Lohn-Plus im Bäckerhandwerk gefordert

Brot und Brezn auch in der Krise: Im Landkreis Rosenheim sollen 1.180 Beschäftigte profitieren

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Ernährer in Krisenzeiten: Im Landkreis Rosenheim sorgen rund 1.180 Beschäftigte in Bäckereien dafür, dass trotz Pandemie Brot und Brezeln nicht knapp werden. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin – und fordert für Bäcker und Verkäuferinnen nun höhere Löhne. „Wer im Bäckerhandwerk arbeitet, macht einen systemrelevanten Job. Der ist aber bislang unterdurchschnittlich bezahlt“, sagt Georg Schneider, Geschäftsführer der NGG Rosenheim-Oberbayern.

In der anstehenden Tarifrunde fordert die Gewerkschaft ein Lohn-Plus von 150 Euro im Monat für alle Berufsgruppen. Außerdem soll die vor allem weiblich geprägte Arbeit an Verkaufstheken aufgewertet werden. Die Verhandlungen beginnen am 24. Juni in München.

„Bäckereien haben schon seit Jahren mit der Abwanderung von Fachkräften zu kämpfen. Besonders das Verkaufspersonal wechselt häufig in den Lebensmitteleinzelhandel. Denn Supermärkte zahlen für die gleiche Arbeit rund einen Euro mehr pro Stunde“, berichtet Schneider. Höhere Löhne seien ein wichtiger Beitrag, um diesen Trend zu stoppen. Gelernte Bäckereifachverkäuferinnen würden mit dem geforderten Plus künftig 14,05 Euro statt wie bisher 13,18 Euro pro Stunde bekommen. Außerdem soll sich die Branchentreue auszahlen: Die NGG fordert eine neue Lohngruppe für Beschäftigte, die seit mindestens fünf Jahren im Bäckerhandwerk arbeiten. Für Azubis soll es eine Übernahmegarantie geben.

Mit Blick auf die Covid-19-Situation weist Gewerkschafter Schneider auf zusätzliche Belastungen hin. „Maskenpflicht und Abstandsregeln erschweren besonders die Arbeit an der Theke. Neben dem Verkauf, dem Saubermachen und Semmeln-Schmieren müssen sich die Beschäftigten auch noch um die Einhaltung der Hygieneregeln kümmern. Dafür erwarten sie eine Anerkennung.“

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2 Kommentare zu “Lohn-Plus im Bäckerhandwerk gefordert

  1. wütende mutter

    Soll jetzt jeder der gearbeitet hat mehr verdienen? Und den mehrgezahlten lohn gibts dann bei den produkten obendrauf und die eh schon schlechter verdiener greifen dann noch mehr zur industrieware 🙈

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  2. Gut 14€ pro Stunde sind ein Witz. Wer soll davon eine Familie ernähren? Leider sind die Frauen-Schwerpunktberufe immer noch als “Beschäftigungsmassnahme” für Hausfrauen und Mütter eingestuft und nicht als richtige Arbeit, von der man leben kann bzw. muss. Es ist schon traurig, dass sich eine Bäckereifachverkäuferin eigentlich billige Discoutner-Backwaren kaufen müsste, weil sie sich von den paar Euros Verdienst keine gute Handwerksware leisten kann…
    Nur am Rande, ich war Bäcker und bin umgestiegen, weil ich von 1400€ Brutto nicht leben wollte/konnte…

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