Landkreis will Landesausstellung 2021

Kreistag einstimmig für Schloss Herrenchiemsee und die Wittelsbacher

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2021 soll erneut das bayerische Königshaus Thema einer Landesausstellung in Schloss Herrenchiemsee werden. Der Rosenheimer Kreistag beauftragte am gestrigen Mittwoch die Landkreisverwaltung, den notwendigen Vertrag mit dem Haus der Bayerischen Geschichte und der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung abzuschließen.

2011 war Herrenchiemsee erstmals Schauplatz einer Landesausstellung. Sie beschäftigte sich mit König Ludwig II. und wurde die bis heute erfolgreichste Landesausstellung. Der Kulturreferent des Landkreises Christoph Maier-Gehring warb im Kreistag für eine Fortsetzung: „Es ist eine hervorragende Idee, die Landesausstellung von 2011 inhaltlich fortzuführen.“ Der Arbeitstitel für die mögliche Landesausstellung 2021 lautet „Verlorene Kronen – Zur Geschichte Bayerns und der Wittelsbacher von 1886 bis 1918“. Die Ausstellung soll also den Zeitraum vom Tod Ludwigs II. bis zum Ende der bayerischen Monarchie, der Abdankung und der Flucht Ludwigs III. aus München, unter anderem nach Wildenwart, umfassen. Weiteres Thema sollen die Schicksale der bayerischen Prinzessinnen werden. Zu ihnen gehörte auch Elisabeth, besser bekannt als „Sissi“. Ein genaues Ausstellungskonzept wird derzeit vom Haus der Bayerischen Geschichte erarbeitet.

Dieses kulturelle Aushängeschild würde der Region erneut eine große nationale und internationale Aufmerksamkeit bringen. Die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Chiemsee Alpenland Tina Pfaffinger erinnerte im Kreistag an die Zahlen von 2011. Die damalige Landesausstellung sorgte für rund 45.000 zusätzliche Übernachtungen sowie für 500.000 Tagesgäste mehr.

Die Beteiligung des Landkreises soll sich vor allem auf die praktische Durchführung und Vermarktung vor Ort erstrecken, also auf die Bereitstellung von Personal und Aufsichten. Darüber hinaus geht es, wie Landrat Wolfgang Berthaler sagte, um einen „Fastgratistransport“ von Schülerinnen und Schülern auf die Insel. Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, die Landesausstellung zu besuchen, ist teuer. Dieses Angebot war 2011 ein wesentlicher Grund für ein Defizit von 500.000 Euro, das der Landkreis Rosenheim ausglich.

2021 soll sich dies nicht wiederholen. Landrat Berthaler berichtete im Kreistag von Sponsoringzusagen in Höhe von 200.000 Euro bis 250.000 Euro. Offen ist, ob der Landkreis Traunstein bei der Landesausstellung mitmacht. Dies würde eine finanzielle Beteiligung einschließen. „Die Summe muss noch ausgehandelt werden“, sagte Berthaler. Die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Tina Pfaffinger sprach sich klar dafür aus: „Es wäre ein schönes Zeichen, wenn wir hier an einem Strang ziehen würden, denn die ganze Region kann hier nur profitieren.“

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