchner Merkur berichtet, dass Bayerns Verkehrsminister die Elektrifizierung der Strecke Ebersberg-Wasserburg in der Dringlichkeit um eine Stufe nach oben befördert hat. Und das bestätigt auf Anfrage auch Ebersbergs SPD-Bundestagsabgeorneter Ewald Schurer.

„Wir dürfen da jetzt nicht meinen, dass das gleich morgen kommt. Aber fest steht: Über die Elektrifizierung der Strecke wird ernsthaft nachgedacht. Wenn in zwei bis drei Jahren die Planungen abgeschlossen sind, könnten in sieben bis acht Jahren die S-Bahn-Züge von München bis Reitmehring rollen“, so Bahn-Experte Schurer gegenüber der Wasserburger Stimme.

Tatsächlich sei Verkehrsminister Joachim Herrmann dabei, den Ausbau der Bahnstrecken in Bayern neu zu ordnen. Dazu werde ein Drei-Phasen-Programm aufgelegt, dessen Entwurf eigentlich noch geheim gewesen sei. Schurer: „Doch dann hat sich das Ministerium überraschend doch geäußert.“ Und dabei sei ans Licht gekommen, dass die Elektrifizierung der Strecke Ebersberg-Wasserburg in der Dringlichkeit um eine Stufe nach oben gerutscht sei. „Das ist eine Voraussetzung dafür, dass auf dieser Strecke S-Bahn-Züge verkehren können.“

Für ihn sei der Ausbau der S-Bahn nach Reitmehring ein absolut begrüßenswerter Schritt, so der SPD-Bundestagsabgeordnete. „Tagestouristen aus München erreichen so die wunderbare Stadt Wasserburg viel einfacher. Und natürlich werden sich auch die Pendler freuen.“ HC

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22 Gedanken zu „Mit der S-Bahn bis nach Reitmehring?

  1. Holger Kalvelage

    Dringend geboten ein solcher Schritt, aber bei unseren Planungswahnsinnigen in Verwaltung, Politik UND Wirtschaft
    dauert das sicher 20 Jahre

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    1. Ich finde nicht, dass wir das brauchen! Weil bezahlbarer Wohnraum dadurch noch seltener wird als er eh schon ist.
      Desweiteren bräuchten wir eine Lösung wegen der Bahnschranke in Reitmehring, diese lässt ja auch schon lange auf sich warten und dann S-Bahn fahren wollen.

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      1. Die Preise steigen auch ohne S-Bahn massiv an. Und die Bevölkerungszahl nimmt auch im Raum Wasserburg massiv zu (7 – 8% ). War so, ist so und wird auch in den nächsten Jahren so bleiben. Zwangsläufig werden dazu, nach ihrem Wünschen, der Mobilitätsbedarf dann weiterhin auf der Straße verlagert, was massiven Straßenbauflächenfraß zur Folge hat, was zu steigenden Preisen bei den Grundstücken führt und damit zu steigenden Preisen bei den Wohnungen.
        Hinzu kommen sehr hohe finanzielle Aufwendungen für diese Individualmobilitätsform. Dies wird meistens in solchen Argumentationen völlig ausser acht gelassen.
        Ihr Gegenmodell wäre also richtigweise: Nur Wohnungen an der B15NEU zu erreichten, da dort bei der gelben Autobahn diese günstig bleiben und nur mit eigenem Auto (ohne ÖV). Na dann, viel Spaß beim Wohnen ….

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    2. Das ist nicht ganz vor der Hand zu weisen. Die Elektrifizierung dieser Strecke ist technisch einfach und finanziell sehr überschaubar. Es wäre sogar ein echter Beitrag zur nachhaltigen Elektromobilität des Öffentlichen Nahverkehrs für saubere Luft und ein echter Beitrag zum Umweltschutz. Die Fahrzeiten könnten sich verkürzen und ein Umsteigen wäre (meist) unnötig.
      Jedoch gilt es sehr wachsam gegenüber der CSU zu sein. Es ist Wahlkampf! Da wurden vor der Wahl schon sehr vielen anderen Landkreisen und Gemeinden immer wieder solche ÖV-Ausbauprojekte versprochen, die nach der Wahl ganz schnell vergessen, und sogar von selbiger Partei zugunsten des umweltverschmutzenden Kfz-Verkehrs, gestrichen wurde.
      Die größte Gefahr geht aber vom 2. S-Bahntunnel in München der CSU aus. Bei diesem sind die massive Kostexplosionen bereits zu befürchten. Bei 3,8 Mrd. € wird es sicherlich nicht bleiben. Die Folgen sind weitere massive Streichungen im Bereich des Öffentlichen Verkehrs bei anderen Projekten für einen fast nutzlosen Tunnel. Hier darf man dann selbst bei so kleinen und einfachen Projekten, die uns eine saubere Umwelt und saubere Luft verschaffen, von einem Realisierungszeitpunkt weit nach 2050 ausgehen.

