Mehr Kino geht nicht …

Unser Film-Tipp für den morgigen Freitagabend am Stoa: „Once Upon A Time In … Hollywood”

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Wer bisher noch nicht die Gelegenheit hatte und wer Kino liebt, kommt um diesen Film einfach nicht drumrum: Das Tarantino-Werk „Once Upon A Time In … Hollywood”, das nicht zuletzt von dem Darsteller-Duo Leonardo DiCaprio und Brad Pitt lebt, ist am morgigen Freitagabend am Stoa bei Edling unter freiem Himmel zu sehen. Der Film ist der vermutliche Abschluss einer Trilogie, die außerdem “Inglourious Basterds” und Django Unchained” umfasst, in denen Historie Kraft des Kinos neu geschrieben wird. Lose basieren ihre Figuren auf Burt Reynolds und Hal Needham, und doch sind der Fernsehstar Rick Dalton und sein Stuntman Cliff Booth frei erfunden in dieser wundersamen Parallelwelt, die – vergessen Sie nicht den Titel – ein Märchen ist, das seinen eigenen Gesetzen folgt.

Zwei Tage im Februar 1969 machen den Großteil der Handlung aus. Rick kann nur noch mit Mühe vom Ruhm seiner Serie “Bounty Law” zehren, die ihm in den Fünfzigerjahren die Aussicht bescherte, ihn zum Star werden zu lassen. Substanzielle Angebote gibt es längst nicht mehr für den eitlen, von sich selbst besessenen Mann. Während er bei einem seiner vielen Gastauftritte als eindimensionaler Bösewicht in einem neuen Fernsehwestern neues Selbstvertrauen als Schauspieler schöpfen will, fährt der souveräne und in sich selbst ruhende Cliff, ein dekorierter Kriegsheld, endlos durch die Straßen eines sich verändernden Hollywoods, in dem Popmusik und Jingles nonstop aus dem Radio plärren. Er nimmt ein trampendes Hippiemädchen mit und landet auf der Spahn Movie Ranch, wo sich die Family von Charles Manson häuslich eingerichtet hat …

Es ist ein Drahtseilakt, den Quentin Tarantino hier vollzieht, und er ist unerhört, unverschämt, unglaublich. Und eine echte Offenbarung. Daraus ist eine überbordende Kollage entstanden, an dem man sich nicht sattsehen kann, den nicht zuletzt Brad Pitt nutzt, um sich zurückzumelden als King of Cool, über den man redet, der aber auch alle anderen Schauspieler, die an uns vorbeitanzen, toll aussehen lässt, und in dem doch Sharon Tate die lachende Seele ist, die letzte Unschuld in einer Welt, in der alle Füße – Tarantino liebt Füße – gleich schmutzig sind, ob man nun zum Establishment gehört oder zur Gegenkultur.

Am Ende hilft nur die Überzeugung, dass Kino alles kann, wenn es nur will. Mehr Kino geht nicht.

Once Upon a Time… in Hollywood

GB, US

2019

REGIE Quentin Tarantino

DARSTELLER Leonardo DiCaprio, Margot Robbie, Brad Pitt, Al Pacino, Kurt Russell, Timothy Olyphant, Lena Dunham, Emile Hirsch, Dakota Fanning, Luke Perry

KAMERA Robert Richardson

AB 16 JAHRE

LÄNGE 165 MIN.

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