Mit dem Rücken zur Wand

Eishockey: Für die Starbulls Rosenheim heißt es morgen 'siegen oder fliegen'

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Die sportlichen Schlussakte überschlagen sich gerade in der Region – auch in der Eishockey-Szene, wobei es für die Starbulls Rosenheim gar nicht gut ausschaut. Man steht mit dem Rücken zur Wand am morgigen Sonntag, wenn es im Play-Off-Viertelfinale gegen die Hannover Scorpions darum geht: Siegen oder fliegen!

Denn die Starbulls Rosenheim haben gestern auch ihr zweites Playoff-Viertelfinalspiel um den Meistertitel in der Eishockey-Oberliga gegen die Hannover Scorpions verloren. Vor 1.621 Zuschauern ging die Mannschaft von Manuel Kofler zwar früh in Führung, lag nach zwei Dritteln dann aber mit 1:5 im Hintertreffen.

Dank einer sensationellen Aufholjagd im letzten Spielabschnitt gelang den Grün-Weißen der Ausgleich zum 5:5, ehe die Hausherren aus dem Nichts zu ihrem in dieser Phase überaus glücklichen Siegtreffer kamen.

In der über maximal fünf Spiele gehenden Serie stehen die Starbulls nun mit dem Rücken zur Wand. Am Sonntag muss im zweiten Heimspiel unbedingt ein Sieg her, um die Chancen auf den Halbfinaleinzug zu wahren. Gelingt dies nicht, wäre die Saison abrupt beendet.

Beginn der Partie im emilo-Stadion ist am Sonntag um 17 Uhr.

Karten für das dritte Playoff-Viertelfinalspiel der Starbulls gegen die Hannover Scorpions sind jederzeit online zum Selbstausdruck im Ticketshop auf www.starbulls.de erhältlich. Die Tageskasse am Stadion öffnet um 15 Uhr.

Der Spielbericht zu gestern:

Neben dem weiterhin fehlenden Christoph Echtler musste die Grün-Weißen auch auf Spielgestalter Michael Fröhlich verzichten, der im zweiten Drittel des ersten Aufeinandertreffens einen Stockschlag abbekommen hatte und deshalb nicht mehr weiterspielen konnte. Trotzdem begann die Partie auf dem Mellendorfer Eis verheißungsvoll für die Starbulls. Der junge Kanadier Chase Witala, der diesmal anstelle des Finnen Petri Lammassaari stürmte, traf in Überzahl nach feiner Einzelleistung zur frühen Rosenheimer Führung (5.). Die Hausherren hatten Probleme ins Spiel zu finden, trafen aber trotzdem zum 1:1. Björn Bombis verwandelte frei vor Torwart Steinhauer eiskalt, nachdem er die Scheibe technisch versiert in der Luft angenommen hatte, zum 1:1 (13.).

Kurz vor der Pause dann ein Doppelschlag der Scorpions, die ebenso wie zuvor die Gäste ihr erstes Überzahlspiel erfolgreich nutzen konnten. Beim Schuss von Topscorer Patrick Schmid war Lukas Steinhauer machtlos, nachdem er zuvor schon mächtig unter Beschuss stand – 2:1 (18.). Gut eineinhalb Minuten danach behielt Sachar Blank bei einem Getümmel am Rosenheimer Torraum die Übersicht und schob zum 3:1 ein (20.).

Auch ins zweite Drittel starteten die Starbulls als das aktivere Team, diesmal allerdings ohne Torerfolg. Stattdessen schlugen die Gastgeber nach einem Rosenheimer Scheibenverlust im Spielaufbau erneut eiskalt zu. Sean Fischer ließ sich die unverhoffte Chance alleine vor Torwart Steinhauer nicht nehmen und traf zum 4:1 (26.). Die Hausherren agierten nun abgeklärt und souverän, und als Dennis Schütt nach einer unübersichtlichen Situation Sekunden vor der zweiten Pausensirene auf 5:1 erhöhte, schien das Spiel bereits entschieden.

Doch die Grün-Weißen hatten sich mit der drohenden Niederlage nicht abgefunden und drehten im letzten Spielabschnitt noch einmal mächtig auf. Mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend verkürzte Witala auf 5:2, nachdem er im Slot einen Pass von Manuel Neumann bekam und einen Gegenspieler vernaschte (42.). Die Starbulls machten mächtig Druck, und vor allem die Sturmreihe mit Witala, Vitezslav Bilek und Dominik Daxlberger sorgte für permanente Gefahr vor dem Tor der Scorpions. Und Bilek stellte schließlich per Doppelpack den Anschluss her. Zunächst schlenzte er nach Zuspiel von Witala die Scheibe an Torwart Linda cool zum 5:3 vorbei (45.), dann netzte er nach Pass von Witala aus halbrechter Position zum 5:4 ein (48.). Im Powerplay gelang Fabian Zick mit einem satten Schuss aus wenigen Metern der nun völlig verdiente Ausgleich zum 5:5 (53.). Ein weiteres Überzahlspiel gegen die jetzt völlig von der Rolle wirkenden Scorpions blieb leider erfolglos – und plötztlich trafen die Gastgeber aus dem Nichts zum 6:5. Einen über Bombis und Sebastian Lehmann vorgetragenen Gegenangriff schloss Brian Gibbons frei vor Steinhauer erfolgreich ab (56.).

Die Starbulls versuchten noch einmal alles und hatten gute Möglichkeiten zum erneuten Ausgleich. Als Lukas Steinhauer sein Tor schließlich zu Gunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte, scheiterte Tobias Draxinger mit einem von Torwart Björn Linda noch abgelenkten Schuss an der Latte (60.). Die sensationelle Aufholjagd der Starbulls im letzten Spielabschnitt blieb letztlich unbelohnt. Die Ansage war trotzdem deutlich: Die Starbulls-Mannschaft glaubt fest daran, die Serie trotz zweier Niederlagen in den ersten beiden Spielen noch zu drehen und will nun mit einem Heimsieg am Sonntag die Wende einleiten.

Sollten die Starbulls den ersten „Serien-Matchpuck“ der Scorpions mit einem Heimsieg am morgigen Sonntag erfolgreich abwehren, folgt das vierte Spiel der Viertelfinalserie am kommenden Dienstag (Beginn 20 Uhr) in Mellendorf/Wedemark. Das fünfte Aufeinandertreffen des Tabellenzweiten der Oberliga Süd mit dem Tabellenvierten der Oberliga Nord wäre für Gründonnerstag um 19.30 Uhr im Rosenheimer emilo-Stadion terminiert.

Foto: Starbulls/Schirmer

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