„Landleben – Stadtleben“

Außergewöhnliche Ausstellung in der Wasserburger Backstube

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Eine Ausstellung der besonderen Art ist im Oktober in der „Wasserburger Backstube“ zu sehen. Unter dem Motto „Landleben – Stadtleben“ zeigen die beiden Fotokünstler Regine Richter und Peter Stetefeld Fotografien aus der „guten alten Zeit“ rund ums Wohnen und Leben auf dem Land und in der Stadt.

Auf ihren fotografischen Streifzügen durch die Freilichtmuseen Glentleiten und Amerang und dem Nürnberger Museum für Industriekultur haben die beiden Künstler über mehrere Jahre hinweg so manches interessante Motiv entdeckt und mit ihrem Blick für Details fotografisch festgehalten und künstlerisch umgesetzt.

Jede Aufnahme erzählt eine kleine Geschichte vom Alltag unserer bäuerlichen und bürgerlichen Vorfahren. Die Fotos sind Zeugnisse historischer Kulturleistung und berühren den Betrachter zum einen durch die außergewöhnliche Sichtweise auf die Motive, zum anderen durch die kreative Bildbearbeitung, die jedes Foto zu einem kleinen Kunstwerk macht. Man gewinnt faszinierende Einblicke in vergangene, meist raue Lebenswelten, in der die Menschen einst ohne den Komfort der heutigen Zeit gelebt und gearbeitet haben.

Peter Stetefeld haben es vor allem die funktionalen und in ihrer Schlichtheit fast schon „modernen“ Küchen des 19. Jahrhunderts angetan. Man staunt über eine Küche mit immerhin schon fließend Wasser und den Einzug der Moderne in Form eines Radios. Er zeigt auch die schlichte Schönheit der guten Schlafkammer, die selten zum Schlafen benutzt wurde, sondern in erster Linie zum repräsentativen Aufbewahren der Aussteuer der Braut diente und meist Übernachtungsgästen vorbehalten war

Regine Richter nimmt sich den Errungenschaften der zunehmenden Industrialisierung an. Mit der Erfindung der Dampfmaschine war es den Menschen möglich, Güter in Serie zu fertigen und für jedermann erschwinglich zu machen. Während auf dem Land noch mit den einfachsten Mitteln versucht wurde, sich das Leben ein bisschen leichter zu machen, zogen in den Städten zunehmend moderne Helfer, teilweise sogar elektrisch betriebene Geräte, in den Haushalten ein. Das brachte den Menschen mehr Zeit, die sie beispielsweise in einem Verein verbrachten.

Vereinsgaststätten waren dabei wichtige Orte des „sozialen Netzwerkens“. Regine Richter zeigt ein solches Lokal aus den 20-er Jahren. Zeitsparen war das Motto, das auch das Sortiment eines Gemischtwarenhändlers prägte. Alles unter einem Dach – kurze Wege – so wollte man Zeit für Familie und Hobby gewinnen. Ein typischer Kolonialwarenladen aus der Vorkriegszeit zeigt dies auf anschauliche Weise.

Die Ausstellung ist bis 29. Oktober jeweils montags bis freitags von 6 bis 18 Uhr, samstags von 6.30 von 18 Uhr und sonntags von 7 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

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