„Lasst uns an einem Strang ziehen”

Am heutigen Dienstagmittag erreicht unsere Redaktion dieses Statement von der Geschäftsführung der Firma Alpenhain zum erneuen Streikaufruf der NGG für den morgigen Mittwoch (wir berichteten). Der Wortlaut …


„Die NGG hat mit dem heutigen Streikaufruf eine neue Runde im Streit mit der Alpenhain
Käsespezialitäten GmbH eingeläutet.
Der Aufruf kommt nicht unerwartet, da die NGG diesen in den letzten Wochen in mehr oder weniger klaren Worten angekündigt hatte.
Unsere Haltung als Unternehmen zum Thema Tarif ist unverändert. Wir betonen hierbei,
dass dies nichts mit Sturheit zu tun hat, sondern wir weiterhin eine innerbetriebliche Lösung im Interesse der Mitarbeiter und des Unternehmens bevorzugen.

Die Position der NGG und vor allem den neuerlichen Streikaufruf halten wir in ohnehin schwierigen Zeiten für verantwortungslos.

Arbeitsniederlegungen und Produktionsausfälle könnten schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für das Unternehmen haben.
Ein Tarif, wie ihn die NGG bei Alpenhain fordert, ist für ein Unternehmen wie Alpenhain
keine Lösung. Wir sind sehr handwerklich geprägt, mit einer hohen Fertigungstiefe und –
breite. Daher benötigen wir größtmögliche Flexibilität im Interesse der Firma sowie aller
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Dies kann durch einen Tarifvertrag nicht adäquat abgebildet werden. Unsere langjährig praktizierten Vergütungs- und Arbeitszeit-Konzepte garantieren ein markt- und branchenübliches Angebot.

Auf diese Weise gelingt es uns seit Jahrzehnten, gute und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an uns zu binden und neue Mitarbeiter zu gewinnen.

Das Unternehmen hat in den letzten Jahren 45 Millionen Euro in die Zukunftsfähigkeit und in den Standort investiert, um langfristig Arbeitsplätze im oberbayrischen Lehen zu erhalten und Alpenhain zukunftssicher aufzustellen.

Gleichzeitig haben uns außergewöhnliche gesundheitliche, finanzielle und rechtliche
Belastungen rund um die Covid-19-Krise getroffen. Wir sind uns aber sicher, dass wir, wenn wir alle an einem Strang ziehen, die Herausforderungen gut bewältigen können.

Wir sind weiterhin jederzeit bereit, mit einem starken Betriebsrat über alle offenen Themen, wie Arbeitszeitmodelle und Vergütungskonzept, zu diskutieren. Dabei wollen wir gerne gemeinsam optimale Lösungen für alle Beschäftigten und für das Gesamtunternehmen erarbeiten.

Die jahrelange Erfahrung zeigt, dass wir innerbetriebliche Themen auch innerbetrieblich mit dem Betriebsrat lösen können – ohne betriebsfremde Vorgaben von außen.

Dies möchten wir nicht nur heute, sondern auch in der absehbaren Zukunft so praktizieren.“