Mit dem Teddybär unter dem Arm

Rumänische Waisenkinder von Gastfamilien im Altlandkreis empfangen

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Am heutigen, sehr frühen Morgen standen sie da mit Teddybär und Kuschelkissen im Arm und strahlten über das ganze Gesicht: Um 4.30 Uhr sind 15 rumänische Waisenkinder im Alter von fünf bis 17 Jahren nach einer langen, zwölfstündigen Busfahrt angekommen. „Was, es ist noch mitten in der Nacht?“ fragt die zehnjährige Rucsi. Für sie ist es bereits heller Tag – d e r Tag, den sie und die anderen Kinder so lange herbeigesehnt haben. Freudestrahlend werden sie von ihren Gastfamilien aus Wasserburg und Umgebung begrüßt – hier werden sie nun für die kommenden zehn Wochen bleiben, solange dauern die rumänischen Sommerferien …

Wie jedes Jahr bringt der Edlinger Verein „Hilfe für rumänische Waisenkinder e.V.“, der seit 20 Jahren zwei Kinderhäuser für 24 Waisenkinder in Santana/Rumänien betreut, die Kinder für die Ferienzeit zu Gastfamilien.

Um neben der Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse – die Kinder gehen alle auf deutsche Schulen in Rumänien – ihnen ein Gefühl von Familie und elterlicher Fürsorge zu geben: Für viele sei es ist wie ein „Nachhause kommen“.

Manche Waisenkinder kommen zum Teil bereits seit vielen Jahren zu ihren Gastfamilien, für einige Kinder ist es das erste Mal in Deutschland.

Die Neulinge dürfen ihre ersten Ferien in Deutschland bei der Vereinsvorsitzenden Luise Fichtl in Edling verbringen, wo sie sich langsam mit Umgebung, Sprache und Gepflogenheiten vertraut machen.

„Fahren wir jetzt nach Hause?“ fragt ein Mädchen am Busbahnhof ihre Gastmutter und kann es kaum erwarten, in die vertraute Umgebung zu kommen und Familie und Freunde vom letzten Jahr zu treffen.

Schnell werden die anderen Kinder verabschiedet und weg sind sie.

Am Sonntag, 2. Juli, treffen sie sich alle wieder, wenn im Rahmen einer Benefizveranstaltung des Vereins im Wildpark Oberreith  Dr. Döblingers Kasperltheater spielt.

Bei Interesse, den Verein als Gasteltern oder durch Spenden zu unterstützen, Details hierzu unter www.waisenkinder-ev.de.

Karten für „Kasperl und die Stinkprinzessin“ am 2. Juli, 10.30 Uhr, gibt es noch im Wildpark Oberreith oder bei der Sparkasse Wasserburg.

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3 Gedanken zu „Mit dem Teddybär unter dem Arm

  1. Ich finde es sehr schön, dass diese Kinder hier bei uns in Gastfamilien aufgenommen werden, Mir stellt sich aber auch die Frage, ob nicht jedesmal nach den 10 Wochen, die sie hier verbracht haben, die Kinderseele leidet, wenn es wieder zurück nach Rumänien geht. Bestünde denn nicht die Möglichkeit, dass diese Gastfamilien die Waisenkinder adoptieren und Ihnen somit das immer wieder kehrende Abschiednehmen erparen könnten?

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    1. Sehe ich genauso wie Crescendo.
      Ich denke auch das wenn man den Kindern zeigt wie reich wir hier leben und sie dann wieder in die Trost- und Chancenlosigkeit zurückschickt das Leid und die Sehnsucht nur verstärkt.

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      1. Liebgard Wessiak, seit 2013 Gastmutter eines rumänischen Waisenkindes

        Ihr habt völlig recht – es wäre natürlich eine schöne Sache, die Kinder nicht nach 10 Wochen wieder nach Hause zu schicken – und etliche Gasteltern würden liebend gerne „ihre“ Gastkinder adoptieren – nun ist es aber leider so, dass Rumänien die Auslandsadoption seit vielen Jahren verbietet. Nachdem nach der Wende 1989/90 die Bilder über die furchtbaren Zustände in den Kinderhäusern Rumäniens um die Welt gingen, florierte die Auslandsadoption und nicht nur diese, auch der Kinderhandel. Als Eintrittskarte in die EU bzw. zur“ Lösung dieses Problems“, wurde die Auslandsadoption verboten . Die Tradition der Kinder- und Waisenhäuser setzt sich leider aber fort…. und es leben sehr, sehr viele Kinder – meist Sozialwaisen – in diesen Häusern. Die staatlichen Heime sind mehr Aufbewahrungsorte, die Häuser, die von ausländischen Organisationen geführt werden, versuchen den Kindern etwas mehr auf ihren Weg mitzugeben. Dazu zählt z.B. auch Bildung, individuelle Förderung, Perspektiven, familiärer Anschluss, etc. – natürlich ist dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber vielleicht wird so für das ein oder andere Kind eine bessere Zukunft ermöglicht bzw. verhindert, dass sie das eigene Schicksal für ihre eigenen Kinder wiederholen…

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