Landgericht bestätigt Urteil gegen Rowdy

Weil er nachts im Schneetreiben auf die Feuerwehr pfiff: Neun Monate Fahrverbot und hohe Geldstrafe

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Aggressives Verhalten gegen Einsatzkräfte und Retter – es nimmt leider in jüngster Zeit immer mehr zu. Ehrenamtliche Feuerwehrleute werden angepöbelt und auch körperlich geht es zur Sache. Wie vor einem Jahr bei Penzing, als ein renitenter Autofahrer einfach den Anordnungen der Feuerwehr nicht Folge leisten wollte, durch sein rowdyhaftes Verhalten die Wasserburger Floriansjünger sogar gefährdete. Vergangenen Donnerstag bestätigte jetzt das Landgericht Traunstein ein Urteil des Amtsgerichtes Rosenheim: Neun Monate Fahrverbot und 4500 Euro Geldstrafe – dieses Urteil ist jetzt rechtskräftig.

Es ist der Heilig-Drei-König-Tag im Januar 2019. 2 Uhr morgens. Die Wasserburger Feuerwehr rückt zu einem nächtlichen Einsatz aus (Fotos). Nach starken Schneefällen ist ein Baum auf eine Gemeindestraße direkt neben der B304 gestürzt. Die Floriansjünger sperren die Straße, damit bei den Aufräumarbeiten niemand gefährdet wird. Doch damit, dass die Fahrbahn für ihn kurzzeitig nicht nutzbar ist, will sich in dieser eisigen Winternacht ein Autofahrer aus Wasserburg partout nicht abfinden.

Er fordert vehement und lautstark, die Floriansjünger sollten ihn gefälligst durchlassen. Er denke nicht ans Umkehren. „Wir konnten die Fahrbahn aber gar nicht freigeben. Der Baum lag fast über die gesamte Straße. Der Rest, der noch frei war, war durch unsere Einsatzfahrzeuge blockiert. Das wollte der Mann aber einfach nicht akzeptieren”, so Kreisbrandmeister Stephan Hangl, der selbst vor Ort war.

Nach längerem Hin und Her und einer heftigen, verbalen Auseinandersetzung rief Hangl schließlich die Polizei zu Hilfe. „Das ist leider kein Einzelfall. Das kommt in letzter Zeit häufiger vor, gerade auch an Unfallstellen. Die Leute haben keine Geduld, kein Verständnis für unseren Einsatz.”

Als der Autofahrer merkte, dass der Spaß ein Ende hatte und die Polizei unterwegs war, legte er den Rückwärtsgang ein, schlug die Lenkung ein und versuchte rückwärts zu flüchten. „Dabei berührte mich die linke Fahrzeugfront und schob mich zur Seite. Durch den rutschigen Untergrund, es lag zentimeterhoch der Schnee, und durch mein Zurückweichen wurde ich zum Glück nicht verletzt.”

Der Mann habe dann letztlich seinen Fluchtversuch aufgegeben und den Motor abgestellt. „Alles Weitere regelte die Polizei.”

Doch damit nicht genug. Ein dreimonatiges Fahrverbot und eine Geldstrafe in Höhe von rund 3500 Euro für sein Verhalten wollte der renitente Autofahrer nicht akzeptieren.

Er zog vor Gericht. Dieser Schuss aber ging gewaltig nach hinten los: Das Amtsgericht Rosenheim verdonnerte den Mann im Juni vergangenen Jahres zusätzlich zu weiteren sechs Monaten Fahrverbot und zu insgesamt rund 4500 Euro Geldstrafe – wegen Gefährdung des Straßenverkehrs (wir berichteten). Gegen dieses Urteil legte der Mann erneut Einspruch ein. Der Fall landete deshalb vergangenen Donnerstag vor dem Landgericht in Traunstein. Wieder waren Wasserburger Feuerwehrmänner als Zeuge geladen.

Das Landgericht verwarf die Berufung gegen das Urteil vom Amtsgericht Rosenheim und blieb beim festgesetzten Strafmaß. Das Rechtsmittel der Berufung gegen dieses Urteil ist unzulässig. Auf das Rechtsmittel der Revision wurde durch alle Beteiligten bereits der Verzicht erklärt und somit ist das Urteil jetzt rechtskräftig.

Sowohl der Staatsanwalt in seinem Plädoyer, als auch die vorsitzende Richterin in ihrer Urteilsbegründung hoben eindeutig hervor, dass es besonders verwerflich sei, dass sich ein Verkehrsteilnehmer über die Maßnahmen der Feuerwehrkräfte, die ihren Dienst in unserer Gegend fast ausschließlich ehrenamtlich und freiwillig, überwiegend in ihrer Freizeit zum Wohle der Allgemeinheit durchführten, hinwegsetzen möchte.

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4 Kommentare zu “Landgericht bestätigt Urteil gegen Rowdy

  1. Find ich richtich gut !

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  2. Dürfte ruhig von beidem (Geld und Fahrverbot) etwas mehr sein !

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  3. Sehr gut! Hoffentlich muss er die Kosten aus eigener Tasche bezahlen!

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  4. Das Geld scheint ihm ja nicht so wichtig zu sein. Die Geldstrafe ist verschwindend gering gegen die Prozesskosten, die bestimmt keine Rechtsschutzversicherung übernimmt.
    Besser wäre es gewesen, den Schein bis zum Nachweis, dass er psychologisch in der Lage ist ein Fahrzeug zu führen, einzuziehen…

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