Lieber Freund, ruhe in Frieden!

Edling: Ein Nachruf zum viel zu frühen Tod des gebürtigen Steppachers Dr. Alfred Gugg

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Bei manchen Nachrichten ist es so, dass die Welt für Augenblicke still zu stehen scheint. So ging es vielen Menschen, Freunden und Bekannten, als sich die Nachricht vom viel zu frühen und völlig unerwarteten Tod des gebürtigen Steppachers Dr. Alfred Gugg in der Region verbreitete. Er verstarb einen Tag vor seinem 63. Geburtstag …

Nach der Schulzeit zunächst in Edling und dann an der Realschule in Wasserburg, wandte er sich seinem Interesse der Medizin zu und erlernte zunächst den Beruf eines Krankenpflegers. Der direktere Weg über ein gymnasiales Abitur in Wasserburg und einem anschließenden Arzt-Studium konnten ihm seine Eltern aus finanziellen Gründen einfach nicht ermöglichen. Alfred Gugg musste den Weg zu seinem Ziel wie Odysseus mit der ihm eigenen Energie durch einige Umwege planen.

Gemeinsam mit seiner Frau Gabi führte diese Umleitung über Berlin, wo die Beiden auch eine Familie gründeten – drei Kinder kamen zur Welt.

Neben seiner Tätigkeit in seinem erlernten Beruf in einer Klinik in der damals noch geteilten Hauptstadt, besuchte er das Abendgymnasium bis zum Abitur, um sich seinen Berufswunsch – Arzt zu werden – erfüllen zu können.

Nach dem erfolgreichen Studium war er zunächst in einigen Kliniken der Region und als Notarzt beschäftigt, bevor er sein eigentliches Berufsziel, die Facharztausbildung für Orthopädie, in Angriff nahm.

Als fachlich versierter und sehr anerkannter Orthopäde war er dann viele Jahre  in der eigenen Praxis in Waldkraiburg und in den Praxisräumen der ROMED-Klinik Wasserburg tätig. Egal, ob nach Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub. Und egal, zu welcher Tageszeit.

Soziale Kompetenz nennt man das heute, was Alfred Gugg ganz besonders auszeichnete. „Sitz di her, mogst wos zum Dringa“ – das waren stets seine Begrüßungsworte gewesen, wenn man bei ihm, oft auch unangemeldet, das Haus mit der schönen Süd-Westterrasse betrat.

Mit Leuten „ratschn“, also Reden im positivsten Sinne, war für ihn nicht ein zeremonielles Geschwafel, sondern kluges Austauschen von Ansichten und Meinungen mit dem Weitblick über den Tellerrand hinaus.

Mit seiner bodenständigen und überaus toleranten Klugheit brauchte er dazu kein Fremdsprachen-Wörterbuch. Einfache Worte eines weltoffenen Wissens mit Jemanden im Gespräch zu teilen, war ihm ein wesentlicher Bestandteil seiner Nähe zu den Menschen. Nie verlor er dabei eine notwendige, fein spürbare Distanz. Besonders auch dann nicht, wenn er in der Sache deutlich Position bezog. Ehrlichkeit und Offenheit waren ihm ein Leben lang wichtige Bezugsmerkmale.

Von Wasserburg bis Berlin war „der Gugg-Alfred“ bekannt als Mensch mit einer charaktereigenen Persönlichkeit. Geschätzt, geachtet, überall gerne gesehen und ja, beliebt. Grundfeste seines Denkens und Handelns war dabei für Dr. Alfred Gugg seine Familie.

Seine drei Kinder und die beiden Enkelkinder behütete er mit der Liebe und Zuneigung des beschützenden, aber auch wenn notwendig fordernden Papas und Opas. Mittendrin seine Ehefrau Gabi, deren feinsinnig gesponnenes Netz er gerne annahm, wenn er selber danach suchen durfte.

Die jährlich stattfindenden, gemeinsamen Urlaube mit der ganzen Familie irgendwo dort, wo es sonnig, warm und schön war, gönnte er sich mit dem Wissen der Einmaligkeit solcher Augenblicke.

In seiner Freizeit umgab ein großer Freundeskreis die Gestaltung seines Tuns. Häufig war er es, der feststellte, dass man sich unbedingt wieder einmal sehen müsste. Am liebsten war es ihm dabei, wenn daraus eine möglichst spontane Unternehmung wurde. Durch seine Freude und Lebenslust wurde sie zum Ereignis.

Menschen wie Dr. Alfred Gugg fehlen nicht nur, wenn sie nicht mehr da sind. Sie werden spürbar vermisst, wenn sie fortgegangen sind und es keine Rückkehr mehr gibt.

Andreas Burlefinger

 

 

 

 

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3 Kommentare zu “Lieber Freund, ruhe in Frieden!

  1. Wunderschön formuliert 🖤

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  2. Ein sehr menschlicher Arzt ist leider von uns gegangen !

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  3. Wer ihn gekannt hat, der weiß, wie der Verlust schmerzt.
    Ruhe in Frieden, lieber Alfred.

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