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      1. SPD-Bundestagsabgeorneter Ewald Schurer haut was raus und Du schreibst „wachsam gegenüber der CSU … Wahlkampf“

        Alter schwede wenn jetzt schon die CSU schuld ist weil ein SPDler unüberlegt was raus haut, dann merci, da wundwert mich nix mehr.
        Bisserl verschoben Deine Realität …

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        1. Tja, das ist leider so. Die CSU ist nur gegenüber der Autolobby zuverlässig in ihren Versprechungen. Und das ist ja kein Geheimnis gewesen, da die CSU sowas gerne vorab lanziert, um sich als DIE UMWELTSCHÜTZER und als DIE ÖV-FÖRDERER feiern zu lassen – vor der Wahl. Nach der Wahl sieht das immer ganz anders aus. Da werden statt 250 Mio. € für den ÖV gerne mal 500 Mio. € für den Straßenbau umgeschichete, WEIL MAN KEIN GELD HAT UND SPAREN MUSS! Allerdings nur beim ÖV. Da ist nichts verschoben. Und schon garnicht was die Realität gegenüber der CSU betrifft. Da bleibt abzuwarten, was von der Drei-Phasen-Programm (ursprünglich 4 Phasen) übrigbleibt, wenn der Tunnel erstmal in den Kosten explodiert. Die meisten der dort genannten ÖV-Projekte, werden seit teilweise 30 – 40 Jahren vom Freistaat „geplant“ und sollen erst in 30 – 50 Jahren umgesetzt werden. Und SIE zweifeln an meinem Realitätssinn? Mir ist klar, dass tut ihnen weh. Aber das gehört eben zur Realität mancher Parteien.

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        2. Lieber Gast44, nachdem die vielen, vielen zu Worten sortierten Buchstaben in obigem Artikel sie offenbar heillos überfordern, hier die entscheidenden Zitate nochmal zusammengefasst: „Der Münchner Merkur berichtet, dass Bayerns Verkehrsminister die Elektrifizierung der Strecke Ebersberg-Wasserburg in der Dringlichkeit um eine Stufe nach oben befördert hat. …

          Tatsächlich sei Verkehrsminister Joachim Herrmann dabei, den Ausbau der Bahnstrecken in Bayern neu zu ordnen. Dazu werde ein Drei-Phasen-Programm aufgelegt, dessen Entwurf eigentlich noch geheim gewesen sei. Schurer: „Doch dann hat sich das Ministerium überraschend doch geäußert.“ (Zitate Ende)
          Also: der Ewald Schurer von der SPD greift nur auf, was der Joachim Herrmann von der CSU bzw. dessen Ministerium verlautbart. Gleichzeitig war es auch die CSU, die mit dem Durchdrücken der 2. Stammstrecke die Finanzierung aller weiteren dringend erforderlichen Nahverkehrsprojekte gefährdet. Der Gast69 liegt mit seinen Aussagen also schon richtig.

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  2. 1988 wurde ja schon mal bewiesen, dass man nicht mal Strom benötigt um die S-Bahn von Ebersberg nach Reitmehring zu bekommen. Siehe Bahnunfall …

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  3. S-Bahn schön und gut, aber wie soll man da schneller nach München kommen? München Hbf. – Grafing Bf. mit der S-Bahn in 41min und mit dem Zug 21min….
    Sinnvoll wäre ein Expresszug Wasserburg – München und dann jeweils zu den Stoßzeiten zwei-/dreimal.

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    1. Gibt es doch schon. Einfach mal mit einen dieser Züge von Reitmehring nach München durchfahren. Oder man steigt heute schon auf die Meridianzüge um. Und nach der Elektrifizierung ist es ebenso – nur schneller. Es gibt schon erste Fahrplanentwürfe. Und von den heutigen (Diesel-) Fahrzeiten auf S-Bahnfahrzeiten zu schließen, ist viel zu kurz gesprungen, da E-Fahrzeuge gegenüber den alten Dieselfahrzeugen wesentlich langsamer sind. Zudem wird die Strecke zwischen Ebersberg und Reitmehring sicherlich noch etwas beschleunigt.
      Und wenn die S-Bahn direkt von der Altstadt nach München durchfährt, ist diese gebenüber dem Auto unschlagbar.

