„Man muss auch was aushalten können“

Stellvertretender Ortsvorsitzender nimmt zur SPD-Krise auf Bundesebene Stellung

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Der tiefe Sturz von Martin Schulz und der Streit um seine Nachfolge, dazu noch miserable Umfragewerte – die SPD befindet sich auf Bundesebene derzeit im freien Fall. Außenstehende fragen sich auch, wie’s um das Demokratieverständnis der Sozialdemokraten steht: Der Parteivorsitz wird einfach weitergereicht. Im gleichen Atemzug bestimmen die SPD-Mitglieder per Befragung über die Bundesregierung. Für unsere Leser nimmt der Stellvertretende Wasserburger SPD-Ortsvorsitzende dazu Stellung:  

Wolfgang Janeczka: „Ich gebe den Kritikern Recht, dass die momentane Situation für Verwirrung sorgt, auch wenn ein kommissarischer Vorsitz eigentlich nichts Ungewöhnliches ist, wenn jemand zurücktritt.

Formell muss dann die designierte Vorsitzende Andrea Nahles auch als neue Vorsitzende innerhalb eines Vierteljahres von einem Sonderparteitag bestätigt werden.

Was die Entscheidungen von Martin Schulz anbelangt, haben wir diese zur Kenntnis genommen. Sinnvoll wäre es aus meiner Sicht allerdings gewesen, wenn er sich vom Parteivorsitz erst im März nach dem SPD-Mitgliedervotum über die Große Koalition zurückgezogen hätte. Aus meiner Sicht ist es auch unverständlich, dass Martin Schulz kein Ministeramt mehr antreten wollte, zumal die Koalitionsverhandlungen sehr erfolgreich geführt wurden.

Natürlich war der politische Druck hoch, zumal Schulz unmittelbar nach der Wahl erklärt hatte, dass er keinesfalls in ein Kabinett unter Angela Merkel eintreten werde. Aber mit dem Scheitern von „Jamaika“ war die Situation eben wieder völlig neu. Insofern hätte ich mir mehr Durchhaltevermögen gewünscht. Und in der Politik muss man auch was aushalten können.

Ich selbst hoffe, dass sich die Mitglieder jetzt für die Groko entscheiden, zumal sich die SPD kompromissbereit gezeigt hat und trotzdem sehr viel erreicht hat. Alles andere wäre aus meiner Sicht schwer vermittelbar und hätte für die SPD nachteilige Folgen.<<

 

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6 Gedanken zu „„Man muss auch was aushalten können“

  1. Diese Aussagen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, Herr Janeczka wundert sich warum Martin Schulz gedrängt wurde nicht zum zweiten mal sein Wort zu brechen und Minister zu werden?
    Wieso ist etwas anders weil die Jamaika Verhandlungen geplatzt sind? Muss man regieren auch wenn man Inhalte und Personen der anderen Partei ablehnt?
    Ist eine Minderheitsregierung keine endlich mal neue Alternative?
    Ich werde die Selbstzerstörung und das unglaublich fehlende Gespür für die Gedanken der Menschen niemals verstehen.

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  2. So ganz freiwillig war der Rücktritt von Herrn Schulz ja nicht.
    Vielmehr war es doch so, das die Verbände (hauptsächlich aus NRW) ihm die Rückendeckung entzogen haben, nachdem er gelogen und sich gedreht hat wie ein Fähnchen im Wind.
    Das die Verhandlungen erfolgreich waren, da gebe recht, zumindest aus der Sicht der SPD.
    Ob es auch gut für die Bürger ist wird sich noch rausstellen, aber angesichts des Theaters, welches sich gerade da abspielt, bin ich sehr skeptisch.
    Ich frage mich, ob wir wirklich nichts besseres verdient haben..

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    1. @Surfer
      Und was wäre für Dich besser? Jede große Partei hat bei der Bundestagwahl verloren!
      Die einen sagen gleich NEIN und auf einmal wieder JA (die anderen haben sich dann auch gleich vom Acker gemacht). Wer will eigentlich in Deutschland regieren? Natürlich alle Parteien, Und die in die Oposition gehen, schimpfen dann auf die Regierung! Aber vorher den Schw…….. einziehen!!

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  3. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Die letzten GroKos sind ja wohl alles andere als Vorteilhaft für die SPD gewesen, warum soll es diesesmal anders werden? Man sollte dringend aufhören, sich die Ergebnisse von weit unter 25% schön zu saufen und man kann nur die Hoffnung nicht aufgeben, dass andere SPD-Mitglieder in der Sache weitsichtiger sind. Sollte die GroKo kommen wird sich die SPD bei der nächsten Bundestagswahl schon wieder dafür rechtfertigen müssen, konservative und wirtschaftsliberale Positionen der CDU/CSU mitgetragen zu haben. Das halte ich tatsächlich für eine äußerst dumme Strategie, denn Glaubwürdig erarbeitet man sich anders.

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  4. Also wie hier Frau Nahles schon argumentiert egal wie die Abstimmung ausgeht. Peinlich…. Wenn Nahles Parteivorsitzende wird dann gute Nacht SPD und ich bin dann raus aus der Partei.

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    1. Das verstehe ich gut,
      wer möchte denn die singende, schreiende und „wir hauen denen in die Fresse“ Frau als Vorsitzende in einer alten würdigen Partei haben? Was hat sie denn außer 20 Semester studieren und einer Magister Arbeit geleistet? Hat sie schon jemals einen Beruf gehabt und verspürt was arbeiten ist? Sie hatte als Ministerin die Möglichkeit Sozialdemokratische Reformen einzubringen._ Hat sie es getan? Diese Berufspolitikerin soll auf den Hinterbänken des Bundestages weiter schreien und zuschlagen. Fuer die Erneuerung der Partei ist sie weder vom Charakter noch vom Auftreten eine Kandidatin. Von geistiger Reife gar nicht erst zu reden.

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