Mehr als eine soziale Servicestelle

Landkreis Rosenheim verleiht Sozialpreis 2020 an Verein „Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham"

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„Sie sind ein idealer Preisträger“, sagte Landrat Otto Lederer. Ohne Festakt und nur in einem sehr kleinen Kreis verlieh der Landrat den Sozialpreis 2020 des Landkreises Rosenheim an den Verein „Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham“. Die erste Vorsitzende des Vereins Ursula Borkenhagen sprach von einer Riesenfreude: „Das ehrt uns sehr. Ich sehe den Preis als Anerkennung für den eingeschlagenen Weg.“

Die Verleihung fand im Sitzungssaal des Rathauses von Feldkirchen-Westerham statt. „Gott sei Dank gibt es viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren“, sagte der Landrat in seiner Laudatio. „Sie machen es für andere Menschen, sie wollen etwas bewegen, etwas voranbringen und sie machen es nicht für Urkunden oder Auszeichnungen. Trotzdem ist es wichtig, Leuchttürme herauszustellen und aufzuzeigen, welch tolle Organisationen wir haben.“

 

Für Landrat Lederer kann der Sozialpreisträger Beispiel oder Ideengeber für andere Gemeinden sein. Die zweite Bürgermeisterin Christiane Noisternig freute sich sichtlich und lobte den Verein „Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham“ als Institution, „auf die wir alle wahnsinnig stolz sind.“

 

Die Vereinsvorsitzende Ursula Borkenhagen, die den Preis zusammen mit Kassier Dr. Manfred Bischoff entgegennahm, erinnerte an die Anfänge. Beim Thema Dorfentwicklung wollte man nicht immer nur das Bauliche sehen, sondern auch das Soziale. 2012 entschied man sich, einen eigenen Verein zu gründen, in dem nur andere Vereine aus der Gemeinde ordentliches Mitglied werden können. Auch die Gemeinde war von Anfang an mit im Boot. „Es geht darum, nicht alleine zu wursteln, sondern uns zu vernetzen.“ Das scheint gelungen. Immerhin 23 Vereine haben sich neben der Gemeinde, dem „Sozialen Netzwerk“ angeschlossen. Gemeinsam gestalten sie das soziale Leben in Feldkirchen-Westerham, wirken zusammen und suchen kooperative Lösungen für gemeinschaftliche Aufgaben. Für Borkenhagen ist diese funktionierende Netzwerk ein weicher Standortfaktor für die Gemeinde.

 

Noch im Jahr der Vereinsgründung 2012 wurde eine „Soziale Servicestelle“ geschaffen. Sie ist zentrale Anlauf-, Beratungs- und Vermittlungsstelle für alle rat- und hilfesuchenden Bürgerinnen und Bürger, vorrangig für Seniorinnen und Senioren, pflegende Angehörige und Menschen mit Behinderung oder Demenz.

 

Die Servicestelle bietet eine Erstberatung an und vermittelt bei Bedarf konkrete Hilfen und Dienste.  Eine weitere Aufgabe ist die Suche und Vermittlung von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sowie die Organisation ehrenamtlicher Tätigkeiten mit Hilfe einer Freiwilligenbörse.

 

Ein anderes Projekt des Vereins ist der Tag der Generationen. 2013 ins Leben gerufen, findet er alle zwei Jahre statt. Unter dem Motto „Jung und Alt – miteinander und füreinander“ gibt es generationsübergreifende Angebote.

 

Um den Alltag von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen dauerhaft zu verbessern, organisierte der Verein verschiedene Angebote. In der Servicestelle wurde eine eigene Demenzberatung eingerichtet. Zudem werden Schulungen zum Thema Demenz angeboten, Angehörige können einen offenen Treff zum Austausch nutzen, für Menschen mit Demenz gibt es eine Betreuungsgruppe und auch ein Infoportal „Mittendrin – trotz Demenz“ steht zur Verfügung. Vorsitzende Borkenhagen kündigte an, einen Großteil des Preisgeldes in das Projekt Demenz fließen zu lassen.

 

Zu den vielseitigen Aktivitäten des Vereins „Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham“ gehören darüber hinaus ein eigenes seniorenpolitisches Gesamtkonzept für die Gemeinde oder ein Workshop zu innerörtlicher Mobilität.

 

Der Sozialpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. Der Landkreis ehrt damit beispielhaftes Handeln im sozialen Bereich, insbesondere den herausragenden Einsatz auf dem Gebiet der Altenarbeit, der Behindertenarbeit und der Hilfe für die sozial Schwachen und Benachteiligten.   

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