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      1. Das Verständnisproblem ist wohl nicht die Umrechnung der Dieselfahrzeiten, sondern dass auch der Artikel oben mal wieder nicht betont, dass eine solche S-Bahn nach Reitmehring nicht an sämtlichen Haltestellen zwischen Ostbahnhof und Grafing halten würde, sondern eine sogenannte Express-S-Bahn wäre. Also von den Haltestellen eher so, wie die heutigen bis München durchgehenden Züge – evtl. mit wenigen zusätzlichen Halten (z.B. in Trudering mit Umsteigemöglichkeit zur U-Bahn) und trotzdem schneller, dafür mit modernerem Zugmaterial.

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  4. Alt Wasserburger

    Mit anderen Worten in 10 Jahren können wir uns alle neue Wohnungen weit außerhalb von Wasserburg suchen und die Hausbesitzer sind Millionäre.

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  5. sehr schön, aber warum die S-Bahn 5 km vor der Stadt enden lassen

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    1. Wolfgang Smasal

      Da muss ich dem Christian und dem Gast 69 leider Recht geben. Ohne die dauerwahlkämpfende CSU, die kein Fest auslässt, um uns mit Infoständen zu beglücken hätten wir längst die S-Bahn in Wasserburg, mit Halt in der Burgau, der Altstadt und dem Burgerfeld selbstredend und auch die Magnetschwebebahn zum Sanftl mit Zwischenstopp am Penzinger See wäre längst realisiert …. aber mei die Schwarzen…wos soi ma do no sogn?

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      1. Wasserburger

        Dann wird in Wasserburg alles zugepflastert.., nix mehr mit schöner Landschaft…da wird die _Csu bestimmt auch des Ihrige dazu tun, aber junge Wasserburger kinnan dann ja nach Wakldkraiburg ziehen, da ist es billiger, in Wasserburg gibt s dann no mehr Zuzogne Münchner die alles besetzen, weil sie sich s Leisten können

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  6. Wurschtbrotsepp

    Ich wäre ja für den Transrapid. Aber nur von Reitmehring bis in die Altstadt.

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    1. Immer wieder schön zu lesen, wie ein „Sommerloch-Zeitungsbericht“ die Fantasie der Leser beflügelt. # Wartet doch bis der Brennerbasistunnelzulauf über Reitmehring fertig wird, dann kann man über Italien nach München fahren, dauert zwar länger, aber Landschaftlich einiges zu sehen. # Ich bin ja für die Verlängerung der U-Bahm Messe München nach Haag und weiter nach Wasserburg Stadt / Hofstatt, das Dach für die Rolltreppe gibt es ja schon lange! # 😉

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  7. Wahrscheinlich wird zuerst die Überführung gebaut, natürlich zu niedrieg für eine Elektrifizierung, um dann mit immensen Mehrkosten die S-bahn zu realisieren.

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  8. Alt Wasserburger

    Das mit dem Neubau der ROMED Klinik sollte dann auch nochmal überdacht werden, wie sollen sich die Pflegerinnen und Pfleger die Mieten leisten?

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    1. da wäre es gut, wenn man gleich Betriebswohnungen mitbauen könnte – hat die Linke Liste auch schon mal vorgeschlagen – und zu den ganzen visionären Verkehrskonzepten – bei der letzten Informationsveranstaltung der Stadt zu ISEK mit Schwerpunkt Verkehr wurde ua eine Standseilbahn vom Busbahnhof in die Burgau vorgestellt – eine vergleichbare Seilbahn in einer anderen Stadt kostete 11 Mio – also ruhig noch ein wenig weiter Brainstormen – alles ist möglich

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  9. Manuel Michaelis

    Suche Mitstreiter für eine Wasserburger proAirport Gruppe. Wir könnten die dritte Startbahn im Blaufeld gebrauchen.

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    1. die Startbahn gibts ja schon, nur ein wenig außerhalb und bis jetzt nur für sehr kleine Flugzeuge 😉 http://ig-lilienthal.de/index.php/verein-menu/anfahrt – und der Filzenexpress ist der perfekte Zubringer

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