„Menge ist ausbaufähig“

Landkreis: Erste Bilanz zum Bioabfall-Bringsystem - Schlusslicht Pfaffing

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Im Landkreis Rosenheim wurden vergangenes Jahr 277 Tonnen Küchen- und Speise-Abfälle von den Bürgern zu den Sammelstellen an die Wertstoffhöfe gebracht. Dieses Bringsystem war Anfang 2017 landkreisweit eingeführt und vom bifa-Umweltinstitut begleitet worden. Im Umweltausschuss des Landkreises wurde jetzt Bilanz gezogen: Das Schlusslicht aller Gemeinden ist Pfaffing mit 0,3 Kilogramm Bioabfall pro Einwohner im Jahr. Der Mittelwert, berechnet aus den Ergebnissen aller Wertstoffhöfe, beträgt 0,83 Kilogramm im Landkreis.

Die Umweltingenieurin Sarah Tschachtli von bifa präsentierte die ermittelten Daten und stellte abschließend fest, dass die Nutzer grundsätzlich zufrieden seien und die gesammelte Menge von 277 Tonnen jedoch noch ausbaufähig sei.

Verbesserungsvorschläge kommen da von den Bürgern selbst. Dazu gehören längere Öffnungszeiten an den Wertstoffhöfen, weitere Informationsmaterialien, Ausspülmöglichkeiten für die Zehn-Liter-Kunststoffbehälter sowie größere und stabilere Tüten.

Die von dem Umweltinstitut durchgeführten Interviews zeigen aber auch, dass nicht alle ihren  Bioabfall an den Wertstoffhof bringen wollen.

Die Gründe sind teilweise sehr unterschiedlich: Neben dem fehlenden Platz zur Sammlung im Haushalt wurde auch das fehlende Mengenaufkommen genannt, beispielsweise durch Eigenkompostierung oder Verfütterung an Tiere.

Manche Nutzer würden es bevorzugen, wenn der Bioabfall von zu Hause abgeholt würde.

Die Mitglieder im Umweltausschuss diskutierten daraufhin das Für und Wider von Bring- und Holsystemen. Tschachtli meinte dazu auf Nachfrage, dass es in Bayern nicht das bewährte System gebe und jeder Landkreis oder jede kreisfreie Stadt eigene Lösungen entwickle. Tschachtli berichtete zudem von drei Landkreisen, die aus Kostengründen auf die Einführung von Biotonnen verzichtet hatten, denn sie hätten neue Fahrzeuge und zusätzliches Personal gebraucht.

Der Abschlussbericht des Umweltinstituts bifa enthält eine Tabelle, die zeigt, wie viel Bioabfall pro Einwohner im Jahr zu den 42 Wertstoffhöfen gebracht wurde.

An der Spitze steht Gstadt mit 2,7 Kilogramm, gefolgt von Tuntenhausen und Raubling. Am Ende befinden sich Rohrdorf und Stephanskirchen sowie ganz am Ende Pfaffing (siehe oben).

Die landkreisweite Einführung von Biotonnen an Wertstoffhöfen betrifft nicht die Stadt Wasserburg. Dort werden Müllabfuhr und Wertstoffsammlung traditionell in eigener Regie organisiert.

Bioabfälle sind Reste von Obst, Gemüse und Salat, gekochte und ungekochte Speisereste, verdorbene und verschimmelte Lebensmittel ohne Verpackungen, Brot- und Gebäckreste, Fleisch- und Wurstreste sowie Knochen, Kaffeefilter und Teebeutel, Eier- und Nussschalen sowie Obstkerne, Käse-, Quark und Joghurtrest sowie Küchenfette.

 

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