Leb wohl, Soli!

Für etwa 90 Prozent aller Steuerzahler fällt er ab Freitag weg - Unsere Serie: Das wird neu im neuen Jahr 2021

Für geschätzt 90 Prozent aller Steuerzahler wird er ab dem kommenden Freitag, 1. Januar 2021, komplett entfallen: Der Solidaritätszuschlag, aus dem der Aufbau Ost seit 1995 finanziert wurde. Den Soli, wie er landläufig abgekürzt wird, hatte jeder in Höhe von 5,5 Prozent zusätzlich zum fälligen Lohnsteuerbetrag zu zahlen – vorausgesetzt, die Steuerlast lag oberhalb einer Freigrenze.

Mit dem neuen Gesetz zur Rückführung des Solidaritätszuschlags 1995 wurde diese jährliche Freigrenze im Jahr 2021 deutlich erhöht: Während sie bei einem Single bisher bei 972 Euro lag, steigt sie dann auf 16.956 Euro. Bei Verheirateten klettert die jährliche Freigrenze, bis zu der kein Soli fällig ist, von 1.944 Euro auf 33.912 Euro zu zahlender Einkommensteuer.

Etwas geringer belastet werden im neuen Jahr weitere rund 6,5 Prozent der Steuerzahler – diejenigen mit etwas höheren Einkünften. Dazu zählen beispielsweise Singles mit einem Bruttojahreseinkommen von gut 73.000 Euro bis 109.000 Euro. Sie bewegen sich mit ihrer Steuerlast innerhalb einer sogenannten Milderungszone.

Diese beginnt ab der Freigrenze und geht bis zu einer Einkommensteuerschuld von 31.528 Euro. Innerhalb der Milderungszone wächst der Soli mit steigendem Einkommen schrittweise, bis er schließlich den vollen Satz von 5,5 Prozent erreicht. So werden Belastungssprünge verhindert, denn wenn die Einkommensteuerschuld nur wenige Euro über der festgelegten Freigrenze liegen würde, müsste der Steuerzahler sonst den kompletten 5,5-prozentigen Solidaritätszuschlag zahlen.

Rund 3,5 Prozent der Steuerzahler müssen den Soli auch weiterhin in voller Höhe zahlen. Nach Berechnung des Bundesfinanzministeriums ist das der Fall, wenn das zu versteuernde Einkommen über 96.409 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise 192.818 Euro (Verheiratete) liegt. Das entspricht einem Bruttoverdienst eines Alleinstehenden von gut 109.000 Euro.

Nach wie vor gilt: Auf steuerpflichtige Kapitalerträge kommt noch der Soli-Zuschlag obendrauf. Sobald erfolgreiche Anleger mit Kapitalerträgen zum Beispiel aus Zinsen, Dividenden und dem Verkauf von Aktien und Fonds den Sparerpauschbetrag von 801 Euro im Jahr überschreiten, muss die Bank in Deutschland zusätzlich zu den 25 Prozent Abgeltungssteuer weiterhin auch den Solidaritätszuschlag einbehalten. Dieser beträgt 5,5 Prozent der abzuführenden Abgeltungssteuer.

Foto: Bundesregierung

Quelle: Verbraucherschutz

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2 Kommentare zu “Leb wohl, Soli!

  1. Und im Herbst, nach der Bundestagswahl, kommt dann der Corona-Soli – aber dafür doppelt so hoch!!

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  2. @ Schön

    Woher kommt Ihr, in einem einfachen Satz, dargestelltes Wissen?

    Gehe Mal davon aus, dass Sie uns Leser für das Thema sensibilisieren möchten. Dafür danke.

    Der Soli war ein langfristiges Ost/West deutschlandinternes Projekt und das wird jetzt entsprechend angepasst.

    Corona ist ein weltweit humanitäres Geschehen und wird dementsprechend auch andere Auswirkungen auf uns haben

    Und es wird national und international noch viele Ereignisse geben, die uns in irgendeiner Weise individuell betreffen.

    Die Bundestagswahl 2021 wird hoffentlich noch durch andere Themen als Soli und Corona bestimmt oder beeinflusst werden.

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