„Landschaft im Wandel”

Jahreshauptversammlung des Landschaftspflegeverbands Rosenheim

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Der Landschaftspflegeverband Rosenheim (LPV) hielt kürzlich seine zweite Jahreshauptversammlung im „Hartseestüberl” in Eggstätt ab. Zweiter Bürgermeister Christian Glas hieß in seinem Grußwort als Hausherr 40 Mitglieder willkommen und betonte die Wichtigkeit von Landschaftspflege in Zeiten geänderter klimatischer Bedingungen. Vereinsvorsitzender Sebastian Forstner, Bürgermeister der Gemeinde Söchtenau, blickte in seinem Bericht auf die Aktivitäten des Verbandes seit der letzten Jahreshauptversammlung zurück.

Forstner ging in seinem Bericht auf die Beschlüsse der letzten Vorstandssitzung ein. Er erwähnte dabei unter anderem, dass der LPV ein Wiesensamenerntegerät anschaffen wolle, um für die Anlage von Dauerblühflächen gebietseigenes (lokales) Wildsaatgut bereitstellen zu können. Er erwähnte weiter, dass der LPV seine Geschäftsstelle mittelfristig aus der Stadt Rosenheim in eine ländliche Gemeinde verlegen wolle und dass zur Jahresmitte eine weitere Fachkraft mit 20 Wochenarbeitsstunden die Arbeit der Geschäftsstelle unterstützen werde. Besonders freute er sich, dass Frasdorf als 27. Gemeinde dem LPV beigetreten ist und konnte wenige Tage nach dem Beitrittsbeschluss Zweiten Bürgermeister Josef Hollinger als Gemeindevertreter auf der Versammlung begrüßen.

LPV-Geschäftsführer Markus Höper und Gabriele Müggenburg berichteten über die Aktivitäten im Jahr 2018 und gaben einen Ausblick auf geplante Aktivitäten im laufenden Jahr. So habe der LPV Rosenheim seit Aufnahme des Geschäftsbetriebes im Mai 2018 bereits 55 Anträge nach der Bayerischen Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie gestellt. In den allermeisten Fällen werden Landwirte mit der Ausführung der Landschaftspflegemaßnahmen beauftragt. In keinem anderen Landkreis in Oberbayern werden so viele Fördermittel für die Landschaftspflege (Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie) beantragt und abgerufen wie im Landkreis Rosenheim.

Die entsprechenden Fördermittel werden bereitgestellt für die Mahd von Moor- und Streuwiesen, Nasswiesen und Extensivwiesen, das Entbuschen von Naturschutzflächen, das Freihalten von Almflächen, die Anlage von Obstangern oder von naturnahen Hecken. Die Anlage von artenreichen Wiesen mit einem entsprechenden Blütenangebot für Insekten (Honigbienen, Wildbienen und andere Insektengruppen) ist eine neue Förderschiene, die vom LPV durch die auf Grund des Volksbegehrens sprunghaft angestiegenen Nachfrage aufgegriffen wird. Darüber hinaus ist das Interesse nach der Anlage von naturnahen Hecken und Streuobstwiesen recht groß.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung hielt der überregional bekannte Biologe Alfred Ringler den zweiten Teil seines Vortrags mit dem Titel „Landschaft im Wandel im Landkreis Rosenheim“. An ausgewählten Beispielen in vielen Landkreisgemeinden zeigte der versierte Naturkenner anhand ausgewählter Fotos aus verschiedenen Jahrzehnten, die stets vom exakt gleichen Standpunkt aus aufgenommen wurden, wie sehr sich manche Landschaften in den letzten Jahrzehnten durch menschliche Aktivitäten oder durch natürliche Sukzession verändert haben. Neben einigen negativen Beispielen hob der Gebietskenner auch mehrere gut gelungene Renaturierungsmaßnahmen hervor, die gegenüber dem Zustand in den Siebziger und Achtziger Jahren zu mehr Artenvielfalt und einer ökologische Verbesserung geführt haben.

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Ein Kommentar zu “„Landschaft im Wandel”

  1. Darum wird und wurde in Wasserburg um und im Badriagelände alles was blüht abgeschnitten und die Wurzen gefräst, dass nix mehr kommt.
    Aktuell sind alle frühblühenen Bäume ums Gelände markiert, die sind erste Bienennahrung und im Herbst wenn die “Kriacherl”runterfallen für massig Insekten Nahrung, typisch Wasserburg

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