Lasst uns gemeinsam Gutes erreichen!

Volksbegehren Artenvielfalt: Riesenandrang in Schnaitsee und heftige Diskussion

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Dr. Ute Künkele referierte sachlich zum Thema Volksbegehren und Georg Huber hatte in Schnaitsee alle Hände voll zu tun, die sehr engagiert geführte Diskussion in geordneten Bahnen zu halten: Auf Einladung der Ortsgruppe Schnaitsee im Bund Naturschutz ging es einen Abend lang um das Volksbegehren zur Artenvielfalt (wir berichteten mehrmals). Der Gastraum im Gasthof „Zur Post“ war nahezu überfüllt …

Das Fazit der Referentin gleich zu Beginn unseres Berichts: „Wir wollen alle miteinander Gutes erreichen.“

Die höchst angeregte und engagiert geführte Diskussionsrunde leitete Georg Huber aus Waging. Dabei stellte sich schnell heraus, dass sehr viele Gäste an diesem Abend aus den Bereichen der Landwirtschaft gekommen waren und die Formulierungen im Begehren heftig diskutierten.

„Es müsste bei den Kindern und Jugendlichen mit der Aufklärung losgehen. Hier müssen Appelle für regionale und saisonale Lebensmittel gestzt werden.“ Einige Redner nannten die Probleme „gesamtwirtschaftlich“. Diese dürften nicht nur auf die Bauern abgewälzt werden.

Ansätze müssten im Verbraucherverhalten, beim überbordenden Flug- und Straßenverkehr sowie bei der Luft- und Lichtverschmutzung gesucht werden. Aber davon stehe nichts im Volksbegehren – so die Kritik vieler Anwesender.

Referentin Dr. Künkele: „Die Entwicklung in der Landwirtschaft ist ja nicht eure Schuld. Diese wurde durch eine falsch geleitete Agrarpolitik forciert. Wir müssen wieder zurück und dafür muss es einen finanziellen Ausgleich geben.“ Sie appellierte an die subjektiven Erfahrungen des Einzelnen: „Wo seht ihr die Begleiter eurer Kindheit? Wo sind die Glockenblumen und weitere Pflanzen am Straßenrand, wo sind die vielen Insekten, die noch vor Jahrzehnten da waren?“

Sie konstatierte, dass das Volksbegehren kein Angriff gegen die bäuerliche Landwirtschaft ist, sondern auf Großbetriebe abziele.

Die Diskussion drehte sich in Schnaitsee immer mehr um die Drangsalierungen für die Bauer. Da wurden die immer mehr werdende Bürokratie und die immer wieder neuen Verordnungen angesprochen.

„Warum geht das Volksbegehren nicht gegen die Lichtverschmutzung bei ausufernden Beleuchtungen von Straßen und Gebäuden vor. Das sind tausendfache Insektenvernichter. Warum geht es nicht um die unzähligen Privatgärten mit Prachtrasen. Warum geht es nicht gegen die „Bioprodukte“ der Discounter aus allen Herren Länder“ – so wurde angeklagt.

BN-Vorsitzender Alois Dirnaichner blickte zurück: „Der Maschinenringgründer Dr. Erich Geiersberger forderte schon vor Jahrzehnten ‘Wachse oder weiche’ und die Bauern ließen sich davon anstecken. Und die jetzige Entwicklung ist die Folge davon.“

Der Schnaitseer Toni Poschner fand gegen Ende der heftigen Diskussionen ein perfektes Schlusswort: „Es muss was passieren. Mein Appell geht dahingehend an alle Verbraucher, die ihre Konsumverhalten überdenken sollten, an alle Hausgartenbesitzer, an alle Bewirtschafter von landwirtschaftlichen Flächen und auch an die Verpächter, doch einen Teil der Fläche aus der Verpachtung rauszunehmen. Jeder muss etwas dazutun.“

uk

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